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Wissensdatenbank

Efeu (Hedera helix)

Bestimmungsmerkmale:

Efeu ist ein Kletterstrauch, der mit seinen Haftwurzeln Höhen bis zu 20 m erklimmen kann. Er windet sich oft an Bäumen empor, entzieht ihnen aber keine Nährstoffe, wie das bei einer Schmarotzerpflanze der Fall ist. Allerdings "würgt" der verholzende Efeustamm seinen Baum, was dazu führen kann, dass dieser im Laufe der Jahre eingeht. Die Blüten erscheinen von August bis Oktober und sind recht unscheinbar. Sie haben eine grünlich gelbe Färbung und stehen in halbkugeligen Dolden. Die dunkelblauen Beeren reifen erst im nächsten Frühjahr heran. Die Efeublätter sind immergrün, an nicht blühenden Trieben 3- bis 5-eckig gelappt, an den blühenden Trieben erscheinen sie birnbaumähnlich.

Standort und Verbreitung:

Efeu wächst in Parkanlagen, an Felsen und Mauern, man findet ihn wild in Buchen- und Eichenwäldern.
Er ist fast in ganz Europa zu Hause.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanze enthält vor allem im Fruchtfleisch ihrer Beeren giftige Saponine (Hederasaponin C) und stellt dadurch für Kinder eine Gefahr dar. Eine Vergiftung zeigt sich durch Übelkeit und Erbrechen, Reizungen von Magen und Darm sowie durch Kopfschmerzen. Bei Aufnahme größerer Mengen an Beeren erfolgen Brechdurchfälle und Krämpfe.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Die jungen Blätter werden in der Homöopathie bei Bronchialasthma, Erkrankungen von Nasenschleimhäuten sowie bei Gallenleiden verwendet. In der Kinderheilkunde nutzt man die Pflanze bei Keuchhusten.

Name:

Die Herkunft des Namens Efeu ist nicht eindeutig geklärt; eine Deutung verweist auf das lateinische Wort ibex für Steinbock, also Kletterer, die sich auch im althochdeutschen Wort ebah widerspiegeln soll. Klar dagegen ist die Herkunft des Gattungsnamens Hedera. Er leitet sich vom griechischen Wort hedra für sitzen ab und bezieht sich damit auf die Haftwurzeln, mit denen die Pflanze Halt (Sitz) findet.
Der lateinische Artname helix heißt windend.

Geschichtliches:

Efeu war im Altertum und in der Antike eine heilige Pflanze. Die alten Ägypter weihten mit Efeu ihren Osiris, die alten Griechen taten dies bei Bacchus, Demeter und Pan, um nur einige zu nennen. Auch spielte die Pflanze in der griechischen Mythologie eine Rolle. Die römischen Priester durften den Efeu nicht berühren, da die Angst bestand, sie würden von der Pflanze gefangengehalten und auch die Druiden der Kelten verehrten den Efeu als heilige Pflanze.

In der Antike und auch im Mittelalter war der Efeu aber auch eine wichtige Heilpflanze. Er wurde bei Krankheiten der Milz, bei Ruhr und Erkrankungen der Atemwege verwendet. Auch bei Rheuma und Gicht sowie bei Gelbsucht und Schwerhörigkeit und sogar gegen die Pest wurde die Pflanze eingesetzt. Hieronymus Bock empfiehlt Efeu vorsorglich bei Trunkenheit: "Fünff oder sechß körner ... / bewahren den menschen das er nit leicht truncken werde."

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Eibe (Taxus baccata)
Bestimmungsmerkmale:

Die Eibe ist ein immergrüner Nadelbaum, der eine Höhe von 20 m erreichen kann. Es gibt Bäume mit weiblichen sowie mit männlichen Blüten. Die männlichen sind gelb und stehen kätzchenartig in den Achseln der Nadeln, die weiblichen weisen nur eine Samenanlage auf. Die Eibe blüht von März bis April. Die giftigen Samen reifen im Herbst in einem erst grünen, später roten, fleischigen Samenmantel heran. Die Nadeln der Eibe sind weich und relativ breit.

