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Wissensdatenbank

Echtes Geißblatt, Jelängerjelieber (Lonicera caprifolium)

Bestimmungsmerkmale:

Das Echte Geißblatt ist eine Kletterpflanze, die bis zu 4 m hoch wird. Die Blüten sind gelblich bis weiß, oft rötlich überlaufen und stehen zu sechst in Quirlen. Am Abend verströmen sie einen starken, wohlriechenden Geruch. Die Blütenquirle sitzen auf den oberen Blätter. Die gegenständigen Blätter haben eine elliptische Form, die oberen umwachsen kreisförmig den ganzen Stengel. Die Blütezeit ist von August bis September, im Herbst reifen die roten, erbsengroßen Früchte heran. Ähnlich ist auch das Deutsche Geißblatt (L.periclymenum).

Standort und Verbreitung:

Das Echte Geißblatt kommt aus Südosteuropa und findet sich bei uns vielfach als Gartenpflanze. Sie bevorzugt kalkhaltige Böden.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Für die Giftigkeit des Geißblattes sind wohl Saponine verantwortlich. Besonders Kinder sind gefährdet, wenn sie die roten Beeren zu sich nehmen. Vergiftung zeigt sich durch Erbrechen und Durchfall, die aber erst nach dem Verzehr größerer Mengen Beeren auftreten.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Das Echte Geißblatt wirkt schweiß- und harntreibend, wird aber heutzutage nicht mehr genutzt, da eine Dosierung ohne einhergehende Vergiftungserscheinungen nicht möglich ist.

Name:

Die Pflanze erhielt den Namen Geißblatt, da sie wie eine Geiß klettert. Den Gattungsnamen Lonicera gab ihr Linne im Andenken an den Arzt Adam Lonitzer (1528-1586), der ein bekanntes Kräuterbuch geschrieben hatte. Der Artname caprifolium bedeutet geißblattartig.

Geschichtliches:

Volksheilkundlich wurden die Blüten als harn- und schweißtreibendes Mittel eingesetzt. Man bereitete auch einen Sirup, der hustenstillend und galletreibend wirkte. Die Patienten erlitten allerdings leichte Vergiftungen, woraufhin sie sich übergeben mussten und dadurch Erleichterung verspürten.

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides)
Bestimmungsmerkmale:

Das Gelbe Windröschen trägt 1 - 2 gelbe Blüten mit jeweils 5 Blütenblättern. Darunter sitzen 3 bis zum Grund geteilte Hochblätter. Die Grundblätter entwickeln sich erst nach der Blüte. Die Pflanze blüht von März bis April und wird 15 - 30 cm hoch.

Standort und Verbreitung:

Das Gelbe Windröschen wächst in feuchten Laubwäldern, in Gebüschen und Auwäldern. Es bevorzugt grundwasserfeuchten, lockeren, kalkhaltigen Lehmboden und ist recht selten. Die Pflanze wächst von Südskandinavien bis Nordspanien und Mittelitalien.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Das Gelbe Windröschen enthält Protoanemonin, ein Gift das besonders Haut und Schleimhäute reizt und äußerlich Rötung der Haut und Blasen verursacht. Innerlich aufgenommen kommt es zu Störungen des Nervensystems, zu Reizungen und Entzündungen der Niere, sowie der Verdauungsorgane. Es tritt auch Erbrechen und Durchfall ein.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

siehe Busch-Windröschen

Name:

Der Gattungsname Anemone kommt aus dem griechischen und bedeutet Wind, womit er sich auf die leicht vom Wind verwehten Blütenblättchen bezieht. Darauf verweist auch der deutsche Name. Der Artname ranunculoides bedeutet hahnenfußähnlich.

Geschichtliches:

siehe Busch-Windröschen


Das Gelbe Windröschen ist geschützt!

