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 BÄUME 

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Wissensdatenbank

Zweck der Baumpflege

a) Die Erhaltung oder Wiederherstellung der Vitalität eines Baumes, die von verschiedenen Faktoren (Umgebung, Alter, Standort etc.) abhängt.

b) Die Erhaltung oder Wiederherstellung der Ästhetik eines Baumes, die auch mit dem artgerechten Kronenaufbau zusammenhängt.

c) Die Erhaltung oder Wiederherstellung der Verkehrssicherheit eines Baumes, die vor allem bei älteren oder geschädigten Bäumen (oft als Schad- oder Gefahrbäume bezeichnet) der wesentliche Grund einer Baumpflege ist.

Dazu kommen oft andere Gründe wie:

d) Bäume haben eine nicht ganz optimale Form, die anderen Nutzungen im Wege stehen, d. h. sie wachsen zu nah an bestehenden oder zu errichtenden Gebäuden oder an Straßen.

e) Sie werden zu groß und nehmen Bewohnern Licht weg (oft im Privatbereich).

Fortsetzung....
Baumpflegemaßnahmen können als aufbauende oder vorsorgende Maßnahmen (Aufbau eines stabilen Kronengerüsts, Vermeidung von Fehlentwicklungen) durchgeführt werden oder als sichernde Maßnahmen (Wiederherstellung der Verkehrssicherheit).
Die am häufigsten durchgeführten Maßnahmen an Bäumen sind Kronenschnittmaßnahmen. Diese sind in der aktuellen Ausgabe der ZTV-Baumpflege definiert. Da es zwischen den verschiedenen Kronenschnitten und den Entwicklungsphasen der Bäume Zusammenhänge gibt, sollen die verschiedenen Maßnahmen im folgenden entsprechend der Entwicklungsphase zusammengestellt und ausführlich erklärt werden.

Bewässerung

Die künstliche Zuführung von Wasser in den Boden, um Pflanzen mit ausreichend Wasser zu versorgen. Besonders zum Anwachsen und in den ersten Jahren nach der Pflanzung benötigen Bäume eine ausreichende Bodenfeuchte. In Trockenperioden kann dies nur durch künstliche Bewässerung gewährleistet werden. Bewährt haben sich das Anlegen einer Giesmulde und der Einbau von vertikalen Bewässerungselementen. Diese unterstützen auch den Gasaustausch im Wurzelbereich. Künstliche Bewässerung kann auch für ältere Bäume mit sehr kleinen Baumscheiben notwendig sein.

Düngung
Düngung ist die auf Pflanzen, Nährstoffmangel und Produktionsziele abgestimmte Zuführung von Nährstoffen. Eine ungenügende Versorgung mit Nährelementen kann unterschiedliche Ursachen haben, so u. a. durch die Festlegung von Nährstoffen bei alkalischer Bodenreaktion.

Die Düngung sollte dem Bodentyp, der Begleitvegetation und u. U. vorhandener Mykorrhiza Rechnung tragen, sowie auf das Fehlen oder der im Minimum vorhandenen Nährstoffe abgestimmt sein. Unterschieden werden lösliche Dünger mit schneller Wirksamkeit, die allerdings leicht ausgewaschen werden können, von schwer löslichen Düngern, deren Wirksamkeit im Boden sich allmählich vollzieht. Bei Stadtbäumen erfolgt die Ausbringung des Düngers in den Boden. Blattdüngung ist i.d.R. zu aufwendig, hat aber eine schnelle Wirkung, jedoch nicht lange anhaltend.

Blattdüngung
Düngung mit in Wasser aufgelöstem Dünger und Aufbringung auf die Blätter mittels einer Spritze. Die Blattdüngung wirkt sehr schnell, hält aber nicht lange vor. Optimal ist es, diese Methode parallel zur Bodendüngung anzuwenden.
LEBENSPHASEN EINES BAUMES

Wie sehen die Entwicklungsphasen von Bäumen aus, und welche Bedeutung haben sie für die Baumpflege?

Pflege und Behandlung von Bäumen erfordern es, dass zunächst der Zustand des jeweiligen Baumes beurteilt wird. Dazu gehört es, die Entwicklungsphasen eines Baumes zu berücksichtigen: Jeder Phase kann eine entsprechende Behandlung zugeordnet werden. Eine Entwicklungsphase ist die Einteilung nach Wachstum, Alter und dem Lebensrhythmus eines Baumes. Sie beginnt mit der Keimung und endet mit dem Absterben.

