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 ZWIEBEL+KNOLLEN 

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Bodenvorbereitung

Wie für alle Pflanzen so auch für Zwiebel- und Knollengewächse spielt der Boden die wichtigste Rolle. Im Idealfall hat man einen gut durchlässigen, mittelschweren, sandig-lehmigen Boden. Sollte diese Voraussetzung nicht gegeben sein, so ist es erforderlich, die geplante Pflanzstelle dementsprechend zu verbessern und vorzubereiten. Gerade bei größeren Neupflanzungen macht sich dieser Aufwand bezahlt, da man für längere Zeit weniger Pflege betreiben muss.

Bodenbeschaffenheit
Durch genaue Betrachtung des Bodens wird schnell klar, um welchen Boden es geht. In schweren Böden versickert Regen nur langsam, die Bodenteilchen quellen auf und bilden beim Abtrocknen grobschollige Klumpen. Dieser Boden wäre sehr ungünstig für Knollenpflanzen und müsste deshalb vor der Pflanzung verbessert werden. Dazu wird er 1 - 2 Spatenstiche umgegraben, mit reichlich grobem Sand oder feinem Kies, sowie etwas Gesteinsmehl vermischt, anschließend gelockert und wieder geebnet.



Ebenfalls unvorteilhaft wäre ein zu leichter Boden, denn dieser trocknet sehr schnell aus, außerdem ist er meist nährstoffarm und winterlicher Frost dringt sehr tief ein. Doch bietet dieser Boden auch Vorteile: gute Wasserdurchlässigkeit sowie ausgezeichnete Luftdurchlässigkeit, von denen die Wurzeln profitieren. Diese sollten bei der Bodenverbesserung jedoch unbedingt erhalten werden. Um die organische Substanz, also den Humusgehalt im Boden zu erhöhen, wird reichlich Kompost oder abgelagerter Stallmist untergearbeitet. Dies verbessert auch das Wasserspeichervermögen und die Nährstoffversorgung der Pflanzen. So werden die Ansprüche der Zwiebel- und Knollenpflanzen in gebührendem Maß erfüllt.

Düngen aber richtig...
Bis auf wenige Ausnahmen, wie Lilien (Liliumarten- und Hybriden), Gartengladiolen ( Gladiolus-Hybriden) und Dahlien ( Dahlia-Hybriden), haben Zwiebel- und Knollengewächse kaum Ansprüche an die Nährstoffversorgung. Wichtig ist ein humusreicher Boden. Keinesfalls sollte man auf Vorrat düngen in dem man eine Handvoll Mineraldünger mehr gibt, sondern lieber weniger, aber dafür öfter. Die beste Lösung ist ein ausgewogener, auf den Bodenzustand abgestimmter Langzeitdünger. Haben Sie Zweifel ist es besser, erstmal nicht zu düngen, denn eine vorsorgliche Düngung kann sich auch schädlich auswirken und die Pflanzen für Krankheiten und Schädlinge anfällig machen.
Bester Zeitpunkt zum Düngen...

In der Zeit des Austreibens, wenn die Triebe sich strecken und die Blätter sich entfalten, brauchen Zwiebel- und Knollenpflanzen die meiste Feuchtigkeit und Nahrung. Danach sinken die Ansprüche ab. Um diesem Bedarf gerecht zu werden kann man entweder im Frühjahr oder im Herbst die Pflanzstelle mit Kompost überziehen. Dieser wirkt langsamer, wird aber von den Mikroorganismen bis zum Frühjahr soweit umgewandelt, dass er den Pflanzen als Humus zur Verfügung steht. Auch hier bilden Dahlien, Gladiolen, Knollenbegonien und Gartengladiolen eine Ausnahme. Diese sollten neben einer Düngung zum Austrieb, bzw. bei der Pflanzung auch noch ein zweites oder drittes Mal in der Wachstumszeit gedüngt werden.

Organischer Dünger
Organische Dünger pflanzlicher oder tierischer Herkunft müssen im Gegensatz zu Mineraldüngern von den Mikroorganismen im Boden zu Humus verarbeitet werden und stehen somit den Pflanzen erst später zur Verfügung. Sie wirken hauptsächlich als Langzeitdünger und regen das Bodenleben an. Doch auch hier besteht die Gefahr des Überdüngens.
Neben Kompost und gut abgelagertem Stallmist eignen sich für Zwiebel- und Knollenpflanzen auch Hornspäne, Hornmehl und Knochenmehl als Düngemittel. Normalerweise werden organische Dünger bereits bei der Pflanzung in den Boden eingearbeitet, bzw. im Herbst unter den Boden gemischt.
Mineralischer Dünger...