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de
Weißer Germer (Veratrum album)

Bestimmungsmerkmale:

Die Blüten des Weißen Germers stehen in einer endständigen Rispe, die über 50 cm lang werden kann. Die Farbe der Blüten ist innen weiß bis gelblich und außen grünlich. Seine Blätter sitzen wechselständig, im Gegensatz zu dem ähnlichen Gelben Enzian, dessen Blätter gegenständig angeordnet sind. Sie haben eine breite elliptische Form und sind an der Unterseite behaart. Die Blätter verströmen einen starken Geruch und fallen auch durch ihre Bogennerven auf. Die Pflanze wird 50 - 150 cm hoch und blüht von Juni bis August.

Standort und Verbreitung:

Der Weiße Germer wächst auf Alpenwiesen und auf Hochstaudenfluren, er liebt feuchten, stickstoffreichen und etwas kalkhaltigen Boden.
Sein Verbreitungsgebiet ist Mittel- und Südeuropa.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Der Weiße Germer enthält Steroidalkaloide, wie Protoveratrin, Germerin und Veratramin. Die höchste Konzentration der Giftstoffe findet sich in der Wurzelknolle, aber auch die restliche Pflanze ist giftig. Je höher ihr Standort, je geringer ist übrigens ihr Wirkstoffgehalt. Als tödliche Dosis gelten für einen Erwachsenen 10 - 20 mg der Alkaloide, was etwa 1 - 2 g der Wurzeln entspricht. Eine Vergiftung durch den Weißen Germer, infolge Verwechslung mit dem Gelben Enzian ist schnell möglich.

Die Giftstoffe können über die Schleimhäute und durch die unverletzte Haut in den Körper eindringen. Die Vergiftungserscheinungen sind Kribbeln im Mund, erhöhter Speichel- und Tränenfluß, Niesreiz, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die Schleimhäute fühlen sich taub an, dieses Gefühl breitet sich über den ganzen Körper aus. Bei starker Vergiftung erfolgen Muskelzucken, Krämpfe und Kollaps. Der Tod kann nach 3 - 12 Stunden durch Herzstillstand und Atemlähmung eintreten. Die Vergiftungssymptome ähneln denen des Blauen Eisenhutes.

Die Alkaloide des Weißen Germers sind starke Nervengifte, die insbesondere auf die Nervenenden der Haut wirken. Daher rührt auch der Niesreiz, der bereits nach Aufnahme von 1/50000 g der wirksamen Stoffe entsteht.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Die Alkaloide des Weißen Germers wirken betäubend und blutdrucksenkend. In der Homöopathie findet eine Essenz aus der Wurzel Anwendung bei Darmerkrankungen, Brechdurchfall, Kreislaufschwäche, Asthma und Bronchitis. Sie wird auch bei Psychosen eingesetzt. Die Tiermedizin verwendet die Droge äußerlich als Läusemittel und setzt sie bei Krätze ein. Ferner findet sie Anwendung als Brechmittel und bei Muskelerkrankungen. Vergiftungen waren früher, bedingt durch unsachgemäße Anwendung, häufig.

Name:

Die Pflanze wird auch Nieswurz, Läusewurzel und Lauskraut genannt.
Im Althochdeutschen findet sich der Name germara für den Germer. Der Gattungsname Veratrum leitet sich wahrscheinlich von verare für wahr reden ab. Dies steht wohl damit in Verbindung, dass ein "beniestes Wort" auch ein wahres Wort sei, wie es das Sprichwort sagt (die Pflanze erregt, wie schon erwähnt den Niesreiz). Der Artname album bedeutet weiß und nimmt Bezug auf die Blütenfarbe.

Geschichtliches:

In der Antike verwendete man den Germer oft als Mordgift. Die Ärzte des Altertums wussten um seine Wirkung als Brech- und Niesmittel. Mit dem Gift des Weißen Germers wurden auch Pfeile präpariert. Auch im Mittelalter war die heilende, sowie die tödliche Wirkung der Pflanze bekannt. Man benutzte sie z.B. als Mittel gegen Cholera, Fallsucht, Wassersucht, Hüftleiden und auch gegen Zahnschmerzen.