Jungbaum (Jugendphase)
Als Jugendphase bezeichnet man die Lebenszeit des Baumes bis zur Geschlechtsreife. Dies ist die Zeit, in der ein Baum in Städten oder Gärten normalerweise gepflanzt wird. Nach der Anwachsphase hat er ein relativ starkes Wachstum. Er versucht, viel Licht zu bekommen, um es in notwendige Energie umzuwandeln. Damit baut der Baum seine stabile Krone auf und dehnt sich in dem ihm zur Verfügung stehenden Raum aus. Die Baumpflege konzentriert sich in dieser Phase darauf, den Baum in seinen Bestrebungen zu unterstützen.
Erwachsener Baum (Adultphase)

Diese Phase wird hauptsächlich von weiterem starkem Wachstum geprägt. Der Baum erreicht seine Endhöhe. In der Regel ist der Baum in dieser Phase vital und baut eine stabile Krone auf. Je nach Baumart hat er eine hohe Reaktionsfähigkeit und kann sich an Umgebungsveränderungen anpassen.


Die Aufgaben des Baumpflegers beschränken sich darauf, den Baum an begrenzende Raumverhältnisse anzupassen (z.B. Lichtraumprofil an Straßen) oder eventuelle negative Entwicklungen wie zu nahe aneinander wachsende Äste rechtzeitig zu beseitigen. Starke Eingriffe in den Kronenaufbau dürfen in dieser Phase nicht vorgenommen werden, da der Baum darauf negativ reagiert.

Altbaum (Altersphase)

Jetzt nehmen Trieblängen- und Stärkenzuwachs ab. Dies darf nicht mit nachlassender Vitalität verwechselt werden, da es der Reaktion der Entwicklungsphase entspricht. Mit zunehmendem Alter konzentriert sich der Baum darauf, nachlassende Stabilität oder abnehmende Bruchfestigkeit durch lokalen „Reparaturanbau“ (Wülste, lokal verstärktes Dickenwachstum) auszugleichen. Mit zunehmendem Alter nimmt bei vielen Baumarten auch die Versorgung des oberen Kronenbereichs ab. Sichtbar wird dies an Wipfeldürre oder einzelnen absterbenden Ästen. Die Baumpflege konzentriert sich jetzt darauf, die Verkehrssicherheit des Baumes zu erhalten. In der Späteren Altersphase kann dies durch eine Kroneneinkürzung erfolgen.


Bäume im Straßenbereich sind jetzt meist schon abgestorben oder derart geschädigt, dass sie nicht mehr erhalten werden können. Haben Bäume die Fähigkeit, auf eine vom oberen Kronenbereich her absterbende Krone mit Neuaustrieben zu reagieren, kann im unteren Bereich eine zweite Krone aufgebaut werden. Das lässt sich zum Beispiel bei Linden beobachten. Werden diese Bäume lange erhalten, entstehen Hohlbäume.


Bei ihnen ist die Krone oft weit nach unten verlagert oder besteht aus einer Sekundärkrone (durch Neuaustriebe entstandene sekundäre Krone oder Ersatzkrone).
Der Stamm ist hohl. In freier Natur hätte der Baum längst verschiedene Kronenteile abgeworfen.
Bäume existieren in dieser Phase nur noch, wenn sie die Fähigkeit haben, am Stamm oder in der Krone Neuaustriebe auszubilden. Das hängt vor allem von der Baumart und von der Vitalität eines Baumes ab.

Schadbaum und Gefahrbaum
Neben den Entwicklungsphasen gibt es noch weitere Zustände, die bei einer Bestandsaufnahme zu erkennen sind. Sie können in allen Entwicklungsphasen vorhanden sein und werden meist durch nicht fachgerechte Pflege, mechanische Schäden (Rasenmäher) oder Baumaßnahmen verursacht. Aber auch Pilzbefall oder andere Schädlinge können diese Zustände hervorrufen. Der Begriff Schadbaum bezeichnet einen Baum mit Schäden wie Verletzungen in unterschiedlichen Ausmaßen. Sind die Schäden derart stark, dass sie die Stand- oder Bruchfestigkeit von Bäumen negativ beeinflussen, kann man von einem Gefahrbaum sprechen.

Zweck und Konsequenzen

Der Zweck dieser Einteilung ist vor allem, die Entwicklung des Baumes zu verstehen und Pflege- oder Schnittmaßnahmen dementsprechend durchzuführen. Dies bedeutet, den Baum in seinen eigenen Anstrengungen oder Bemühungen zu unterstützen.

Quelle: Diplom-Forstwirt Peter Klug

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