Standort und Verbreitung:

Der Baum wächst in Laubmischwäldern und benötigt kalkhaltigen Boden. Man findet ihn auch häufig in Parkanlagen und Gärten. Sogar in der Nähe von Kinderspielplätzen ist die Eibe angepflanzt, was absolut unverständlich ist, da die Nadeln und Samen hoch giftig sind. Die Eibe hat ihre natürliche Verbreitung in ganz Europa, ist aber selten geworden, da sie früher ihres Holzes wegen in vielen Gegenden fast ausgerottet wurde.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Nadeln und Samen enthalten das herzwirksame Alkaloid Taxin, der rote Samenmantel ist giftfrei. Die Wirkung auf das Herz ist stärker als die der Fingerhutblätter. Die ersten Vergiftungserscheinungen beginnen bereits nach etwa einer Stunde. Es kommt zu Erbrechen, Durchfall, zu Schwindelgefühl, Leibschmerzen, zur Pupillenerweiterung und schließlich zu Bewußtlosigkeit. Außerdem verfärben sich die Lippen des Patienten rot, die Herzfrequenz beschleunigt sich erst, um sich danach immer mehr zu verlangsamen. Der Blutdruck sinkt ab, und es erfolgt oft schon nach 11 1/2 Stunden der Tod durch Herzstillstand.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Eine Essenz aus frischen Eibennadeln verwendet die Homöopathie bei Gicht, Lebererkrankungen, Rheuma und auch bei Blasenleiden und Hautkrankheiten.

Name:

Der Name Eibe entstand wahrscheinlich aus dem althochdeutschen Wort iwa für Bogen, weil die alten Germanen aus Eibenholz Pfeil und Bogen herstellten. Der Gattungsname Taxus leitet sich vermutlich vom lateinischen taxare für strafen ab, womit er auf die Giftigkeit der Pflanze verweist.
Der Artname baccata bedeutet beerentragend.

Geschichtliches:

In der Frühzeit wurden aus dem Holz der Eibe Pfahlbauten und Geräte hergestellt und auch in der Antike war der Eibenbaum bekannt. Dioscurides schreibt über seine Giftigkeit und behauptet sogar, dass Menschen, die unter dem Baum schliefen oder von seinem Schatten getroffen würden auf der Stelle sterben könnten. Plinius ist der selben Ansicht, er warnt außerdem davor, aus Eibenholzgefäßen zu trinken, da dies auch den Tod bringen würde.

Von den Kelten ist bekannt, dass sie mit Eibensaft ihre Pfeile vergifteten. Auch wurden die Eibennadeln früher zu so manchem Mord oder Selbstmord verwendet und zu Abtreibungszwecken benutzt, was natürlich oft Vergiftungen nach sich zog. Im Altertum spielte die Eibe im Totenkult sowie als Totenbaum eine Rolle, auch vor Blitzen und Dämonen sollte sie den Menschen schützen. Hieronymus Bock empfiehlt den Rauch der Eibe gegen Mäuse.

Das harte Eibenholz wurde im Mittelalter zum Schnitzen und zum Herstellen von Bögen verwendet. Das Holz war so begehrt, dass im 16. Jahrhundert Schonzeiten für den Baum erlassen wurden. Auch allerlei Zauber und Aberglauben wurde um dem Baum gesponnen.

Die Eibe ist geschützt!

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de
Einbeere (Paris quadrifolia)

Bestimmungsmerkmale:

Die Einbeere ist eine recht auffällige Pflanze. Sie trägt gewöhnlich 4 Laubblätter, die wie ein Quirl unter einer endständigen Blüte sitzen. In der Mitte der grünen Blütenblätter sitzt der blauschwarze Fruchtknoten. Daraus entwickelt sich ab August eine kirschgroße, ebenfalls blauschwarze Beere. Die Pflanze wird 15 - 30 cm hoch und blüht von Mai bis Juni.

Standort und Verbreitung:

Die Einbeere gedeiht in Laub- und Laubmischwäldern, auf grundwasserfeuchtem, nährstoffreichem Boden. Man findet sie in ganz Europa, außer in den westlichsten und südlichsten Gebieten. In den Alpen wächst die Pflanze bis zu einer Höhe von fast 1900 m.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Einbeere enthält giftige Saponine. Eine Verwechslung der blauen Beeren mit Heidelbeeren ist möglich, da beide Früchte gleichzeitig reif werden. Eine Vergiftung zeigt sich durch Übelkeit, Schwindel und Durchfall. Es kommt auch zur Pupillenerweiterung und zu Kopfschmerzen. Todesfälle sind nicht bekannt.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Die Einbeere ist heute medizinisch nicht mehr im Gebrauch. Früher war sie eine anerkannte Heilpflanze.

