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 BÄUME 

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Jungbaum: Pflanzung- und Erziehungsschnitt

Neben der fachgerechten Pflanzung (nicht zu tief, verletzungsfreie Verankerung, Stammschutz) ist hier ein Erziehungs- und Aufbauschnitt durchzuführen.
Wesentlicher Zweck dieser Schnittmaßnahmen ist die rechtzeitige Beseitigung von Fehlentwicklungen und damit die Unterstützung des Baumes in seiner Bemühung, ein stabiles, artgerechtes Kronengerüst aufzubauen.

Dabei handelt es sich meist nur um geringe Eingriffe, wie die Beseitigung von Konkurrenztrieben und von jetzt schon sichtbaren instabilen Trieben. Dabei ist vor allem der Leittrieb mit einem stufigen Aufbau zu fördern. Als stabile Äste sollten vor allem Äste mit einem weiten Öffnungswinkel gefördert werden, da steil nach oben oder nach innen wachsende Äste instabiler sind. Auch ist darauf zu achten, dass nicht zu viele, dicht aneinander wachsende, konkurrierende Äste vorhanden sind.

Erwachsener Baum: Kronenpflege
Bei dem heranwachsenden oder dem erwachsenen Baum sind in der Regel nur relativ geringe Eingriffe notwendig, die unter dem Begriff Kronenpflege zusammengefasst werden.

Bei dieser sind folgende Maßnahmen durchzuführen:
Beseitigung von Fehlentwicklung (Entfernen von sich kreuzenden oder reibenden Ästen, Konkurrenztrieben und Todholz bzw. Aststummeln). Auch ist auf die Einhaltung des Lichtraumprofils zu achten. Wesentlich bei der Kronenpflege ist, dass der erwachsene Baum in seinen Bemühungen unterstützt wird, ein stabiles Kronengerüst aufzubauen. Neben Zwieseln oder sich kreuzenden Ästen sind auch Drehäste oder nach innen wachsende Äste instabil, da sie leicht aufspalten bzw. später Reibung verursachen können.

Bei der Kronenpflege werden vorwiegend Äste im Schwachastbereich entfernt. Die Kronenpflege ist die häufigste baumpflegerische Maßnahme. Sie sollte an Straßen- oder Parkbäumen etwa alle acht Jahre durchgeführt werden, will man diese Bäume möglichst lange erhalten.

Altbaum: Kroneneinkürzung

Der Intensität des Eingriffes nach folgt auf die Kronenauslichtung eine Kroneneinkürzung. Diese soll der Definition entsprechend nur veranlasst werden, wenn die Bruch- oder Standsicherheit nicht mehr gegeben ist. In diesem Stadium ist zusammen mit dem Eigentümer abzuwägen, ob der Baum zu erhalten ist, da es sich bei dieser Maßnahme um einen drastischen Eingriff handeln kann, der aber nicht von vornherein abgelehnt werden darf.

Es gibt zahlreiche Fälle, in denen alte Bäume nur zu erhalten waren, indem eine Kronenreduzierung durchgeführt wurde. Auch übertriebene Vorsichtsmaßnahmen sind nicht notwendig. Wurde bei dem Baum von vornherein darauf geachtet, ein stabiles Kronengerüst aufzubauen, so kann anstelle einer Kronenreduzierung zunächst eine starke Kronenauslichtung durchgeführt werden.

Fortsetzung...
Wird eine Kronenreduzierung nachfolgend auf eine Kronenauslichtung durchgeführt, so kann die Krone in ihrem gesamten Habitus allmählich verkleinert werden. Bei regelmäßigen Eingriffen können Bäume unter bestimmten Umständen auch auf diese Art noch lange erhalten werden, wobei dann aber insbesondere auf die Erhaltung einer artgerechten Krone zu achten ist.

Kroneneinkürzungen sollten nur aus entsprechenden Gründen (Wiederherstellung der Verkehrssicherheit) vorgenommen werden. Sie sind in der Regel Maßnahmen, die nur beim Altbaum oder Schadbaum durchgeführt werden.