Hieronymus Bock warnt vor dem Gebrauch der Pflanze, die damals noch Nieswurz genannt wurde: "Etliche Landtstreicher geben Nießwurz ... den leuten zu allerhand Presten inn Leib / wer nun nicht will gewarnet sein / der fahr hien / esse und drinck jmmer Nießwurz / ... ." Tabernaemontanus schreibt unter anderem: "Wann man die Fliegen vertreiben will / soll man Nieswurz in Milch sieden / und ihnen fürstellen / so viel dann darvon essen / sie müssen sterben: Dergleichen mit Mähl vermischet / und den Mäusen dargestellet / müssen sie auch sterben."

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Giftbeere (Nicandra physaloides)
Bestimmungsmerkmale:

Die Giftbeere hat eine hellblaue Blüte mit einem fünfkantigen, aufgeblasenen Kelch, in dem sich im Herbst eine braune Beere entwickelt. Die Pflanze wird ca. 1 m hoch, ihr Stengel ist kantig. Die Blätter sind eiförmig und am Rand buchtig-gezähnt. Sie blüht von Juli bis Oktober. Die Giftbeere ist, bis auf ihre hellblauen Blüten, der Judenkirsche sehr ähnlich.

Standort und Verbreitung:

Die Giftbeere stammt aus Peru und ist bei uns eingeschleppt worden. Teilweise findet man sie verwildert, aber auch als Zierpflanze wird sie in Gärten gehalten.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanze enthält in der Wurzel Tropinderivate, im oberirdischen Teil Steroidlactone. Die Beere ist ungiftig, allerdings können durch Drüsenhaare Steroidlactone auf sie übertragen werden. Die Vergiftungserscheinungen sind ähnlich denen der Tollkirsche, im allgemeinen aber schwächer (Schweißausbrüche, Übelkeit, Herzbeschwerden).

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Die Giftbeere findet keine medizinische Anwendung.

Name:

Die Pflanze erhielt ihren Namen der scheinbar giftigen Früchte wegen, im Prinzip ist der Name irreführend. Der Gattungsname Nicandra verweist auf den griechischen Arzt Nikandros, der Artname physaloides nimmt Bezug auf die blasenförmigen Früchte, die Ähnlichkeit mit denen der Judenkirsche aufweisen (physa = Blase).

Geschichtliches:

In Peru, woher die Giftbeere stammt, verwendete man die Beeren bei Blasen- und Nierenerkrankungen.

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de
Giftlattich (Lactuca virosa)

Bestimmungsmerkmale:

Der Giftlattich erreicht eine Höhe von 1,5 - 2 m und trägt gelbe Korbblüten, die zu 12 - 16 Stück einen Blütenstand bilden. Die Pflanze enthält einen weißen Milchsaft. Die Blätter sind eiförmig, von blaugrüner Farbe und haben in der Mitte ihrer Unterseite Stacheln. Der Blattrand ist spitz gezähnt.
Der Giftlattich blüht von Juli bis September.

Standort und Verbreitung:

Die Pflanze hat ihre Heimat im Mittelmeergebiet und wurde bei uns durch ihren Anbau als Heilpflanze eingeführt. Der Giftlattich wächst verwildert an steinigen, trockenen und warmen Stellen.
Sein Verbreitungsgebiet ist Süd- und Mitteleuropa.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

In der ganzen Pflanze, besonders aber im Milchsaft, finden sich verschiedene Giftstoffe, unter anderem Lactucin, Lactupicrin und Taraxasterol. Eine Vergiftung mit dem Giftlattich ist heutzutage selten geworden, früher kamen Vergiftungen häufig durch Verwechslung mit Salat vor. Die Vergiftungssymptome sind Schweißausbrüche, erhöhte Atem- und Pulsfrequenz, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Pupillenerweiterung. Der Vergiftete zeigt auch ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Bei Starker Vergiftung kann der Tod durch Herzstillstand erfolgen.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Der Milchsaft des Giftlattichs hat narkotische Eigenschaften. Er wird in der Homöopathie bei Schlaflosigkeit und Reizhusten verwendet.

