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Allgemeines

Der Grund, warum man die Vermehrung von Bonsai betreibt, ist, dass man von Anfang an Einfluss auf das Wachstum nehmen kann um charakteristische Merkmale eines Bonsai hervorzuheben, die bei mancher Pflanze aus dem Gartencenter nicht vorhanden sind.

Natürlich braucht man oftmals viel Geduld bei der Vermehrung, bis man Resultate erzielt, die sich sehen lassen können. Aus diesem Grund werden ja oft ältere Pflanzen aus Baumschulen oder Gärtnereien ausgewählt und diese durch Schnitt und andere Techniken gestaltet, denn man möchte ja bald Freude an dem Ergebnis haben, obwohl ein echter Bonsai-Freund sich schon auf dem Weg zum Ziel freut, denn der Weg bringt die Vollendung, nicht die Vollendung selbst.


Die Vermehrungsmethoden
Der Samen
Die Aufzucht aus Samen dauert am längsten von allen Aufzucht-Methoden, allerdings kann man dafür den Bonsai von Anfang an individuell gestalten und erhält sehr schöne, individuelle Bonsai. Es dauert ungefähr 5 Jahre bis aus einem Samenkorn ein "richtiger" Bonsai geworden ist. Sie können mit Sämlingen auch Formen gestalten, die sonst nur schwer zu realisieren wären, wie zum Beispiel Kaskade, Halbkaskade, windgepeitschte Form.
Als Samen eignen sich selbstgesammelte Samen oder gekaufte "Bonsaisamen", die sie in Gartenmärkten bekommen können. Die Samen von Nadelgehölzen sollten vor der Aussaat mit einem Mittel gegen Pilzbefall gebeizt werden. Die Samen von Laubgehölzen benötigen 3-5 Monate, die von Nadelgehölzen 2-12 Monate zum keimen. Die beste Aussaatzeit ist das Frühjahr, allerdings kann man auch im Herbst aussäen. Ich habe alle meine Granatapfelbäume im Spätherbst gesät und großen Erfolg gehabt.

Zu beachten ist, dass man alle Nadeln, Triebe und Blätter im unteren Drittel entfernt, damit der Steckling nicht abfault sobald er in die Erde oder ins Wasser gestellt wird. Führen Sie einen sauberen Schnitt durch und stecken Sie den Steckling in ein vorher vorbereitetes Gefäß, anschließend wird vorsichtig gewässert, damit der Steckling nicht umfällt. Ein Schildchen mit Namen und Datum hilft Ihnen zu behalten, wann der Steckling gemacht wurde. Das Gefäß kommt ins Frühbeet oder ins ungeheizte Gewächshaus. Bis auf regelmäßiges Gießen benötigt der Steckling ein Jahr lang keine weitere Pflege.

Nach diesem Jahr sollte der Steckling beträchtlich gewachsen sein. Nun können Sie ihre Pflanze in einen größeren Topf oder ins Freiland umpflanzen um Stammverdickung und Verdickung der Äste zu erreichen. Dabei werden die längsten Wurzeln abgeschnitten, um ein verstärktes Wurzelwachstum anzuregen ( Bedenke: 2 Jahre Freiland entspricht 20 Jahren Topf!).

Der Steckling
Die nächste Möglichkeit zur Vermehrung ist das Stecken, wobei man einen Zweig, der leicht oder noch nicht verholzt ist, abschneidet und zum bewurzeln ins Wasser oder in die Erde steckt. Auch für diese Methode ist Geduld eine feine Eigenschaft, da man die Geschwindigkeit des Wachsens nun mal kaum beeinflussen kann. Doch schon bei der Wahl des Zweiges kann man die Basis für einen schönen Bonsai schaffen.

Die Samen sollten hell, aber nicht in die volle Sonne gestellt werden, die Temperatur sollte 20-25 °C betragen. Wenn Sie die Samen während der Keimzeit gut gepflegt haben, erhalten Sie nach einigen Monaten junge Pflänzchen, die Sie umtopfen müssen, sobald sie 3-5 Blattpaare entwickelt haben. Schneiden Sie bei dieser Gelegenheit die Pfahlwurzeln ab, damit ein schöner Wurzelballen entsteht. Nach einem Jahr können Sie dann mit dem Gestalten anfangen (Schneiden, Drahten), damit aus dem Sämling ein schöner Baum wird.

Zur Aussaat setzt man die Samen, die man 24 Stunden in warmem Wasser vorquellen lassen hat, in eine flache Schale, die unbedingt über ausreichende Wasserabzugslöcher verfügen muss. Die Samen werden nicht zu dicht gesät und je nach Art mit Erde überdeckt. Birkensamen dürfen nicht abgedeckt werden, da sie Licht brauchen, um zu keimen. Die Schale wird mit einer Folie abgedeckt, die Erde muss ständig feucht bleiben, darf aber nicht zu nass sein, da die Samen sonst verschimmeln.