Auf chemischem Wege werden mineralische Dünger hergestellt und bestehen bis auf wenige Ausnahmen aus leichtlöslichen Salzen. Hier gibt es zum Einen Volldünger, die alle notwendigen Nährstoffe und Spurenelemente enthalten. Weiter gibt es die Mehrkomponenten- und Mehrnährstoffdünger, die zwei oder drei verschiedene Hauptnährstoffe enthalten. Und zum Schluss gibt es noch die Einnährstoff- oder Einzeldünger, welche nur aus einem Nährstoff bestehen.
Zur Düngung von Zwiebel- und Knollengewächsen sollte ein kalium- und phosphorbetonter Dünger verwendet werden, bei dem der Stickstoffanteil verringert ist, der sog. "Blühdünger". Eine übermäßige Stickstoffversorgung führt nicht nur zu üppigem Blattwuchs und weniger Blüten sondern auch zu schwammigen, weichen Gewebestruktur, der ein Schädlingsbefall zur Folge haben kann.

Dosierung und Ausbringung
Vor jeder Anwendung eines Düngers, sollten Packungsbeilage und Warnhinweise sorgfältig gelesen und ausgeführt werden. Vor allem bei mineralischen Düngern, sollte man die angegebene Dosierung in keinem Fall überschreiten, denn die leichtlöslichen Salze können schnell zu Verbrennungen oder Verätzungen des Wurzelwerks führen. Nicht die Pflanze sondern der Boden wird gedüngt, so dass er ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist und der Pflanze zur Verfügung steht. Weiter zu beachten ist, dass der Boden feucht genug und ausreichend gelockert ist. Ansonsten können sich mineralische Düngemittel, die hohe Konzentrationen der Düngesalze enthalten, negativ auf die Wurzeln auswirken. Sie sollten bei extremen Temperaturen oder langen Trockenperioden nicht düngen!
Weitere Pflegemaßnahmen...

Sind die Pflanzen erstmal gesetzt, so beschränken sich die Pflegemaßnahmen auf nur wenige Handgriffe. Ganz ohne Betreuung dürfen diese anspruchslosen Gewächse aber nicht bleiben, wenn man ihre Blütenpracht so lang wie möglich geniessen möchte.

Richtig Gießen...
Dank ihrer dicken Speicherorgane sind Zwiebel- und Knollenpflanzen an einen zeitweilen Wassermangel angepasst. Doch in der Wachstumszeit kommen sie jedoch nicht ohne zusätzliches Gießen aus, es sei denn es regnet...! Hier gilt es zwei Dinge zu beachten:
Alle Zwiebel- und Knollengewächse brauchen im Frühjahr zum Austrieb, bzw. nach der Pflanzung ausreichend Wasser. Da der Boden nach den winterlichen Regenfällen und Schneemassen noch genügend Feuchtigkeit gespeichert hat, muss im Frühjahr nur bei langer Trockenheit gegossen werden. Ebenso wichtig ist es, die Wassergaben langsam einzuschränken wenn die Pflanze verblüht ist, damit die Knollen vollständig ausreifen können.
Mulchen, Stützen und Rückschnitt

Um an dieser Stelle nicht in Wiederholungen zu verfallen möchten wir Sie dahin verweisen, wo Sie diese Informationen erhalten.

Mulchen: Gehölze: Pflege & Schnitt
Stützen: Stauden: Pflege & Schnitt
Rückschnitt: Stauden: Pflege & Schnitt

Überwintern
Nicht winterharte Zwiebel- oder Knollengewächse müssen spätestens im Herbst aus dem Boden genommen, gereinigt und in geeigneter Weise gelagert werden. Vor allem bei tropischen und subtropischen Arten ist dies erforderlich, wie z.B. Blumenrohr (Canna-Indica-Hybriden), Tagblume (Commelina tuberosa) oder Tigerblume (Tigridia pavonia). Die bedingt winterharten Sorten, wie z.B. Inkalilie (Alstroemeria), Schopflilie (Eucomis) oder Irisarten, sollten in rauen winterfeuchten Lagen ebenfalls herausgenommen werden um sie im Haus zu überwintern.
Aufnehmen ( Ausgraben )

Die Blütezeit bestimmt den richtigen Zeitpunkt des Aufnehmens. Bis in den Herbst hinein blühende Arten, wie z.B. Dahlien, werden erst im Oktober ausgegraben. Arten, bei denen die Blüte vorher zu Ende geht, können bis zum Herbst im Boden bleiben, man sollte jedoch die Stellen markieren, damit man auf der Suche nicht unnötig viel herumgraben muss. Graben Sie die Pflanzen am besten nach einigen trockene Tagen aus, damit Erde und Knollen etwas getrocknet sind, was die Säuberung erleichtert. Hierzu sticht man mit der Grabegabel sehr vorsichtig seitlich der Pflanzstelle tief genug in die Erde und hebt diese mit den Zwiebeln zusammen aus. Kleinere Zwiebeln können mit der Handschaufel ausgegraben werden.