Name:

Der deutsche Name bezieht sich auf die eine Beere, welche die Pflanze hervorbringt. Weitere Bezeichnungen waren Pestbeere, Teufelsbeere, Sauauge und Kleine Tollkirsche. Der Gattungsname Paris entstammt der griechischen Mythologie, und zwar setzte man die Einbeere mit dem berühmten Erisapfel gleich, um den sich die Göttinnen Juno, Minerva, Venus und der Prinz Paris versammelten. Nach Paris erhielt die Pflanze dann ihren Namen. Der Artname quadrifolia heißt vielblättrig.

Geschichtliches:

Im Mittelalter benutzte man den Saft der Einbeere als Mittel gegen Pest sowie als Desinfektionsmittel und reinigte damit Dinge, die von Pestkranken berührt worden waren. Dies trug der Pflanze auch den Namen Pestbeere ein. Fälschlicherweise ging man davon aus, dass die einer Pestbeule gleichende Beere auch eine solche zu heilen vermochte.

Johannes Francke schreibt 1618: "Diß Beerlein ist von Gestalt wie ein Augapfel oder Äuglein anzusehen..." und er schließt daraus, dass "...zu den kranken und bösen Augen / ein sehr nützlich und heilsamb Kraut ist." Diese Einschätzung, nach dem Aussehen einer Pflanze auf deren Heilwirkung zu schließen (Signaturlehre), war im Mittelalter gebräuchlich. Früher verwendete man die Einbeere auch gegen Tollwut.

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)
Bestimmungsmerkmale:

Der Blaue Eisenhut hat dunkelblaue Blüten, die in einer dichten, endständigen Traube sitzen. Das obere Blütenblatt gleicht einem Helm und ist breiter als hoch. Die Laubblätter sind handförmig 5- bis 7-fach geteilt. Die Pflanze wird 50 - 150 cm hoch und blüht von Juni bis September. Eisenhut hat viele Unterarten und Züchtungen. Ein, in unseren Breiten vorkommender Verwandter ist der Wolfs-Eisenhut (A.lycoctonum), er blüht gelb.

Standort und Verbreitung:

Der Blaue Eisenhut wächst auf feuchten Weiden, Hochstaudenfluren und in höheren Berglagen. In den Alpen findet man die Pflanze bis zu einer Höhe von 2500 m. Er bevorzugt nährstoffreiche Böden und hat sein Verbreitungsgebiet in Mittel- und Westeuropa. Man findet ihn in den Pyrenäen und auch noch in Südskandinavien. Der Blaue Eisenhut und seine Zuchtvariationen sind auch beliebte Gartenpflanzen, wohl vielfach in Unkenntnis seiner starken Giftigkeit angepflanzt.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas. Er enthält vorwiegend in den Knollen, aber auch sonst in der ganzen Pflanze das stark wirksame Alkaloid Aconitin.
Schon wenige Gramm der Pflanze (entsprechend 3 - 6 mg Aconitin) können für einen Erwachsenen tödlich wirken. Das Gift ist auch in der Lage durch die Haut einzudringen. Somit sind insbesondere Kinder gefährdet, die beim Spiel Pflanzenteile abpflücken und verschlucken.

Vergiftungserscheinungen zeigen sich schon nach 10 - 20 Minuten. Zuerst tritt ein Kribbeln im Mund, in Fingern und an den Zehen auf. Es kommt zu Schweißausbrüchen und Erbrechen, starken Koliken und Durchfall. Die Körpertemperatur sinkt ab, die Atmung wird unregelmäßig, der Blutdruck sinkt, der Tod erfolgt durch Herzversagen oder Atemstillstand. Der Exitus erfolgt bei starker Vergiftung schon nach 30 - 45 Minuten. Der Patient ist die ganze Zeit bei vollem Bewußtsein und leidet stärkste Schmerzen.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Medizinisch wird der Eisenhut bei Nervenschmerzen, Rheumatismus, Herzbeutelentzündung und Rippenfellerkrankungen eingesetzt. Da die Dosierung mit Pulver, Tinktur und Salbe unsicher ist, verwendet man immer mehr das reine Aconitin. In der Homöopathie setzt man eine Tinktur aus Aconitum bei Bronchitis, Ischias und Herzbeutelentzündungen ein.