Technik des Absenkens
Bei der Vermehrung durch Absenken wird der Trieb einer Gartenpflanze -zB. eines Strauchs- runter auf die Erde gezogen, dann fixiert und mit Erde bedeckt damit sie dann Wurzeln bilden kann. Haben sich nach einiger Zeit Wurzeln gebildet, kann Ihre neue Pflanze von der Mutterpflanze getrennt werden.

Vergessen Sie dabei nicht bei beiden Pflanzen die Schnittstelle mit Wundverschlussmittel zu behandeln um Pilzbefall zu verhindern. Vorteil dieser Methode ist, dass die Neupflanze die gleichen Eigenschaften hat wie die Mutterpflanze und schon einen stärkeren Stamm und Äste hat als eine Pflanze, die aus einem Sämling oder Steckling herangezogen wurde. Es ist eine sehr schnelle Methode an das Basismaterial für einen schönen Bonsai zu kommen.
Technik des Pfropfens

Da das Pfropfen für Anfänger und Hobbygärtner eine schwierige Methode ist, die meist nur von Berufsgärtnern praktiziert wird, möchten wir uns hier nur auf die Grundprinzipien des Pfropfens beschränken. Sollten Sie diesbezüglich dann noch fragen haben, so platzieren Sie Ihre Fragen in unserem Forum oder wenden sich direkt per E-Mail an uns.


Die Technik des Pfropfens wird besonders bei bestimmten Baumarten angewandt, wie zB. Kiefern oder auch Frucht- und Obstbäumen. Ein aus einem Samen gezogener Baum braucht lange Jahren bis er reif genug ist, Blüten und Früchte zu bilden; bei einem Apfel dauert es 15 bis 20 Jahre, wobei diese Bäume selten der Mutter gleichen und unattraktive Blüten und Früchte haben können. Ein gepfropfter Baum hat immer die Eigenschaften der Mutter und wird viele Blüten und Früchte tragen.

Der Teil des Baumes, der auf den Wurzelstock gepfropft wird, nennt man Reis. Um ein Gelingen des Pfropfens zu gewährleisten, müssen alle Kambiumschichten ( Kambium ist die grüne Schicht unter der Rinde ) des Reises und des Wurzelstocks genau ausgerichtet werden.
Mit einem sehr scharfen Pfropfmesser, Skalpell oder einseitigem Rasiermesser wird die Basis des Reises keilförmig zugeschnitten. Der Wurzelstock wird mit einem sauberen Schnitt gespalten. Anschließend wird das Reis in den gespaltenen Stengel eingepasst. Dann wird die Pfropfstelle mit Isolierband vom unbeschnittenen Teil des Wurzelstocks bis zum oberen Teil des Reises umwickelt. Man kann das Band nach einem Jahr entfernen.

Das Abmoosen
Diese Technik wird von Bonsai-Liebhabern dann angewandt, wenn man z.B. eine Pflanze aus dem Gartencenter hat, mit langem, kahlem Stamm aber interessanter Krone und das Ziel hat, diesen Stamm zu verkürzen. Die beste Zeit für das Abmoosen ist das zeitige Frühjahr.

Oder aber, man hat im Garten einen Strauch mit einem Ast von bestimmter Stärke, den man bewurzeln möchte um daraus einen Bonsai zu gestalten.

Im ersten Beispiel kann man, wenn die Pflanze in einem Topf steht, an der Stelle wo sich neue Wurzeln entwickeln sollen, ungefähr 1,5 mal den Durchmesser des Stammes, der Länge nach die Rinde entfernen. Also schneiden Sie mit einem scharfen Messer zwei kreisförmige Schnitte in die Rinde. Nun entfernen Sie die sich dazwischen befindliche Rinde. Dabei nicht vergessen, die Kambiumschicht zu entfernen.

Anschließend schneiden Sie einen Plastiktopf bis zur Mitte des Bodens auf. Dieser wird dem Stamm angepasst. Der Topf wird um den Stamm gelegt und mit Draht geschlossen. Danach mit einer gut wasserdurchlässigen Erdmischung auffüllen (z.B. Akadama) und gründlich wässern. Beachten Sie, dass die Erde immer feucht gehalten werden muss. Nach einigen Wochen den Topf entfernen, um das Wurzelwachstum zu prüfen. Wenn sich ausreichend Wurzeln gebildet haben, kann man den alten Wurzelballen entfernen.


Beim zweiten Beispiel geht man in der gleichen Weise vor, nur verwendet man keine Erde sondern Sphagnum-Moos, das um die Schnittstelle gewickelt und danach mit einer Manschette umschlossen wird. Diese Manschette soll von oben offen sein und nach unten eine Abflussmöglichkeit bieten.

Auch hier gilt: Immer feucht halten, damit sich Wurzeln bilden können. Der Baum sollte zu diesem Zeitpunkt nicht in Blüte stehen.
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