Name:

Die deutsche Bezeichnung Lattich sowie der Gattungsname Lactuca haben ihren Ursprung im lateinischen Wort lac für Milch.
Der Artname virosa bedeutet, dass die Pflanze giftigen Saft führt.

Geschichtliches:

Im alten Griechenland wurde der Giftlattich zur Verfälschung von Opium benutzt und auch im alten Rom galt er als Beruhigungsmittel.
Die aus der Pflanze gewonnene Droge Lactucarium war ein anerkanntes Heilmittel, obwohl mit ihrer Verwendung auch oft Vergiftungen einhergingen. Früher wurde die Pflanze auch zusammen mit Bilsenkraut und Schierling in der Chirurgie als Betäubungsmittel verwendet.

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Giftsumach (Toxicodendron quercifolium)
Bestimmungsmerkmale:

Der Giftsumach wächst als Strauch, ist aber auch in der Lage mit seinen Haftwurzeln zu klettern. Er wird 2 - 3 m hoch. Seine Blüten sind grünlich-weiß und sitzen an blattachselständigen Rispen. Blütezeit ist von Juni bis Juli. Die Blätter sind dreigeteilt und haben lange Stiele. Die Einzelblättchen sind länglich herzförmig, haben im jungen Zustand eine rote Farbe und werden später dunkelgrün. Die Pflanze enthält einen gelblichen Milchsaft, der sich an der Luft schwarz verfärbt. Die Früchte sind erbsengroß und gelblich.

Standort und Verbreitung:

Der Giftsumach stammt aus Nordamerika.
Man findet ihn bei uns vorwiegend in botanischen Gärten, seltener ist er im Hausgarten anzutreffen.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanze enthält Urushiol, das bei Berührung schwere Hautentzündungen zur Folge hat. Nach einer ersten Berührung kommt es zu Rötung der Haut und die betroffenen Stellen fangen an zu jucken. Bei weiterem Kontakt breitet sich die Rötung innerhalb von 2 - 5 Tagen aus, der Patient wird von starkem Juckreiz gequält und es bilden sich Blasen. Nach Aufgehen der Blasen kann es zu Blutvergiftung kommen. Es dauert Monate, bis eine vollständige Heilung der Haut erfolgt.

Gelangt das Gift in die Augen, entzünden sich Binde- und Hornhaut aufs Schwerste, der Patient kann sogar erblinden. Eine innere Aufnahme des Giftes hat blutigen Durchfall und Koliken zur Folge, bei starker Vergiftung kann auch der Tod eintreten.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Eine Essenz aus den frischen Blättern wird in der Homöopathie bei Rheuma, Hexenschuß und Ischias angewendet.

Name:

Ein weiterer Name für die Pflanze ist Giftefeu. Früher bezeichnete man den Giftsumach und andere zur Gattung gehörende Arten mit dem wissenschaftlichen Namen Rhus toxicodendron. Toxicodendron ist heute der Gattungsname und heißt übersetzt Giftbaum (toxicon = Gift, dendron = Baum), die Bezeichnung kommt aus dem griechischen. Der Artname quercifolium bedeutet eichenblättrig, nimmt aber dabei Bezug auf die Form einiger amerikanischer Eichenblätter.

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Besenginster (Cytisus scoparius)(Sarothamnus scoparius)

Bestimmungsmerkmale:

Der Besenginster ist ein Strauch von 50 - 200 cm Höhe. Er trägt seine goldgelben Schmetterlingsblüten einzeln oder zu zweit in den Achseln der Blätter. Die Blüten fallen durch ihren eingerollten Griffel auf. Die dunkelbraunen Samen reifen in einer 3 - 5 cm langen, schwarzbraunen Hülse heran.