Den Definitionen der ZTV-Baumpflege entsprechend dürfen erst ab diesem Stadium Grob-Äste (mit Durchmesser über 5 cm) oder Starkäste (über 10 cm) entfernt werden.

Altbaum: Kronenauslichtung

Bei dem zunehmend älter werdenden Baum sind verschiedene Maßnahmen notwendig, die auch entsprechend der Intensität des Eingriffes gegliedert (der Reihe nach aufgeführt) werden können (Kronenpflege; Kronenauslichtung; Kroneneinkürzung; Einkürzung von Kronenteilen; Kronensicherung). Nach der Kronenpflege folgt die Kronenauslichtung.

Die Kronenauslichtung beinhaltet neben der bereits oben beschriebenen Kronenpflege Eingriffe im äußeren Kronenmantel. Zweck dieses Eingriffs ist neben der Beseitigung von zu dicht stehenden Ästen die Reduzierung der Kopflastigkeit. Der Habitus des Baumes darf durch eine Kronenauslichtung nicht verändert werden. Mit zunehmender Intensität wird in diesem Stadium bereits eine leichte Kronenentlastung durchgeführt.

Fortsetzung...
Bei bedenklicher Bruchfestigkeit der Baumkrone kann mit Hilfe einer mittleren (10%) oder starken (15%) Kronenauslichtung die Verkehrssicherheit wiederhergestellt werden. Besonders in diesem Stadium entscheidet sich auch das Können des Baumpflegers. Wird an einem gesunden und bruchsicheren Baum eine starke Kronenauslichtung durchgeführt, so ist die Folge eine starke, unerwünschte Bildung von Neuaustrieben, die einen hohen Folgeaufwand und damit hohe Kosten mit sich bringen. Bei einem nicht mehr gesunden und bruchgefährdeten Baum lässt sich die Wasserreiserbildung nur zum Teil durch einen habitusgerechten Kronenschnitt vermeiden.

Bei einem bruchgefährdeten Baum ist ein Pflegeintervall von 3-5 Jahren einzuhalten, will man den Baum erhalten. Eine starke Kronenauslichtung kann als Ersatz für eine Kronenreduzierung dienen oder kann ein vorbereitender Schritt für eine Kronenreduzierung sein. Die auf eine starke Auslichtung folgenden Neuaustriebe oder Wasserreiser können eventuell später für den Kronenaufbau benutzt werden.

Kroneneinkürzung
Die Kroneneinkürzung oder Kronenreduzierung ist eine Schnittmaßnahme, bei der die Krone in ihrer seitlichen Ausdehnung und Höhe so stark eingekürzt wird, dass Bruch- und Standsicherheit wieder gegeben sind. Einkürzungen werden aus statischen Gründen oder bedingt durch das Baumumfeld notwendig. Je nach Situation können Einkürzungen den Grob- und Starkastbereich betreffen. Kroneneinkürzungen sollten nur aus entsprechenden Gründen (Verkehrssicherheit) vorgenommen werden. Sie sind in der Regel Maßnahmen, die nur beim Altbaum oder Schadbaum durchgeführt werden.
Fortsetzung...

Die verbleibende Krone soll einen möglichst arttypischen Habitus behalten. Die Reduzierung seitlich und in der Höhe kann je nach Stärke des Eingriffs ca. 10-35 % betragen. Im günstigsten Fall wird die Kroneneinkürzung durch eine Kronenauslichtung vorbereitet (je nach Baumart 5-20 Jahre), damit im Kronenkern genügend Neuaustriebe vorhanden sind, die die Funktion der Krone übernehmen können. Schnittmaßnahmen wie die Kronenreduzierung sollten möglichst in kleinen Etappen erfolgen.

Kopfschnitt
Der Kopfschnitt ist funktional ein Formschnitt. Dabei werden Form und Größe massiv reguliert. Das Köpfen ist nur zulässig (= baumerhaltend), wenn schon beim jungen Baum begonnen und die Maßnahme kontinuierlich weitergeführt wird. Dabei werden dem jungen Baum direkt über den Knospen die Äste abgeschnitten. Der Durchmesser der Äste sollte nicht mehr als 5 cm betragen, im günstigeren Fall eher etwa 2 cm, um starke Verletzungen zu vermeiden.
Fortsetzung...