Trocknen & Säubern....
Nach dem Herausnehmen werden Knollen und Zwiebeln von den gröbsten Erdresten befreit. Zum Trocknen sollte man sie nach Farbe und Sorte sortieren. Dabei wird gleichzeitig kontrolliert ob irgendwo Schimmel oder Fäulnis zu erkennen ist, welche man dann aussortiert und wegwirft. Geht es dabei um eine wertvolle Sorte, mit kleinen, befallenen Stellen, kann diese gereinigt werden und mit Holzkohlepulver eingestäubt werden. Diese müssen getrennt von den gesunden Pflanzen gelagert werden, um Übertragung zu vermeiden.
Fortsetzung...

Nach einigen Tagen an einem warmen und luftigen Platz zum Nachtrocknen, wird das welke Laub abgeschnitten, Erdreste, abgestorbene Zwiebelhüllen und alte tote Wurzeln (Wurzelbärte) entfernt, dabei nimmt man sie nochmals genau unter die Lupe.

Bei dieser Gelegenheit können Brutzwiebeln vorsichtig abgenommen werden. Diese werden am besten getrennt von den Mutterpflanzen gelagert, da sie im kommenden Jahr noch nicht blühen.

Einlagerung
Hierzu eignen sich Holzkisten, in die man eine dünne Schicht trockenen Torf, Sägespäne oder Sand füllt. Anschließend werden die Knollen hineingelegt, wobei man darauf achten soll, dass sie sich nicht berühren. Um Austrocknung zu verhindern, werden sie mit einer Schicht des Füllmaterials überzogen. Es empfiehlt sich, aus Maschendraht eine Abdeckung zu machen, um Mäuse etc. fernzuhalten und eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten. Der Lagerplatz sollte trocken, kühl, aber frostfrei und dunkel sein. Der Keller ist hier zu bevorzugen, wobei die Temperatur 10°C nicht übersteigen soll; also nicht im Heizungsraum, da sonst ein Frühaustrieb bewirkt wird. Auch hier bilden Dahlien die Ausnahme: sie müssen bei einer Temperatur von ca. 5°C gelagert werden, denn ab 7°C würden sie auch im Winterquartier austreiben.
Winterschutz im Freien

Ein guter Winterschutz ist erforderlich bei empfindlichen Arten, die im Freien überwintern und bei denen, die erst im Herbst gesetzt wurden. Dieser Schutz soll nicht nur vor einen Frühaustrieb bewahren, sondern verhindert auch Frostschäden an den Überdauerungsorganen. In der Regel wird etwas trockenes Laub über die Pflanzstelle geschichtet und anschließend mit Reisigzweigen festgesteckt, damit das Laub nicht vom Wind verweht wird. Das Laub muss spätestens dann entfernt werden, wenn die ersten Triebspitzen sichtbar werden, da sonst die Gefahr der Fäulnis droht.

Fortsetzung...
Damit äußerst empfindliche Blütenknospen, wie z.B. die des Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum), vor Spätfrösten noch etwas geschützt sind, können die Reisigzweige dagegen etwas länger liegenbleiben.

Ebenfalls als Winterschutz dient halb reifer Kompost, den man in einer etwa
10 - 15 cm starken Schicht aufträgt. Dieser dient nicht nur als Schutz, sondern wird im Frühjahr auch noch zum guten Dünger umgewandelt; braucht also nicht wieder abgetragen werden.
Die Gefahr der Winternässe...

Manche Arten sind weniger empfindlich gegen Frost als viel mehr gegen die winterliche Nässe, wie z.B. manche Irisarten, Inkalilien (Alstroemeria) und der Frühlingsstern (Triteleia). Um auch hier ein gutes Wachstum zu gewährleisten empfiehlt sich ein Pflanzplatz, der etwas erhöht liegt oder in Hanglage.
Ebenfalls als Schutz ist ein Folientunnel zu verwenden, wie er aus dem Gemüsegarten bekannt ist, um sie vor viel Niederschlag zu schützen. Hierzu werden Drahtbögen in den Boden gesteckt, die Folie darüber gezogen und seitlich mit Steinen beschwert.

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