Name:

Der Eisenhut wurde auch Sturmhut, Helmgiftkraut, Mönchskappe und Kappenblume genannt. Diese Namen beziehen sich alle auf die Blütenform der Pflanze. Weitere Bezeichnungen waren Fuchswurzel, Wolfsgift und Teufelswurz. Der Gattungsname Aconitum kommt vom griechischen "en akoneios" und bedeutet auf schroffen Felsen wachsend, womit er auf das Vorkommen der dort heimischen Arten verweist. Der Artname napellus ist eine Verkleinerungsform von napus der Rübe und bezieht sich auf das Aussehen der Wurzel.

Geschichtliches:

In der griechischen Sage wird berichtet, dass der Eisenhut aus dem Speichel des dreiköpfigen Cerberus entstand, als dieser von Herkules aus der Unterwelt geholt wurde. Menschlicher und tierischer Speichel wurde damals für giftig gehalten, und je scheußlicher eine Kreatur war, um so giftiger galt auch ihr Speichel.

Im antiken Griechenland war es der Bevölkerung verboten den Eisenhut anzupflanzen, in den staatlichen Gärten indes wurde er allerdings gehalten. Dioscurides schreibt über den Eisenhut: "Derselbigen gebraucht man zum Wolfsfang, denn wenn man die Wurzeln in das rohe Fleisch steckt und die Wölfe das Fleisch mit den Wurzeln fressen, pflegen sie davon zu sterben." Von Plinius d.Ä. wurde der Eisenhut als pflanzliches Arsen bezeichnet. In der Antike und im Mittelalter waren Giftmorde mit Aconitin sehr häufig, es war damals das am meisten gebrauchte Mordgift.

Ein Giftanschlag auf den Propheten Mohammed im 7. Jahrhundert schlug fehl, da er den bitteren Geschmack sofort bemerkte. Er soll aber, so schreibt die Sage, 3 Jahre später dann doch an den Folgen des Giftes gestorben sein. Auch der römische Kaiser Claudius und Pabst Hadrian VI sollen mit Eisenhut vergiftet worden sein.

Aconitin wurde von vielen Kulturen als Pfeilgift gebraucht, so auch im 15. Jahrhundert von den Mauren während ihrer Kämpfe gegen die Spanier. Im alten Griechenland richtete man auch Verbrecher mit dem Gift hin, wobei Eisenhut nur den Delinquenten verabreicht wurde, die besonders schwere Verbrechen begangen hatten, da der Tod mit Aconitin besonders grausam ist.

Im Kräuterbuch des Tabernaemontanus lesen wir: "Es ist diß Kraut (vor allen anderen Gewächsen / das ärgste Gifft / dann es) also gifftig / daß auch der beste Theriak oder Mithridat* nichts dargegen schaffen kan / derowegen diejenigen / so diß Kraut im Garten wachsen haben / fleißig achtung geben sollen / damit diß gifftige und tödliche Kraut nicht unter andere Kochkräuter genommen werde / dann es den Menschen in kurzer Zeit ums Leben bringe." Mattioli beschrieb 1586 den Eisenhut damit, dass dieser "ein gewaltig tödlich Gifft sey, das sich fast mit keiner Artzney vertreiben läßt". Es wird auch berichtet, dass Roßhändler den Tieren die Pflanze zu fressen gaben damit diese schön feurig wurden.

Der Eisenhut ist geschützt!

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de
Engelstrompete, Trompetenbaum (Brugmansia spec.)

Dieser Text ist identisch mit "Stechapfel"

Bestimmungsmerkmale:

Die Engelstrompete oder Trompetenbaum fällt durch seine bis zu 20 cm langen, trichterförmigen Blüten auf. Die Farbe der Blüten ist entsprechend der Art oder Zuchtform weiß, gelb und rosarot. Er wächst als kleiner Baum und erreicht eine Höhe bis zu 2 m. Beim Trompetenbaum unterscheidet man folgende Arten: Brugmansia suaveolens, B. candida, B. sanguinea sowie innerhalb der Arten verschiedene Zuchtvariationen.