Sobald der Baum seine festgelegte Form erreicht hat, wird er auf dieses Grundgerüst regelmäßig zurückgeschnitten. Diese Arbeit muß fachgerecht und jährlich durchgeführt werden. Geeignet sind Baumarten wie Linden, Platanen, Catalpa und Rosskastanie. Bevor ein Baum geköpft wird, sollte die Notwendigkeit ausgiebig geprüft werden. Die wirtschaftlichen und biologischen Folgen müssen eingeschätzt werden. Die Stelle, an der die jeweils jungen Triebe wachsen, verdickt mit den Jahren. Dieser Kopf darf nicht verletzt werden.

Behandlung gekappter Kronen
Gekappte Kronen sind bis zum Erreichen eines möglichst artgerechten Kronenbildes und eines statisch stabilen Kronenaufbaus regelmäßig im Abstand von 2-3 Jahren nachzuschneiden. Dabei werden:
a) die Anzahl der Ständer entsprechend der Tragfähigkeit der Stämmlinge bzw. der Kappstellen reduziert,
b) die Ständer entsprechend ihrer Tragfähigkeit eingekürzt.

Diese Maßnahmen dienen dazu, die Verkehrssicherheit zu erhalten und eine artgerechte Krone zu formen. Wurde die Kappung erst einige Jahre zuvor durchgeführt, kann unter Umständen wieder eine artgerechte Krone aufgebaut werden bzw. der Baum in der Form eines Kopfbaums behandelt werden (aber mit dem Unterschied, dass die Kappstellen eine größere Verletzung haben).
Fortsetzung...

Ist die Kappung älter und in die Kappungsstellen bereits Fäule eingedrungen, bleibt meist nur der Ausweg, diese auch weiterhin regelmäßig (ein- oder zweijährig) zurückzuschneiden und die Triebe zurückzunehmen. Eine dieser Maßnahme ähnliche Behandlung ist auch als Folge eines Kronensicherungsschnittes durchzuführen bzw. als Folge eines jeglichen Stark-Astschnittes (sofern neben den Schnittwunden ein starker Neuaustrieb erfolgt).

Konsequenzen aus Schnittmaßnahmen entsprechend der Entwicklungsphase der Bäume
Wie erläutert sind fachgerechte Kronenschnittmaßnahmen Kronenschnitte, die entsprechend der Entwicklungsphase durchgeführt werden können. Der Wechsel von aufbauenden Maßnahmen zu sichernden Maßnahmen beginnt mit der Kronenauslichtung. Bei dieser hängt es aber wesentlich von der Stärke des Eingriffs ab, wie der Schnitt zu werten ist. Wird bei einem bruchgefährdeten Altbaum zu wenig Astmasse entnommen, kann die Bruchgefahr weiter bestehen.
Fortsetzung...

Wird bei einem nicht bruchgefährdeten Altbaum eine zu starke Kronenauslichtung durchgeführt, sind die Konsequenzen die Bildung von zahlreichen Neuaustrieben. Diese wiederum verursachen einen hohen Aufwand. Besteht bei einer Pappel eine gewisse Bruchgefahr, kann an dieser zunächst eine Kronenauslichtung vorgenommen werden, die durch die leichte Entlastung auch eine Vorbeugung gegen den Astbruch ist.


Die aufgezeigten Maßnahmen, wie ersichtlich, können entsprechend der Entwicklungsphase und des Schadzustandes eines Baumes auch ein etwaiger Pflegezeitraum und ein Kontrollzeitraum eingeschätzt werden. Deutlich wird dabei vor allem folgendes: jeder nicht der Entwicklungsphase entsprechende Kronenschnitt verursacht häufigere Kontrollen, häufigere Pflege und damit einen höheren Aufwand.

Die der Entwicklungsphase entsprechenden Schnittmaßnahmen erhalten somit einen Baum länger, da sie sich an seiner Entwicklung orientieren. Diese Schnittmaßnahmen können auch als fachgerechte Kronenschnittmaßnahmen bezeichnet werden.

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