Der Stechapfel hat weiße, manchmal auch hellblaue Blüten, die 5 - 8 cm lang werden. Die Blüten beider Gattungen verströmen einen starken, betäubenden Geruch, der leichte Vergiftungserscheinungen hervorrufen kann. Die Blütezeit ist von Juni bis September. Im Herbst reift die walnußgroße, kastanienartige Frucht heran. Sie ist beim Stechapfel stachelig, beim Trompetenbaum ohne Stacheln und wird 5 - 7 cm lang. Ihre Farbe ist grün. Die Stechapfelfrucht enthält süß schmeckende, blauschwarze Samen. Die Laubblätter der Pflanze riechen unangenehm, sind buchtig gezähnt und werden bis zu 20 cm lang. Der Stechapfel erreicht eine Höhe von 30 - 100 cm.

Standort und Verbreitung:

Engelstrompeten wachsen als Zierpflanzen in Gärten und Parkanlagen. Stechapfel findet man auf Ödland, Schutt und an Wegen. Er benötigt lockeren, stickstoffhaltigen Boden. Sein Verbreitungsgebiet ist ganz Europa, er ist aber ziemlich selten.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanzen enthalten (S-)Hyoscyamin und in jungen Pflanzen auch geringe Mengen Scopolamin. Das Atropin, das sowohl in Stechapfel wie in Tollkirsche vorkommt, ist in Wirklichkeit eine Mischung aus (S-)Hyoscyamin und (R-)Hyoscyamin. Eine genauere Beschreibung zur Chemie finden Sie bei www.Giftpflanzen.com unter der Pflanzenbeschreibung der Tollkirsche.

Die Vergiftungserscheinungen sind denen des Bilsenkrautes und der Tollkirsche sehr ähnlich. Insbesondere Samen und Blüten stellen für Kinder eine große Gefahr dar, weil sie im unreifen Zustand süß und schmackhaft sind. 15 - 20 Samen gelten für Kinder als tödliche Dosis. Die Vergiftungssymptome sind stark erweiterte Pupillen (Glanzaugen), fehlendes Erbrechen, Trockenheit der Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich, woraus sich Schluck- und Sprachstörungen ergeben.

Hautrötung und Pulsbeschleunigung, wie sie bei einer Tollkirschenvergiftung typisch sind, können bei Vergiftung mit Stechapfel fehlen, da der Gehalt an Scopolamin höher und der Atropinanteil niedriger ist als bei der Tollkirsche. 2 - 4 Stunden nach der Giftaufnahme können starke Halluzinationen auftreten, die mitunter tagelang anhalten.

Starke Vergiftung führt zu motorischer Unruhe des Patienten, zu Weinkrämpfen und Rededrang sowie zu Raserei und Tobsuchtsanfällen, ferner erfolgt Bewußtlosigkeit und narkoseähnlicher Schlaf. Der Tod tritt durch Atemlähmung ein. Familien mit Kindern sollten auf jeden Fall von dem Anpflanzen der Trompetenbäume absehen.

Vielfach entstehen Vergiftungen mit Stechapfel und Trompetenbaum dadurch, dass er als Teeaufguß oder auch geraucht als Rauschmittel eingenommen wird.
Experimentieren mit dieser Droge ist ausgesprochen leichtsinnig und gefährlich, eine „Dosierung“ der Pflanzenteile kann nie genau sein, da die Wirkstoffe in verschiedenen Pflanzen unterschiedlich sein können. Bitte vertraut keinen „Dosieranweisungen“. Der Rauschzustand ist oftmals ein Horrortrip, der nicht selten in der Psychiatrie endet. Die Chance an der Droge zu sterben ist natürlich auch gegeben.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Der Stechapfel wird gegen Asthma, in Form von Asthmazigaretten und als krampfstillendes Mittel verwendet.

Name:

Wegen der stacheligen Frucht erhielt die Pflanze ihren Namen. Weitere Bezeichnungen waren Igelkolben, Rauapfel, Tollkraut, Pferdegift, Donnerkugel (weil sie Gewitter abwehren sollte), Stachelnuss und Zigeunerkraut. Der Gattungsname Datura ist eine Ableitung vom arabischen tatorah oder vom persischen tatula (tat = stechen), womit er sich auf die Stachelfrucht bezieht. Die Herkunft des Artnamens stramonium ist nicht gesichert. Möglicherweise stammt sie von den griechischen Worten strychnon, womit unser Solanum gemeint ist und monikon für rasend, also rasend machendes Solanum.

Geschichtliches:

Die Wirkungen der Stechapfelarten waren schon in der Antike bekannt. Theophrast warnt vor dem Gebrauch der Pflanze, indem er schreibt, dass schon, wer 3/20 einer Unze (4,2 g) zu sich nimmt, sich fühlen wird als hätte er den Teufel im Leib; bei doppelter Menge käme es zu Halluzinationen. Bei der dreifachen Menge verliere man den Verstand und beim Verzehr der vierfachen Menge erfolge der Tod. Plinius berichtet darüber, dass der Stechapfel als Speergift verwendet wurde. In Deutschland wurde die Pflanze erst im 16. Jahrhundert bekannt.

Tabernaemontanus warnt vor dem Gebrauch des Stechapfels: "...derowegen jederman sich solcher Aepfel enthalten soll / dann sie machen rasend / und wann man etwas zu viel gessen hat / so tödten sie." Die Pflanze diente als Mittel gegen Geisteskrankheiten, war Bestandteil der Hexensalben und wurde in "Liebestränke" gemischt. Über den "Liebeszwinger" schrieb ein deutscher Schriftsteller: "ein Mittel der Hurenwirte, schlimmer Mädchenverführer, entarteter Buhlerinnen und frischer Wollüstlinge".

Diebe benutzten Auszüge aus Stechapfel um Ihre Opfer zu betäuben und hinterher besser ausrauben zu können. Eine große Rolle spielte der Stechapfel auch im Aberglauben der Zigeuner, die wahrscheinlich entscheidend zu seiner Verbreitung bei uns beigetragen haben. Sie verwendeten ihn als Zauber- und Orakelkraut, aber auch als Arznei. 1762 wurde der Stechapfel durch den Wiener Hofarzt A. von Stoerck (1731 - 1803) in der Medizin eingeführt.

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Erbsenstrauch (Caragana arborescens)
Bestimmungsmerkmale:

Die gelben Schmetterlingsblüten sitzen an langen Stielen in den Blattachseln des Erbsenstrauches. Ihre Blütezeit ist von Mai bis Juni. Die Samen sehen aus wie Erbsen und reifen in einer 10 cm langen Hülse heran, die bei Berührung mit einem Knacken aufspringt und so die Samen fort schleudert. Die Laubblätter sind weich behaart und stehen paarweise gefiedert, die einzelnen Teilblättchen sind elliptisch geformt. Der Strauch wird 3 - 4 m hoch. Es gibt zahlreiche Zuchtvariationen der Pflanze.

Standort und Verbreitung:

Der Erbsenstrauch stammt ursprünglich aus Ostasien. Man findet ihn vorwiegend angepflanzt in Gärten, manchmal ist er aber auch verwildert. Die Pflanze stellt keine besonderen Ansprüche an Boden und Standort.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Wirkstoffe des Erbsenstrauchs sind nicht genau bekannt. Kinder sind gefährdet, wenn sie mit den knallenden Hülsen spielen und die erbsenähnlichen Samen dabei verschlucken. Die Blüten und Samen nutzte man früher als Notnahrung, so unter anderem als Zusatz zum Eierkuchenteig. Eine Vergiftung zeigt sich durch Brechreiz sowie durch Magen- und Darmentzündungen. Es ist daher abzuraten den Erbsenstrauch als Nahrungsmittel zu verwenden.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Der Erbsenstrauch wird medizinisch nicht genutzt.

Name:

Der Name des Strauches bezieht sich auf seine erbsenähnlichen Früchte. Der Gattungsname Caragana kommt aus der Mongolei, wo der Strauch seine Heimat hat. Übersetzt heißt das Wort "Schwarzes Ohr" und gemeint ist damit eine Fuchsart, die in den Gegenden lebt, wo auch der Erbsenstrauch vorkommt. In dem Artnamen arborescens steckt das lateinische Wort arbor für Baum, womit er sich auf die Wuchsform der Pflanze bezieht.

Geschichtliches:

Linne beschrieb den Strauch unter dem Namen Robinia caragana. Lamarck teilte den Erbsenstrauch 30 Jahre später von der Gattung ab und setzte Linnes Artnamen als neuen Gattungsnamen ein. Die Pflanze wird seit 1750 in europäischen Gärten angepflanzt.

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