Die grünen Stengel des Besenginsters sind 4- bis 5-kantig und gerillt, die Blätter unten dreiteilig gefingert und oben ungeteilt.
Erwähnen möchte ich hier noch den Deutschen Ginster (Genista germanica), den Färber-Ginster (Genista tinctoria) sowie den Stechginster (Ulex euro-paeus), die Ähnlichkeiten mit dem Besenginster aufweisen und auch als giftig gelten.

Standort und Verbreitung:

Der Besenginster wächst vorwiegend auf Sandböden, auf Heiden, an Wegen und Kahlschlägen.
Sein Verbreitungsgebiet ist in Mitteleuropa. Man findet ihn bis Südskandinavien sowie bis Polen und Rumänien. Verschiedene Arten und Züchtungen wachsen als Ziersträucher in Gärten.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Besenginster enthält das Alkaloid Spartein, der Wirkstoff findet sich vorwiegend in Samen und Blättern und gilt als stark giftig. So sollte man Kinder warnen, mit den Samen und Blättern zu spielen oder sie gar zu verschlucken. Vergiftung zeigt sich schon nach dem Verzehr von 5 - 10 Samen. Es kommt zu Übelkeit sowie zu Beschwerden in Magen und Darm. Geringere Mengen des Giftes bewirken erhöhte Harnausscheidung sowie Erregung von Darm und Gebärmutter.

Bei größeren Dosen zeigt sich erhöhter Herzschlag und, bedingt durch die erhöhte Durchblutung der Herzkranzgefäße kann es auch zum Kreislaufversagen und dadurch zum Kollaps kommen. Deutscher Ginster, Färber-Ginster, Stechginster sowie verschiedene Zier-Ginsterarten enthalten das Gift Cytisin, das sich auch im Goldregen findet. Entsprechend stellen sich bei einer Vergiftung mit diesen Arten Erbrechen, Krämpfe, Lähmungen und Kreislaufstörungen ein.

Nach einer Steigerung des Blutdrucks kommt es zur Blutdrucksenkung und bei entsprechend starker Vergiftung zur Lähmung des Atemzentrums.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Besenginster findet Anwendung bei Herzrythmusstörungen und als Kreislaufmittel.
In der Homöopathie setzt man eine Essenz aus den Blüten bei Erkrankungen von Herzmuskel und der Herznerven ein. Spartein wird als harntreibendes Mittel sowie zur Einleitung der Geburt medizinisch genutzt. Auch als Gegengift ist Spartein wirkungsvoll. So sollen Schafe aus der Auvergne in Frankreich, die Besenginster gefressen haben, gegen Vipernbisse immun sein.

Name:

Die Pflanze wird auch Besenstrauch, Besenkraut und in Norddeutschland auch Brambusch genannt. Früher hat man aus den Zweigen Besen gefertigt, so erhielt der Strauch seinen Namen. Die Bezeichnung Ginster ist dem lateinischen Namen für diese Pflanze, Genista, entlehnt. Früher war Genista auch der wissenschaftliche Gattungsname. Der heute gültige Gattungsname Sarothamnus (griech. Besenstrauch) und auch der lateinische Artname scoparius (scopa = Besen) beziehen sich ebenfalls auf die Verwendung der Pflanze als Besenlieferant.

Geschichtliches:

Der Besenginster ist als alte Heilpflanze bekannt.
Dioscurides beschreibt die Pflanze Spartion, bei der es sich möglicherweise um Besenginster, sicher aber um eine ähnliche Art gehandelt hat. Die Pflanze wurde als abführendes Mittel, bei Hüftschmerzen und Angina verwendet sowie gegen Schlangenbisse empfohlen. Tabernaemontanus empfiehlt in seinem Kräuterbuch "Pfrimmen" bei Wassersucht, bei Steinleiden, zur Herzstärkung, Gelbsucht und vielem mehr. Der Färberginster wurde früher, wie schon der Name sagt, als Färbemittel verwendet.

Die Ginsterarten (Sarothamnus, Genista und Ulex) sind bedroht!

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Goldlack (Cheiranthus cheiri)
Bestimmungsmerkmale:

Der Goldlack ist eine 20 - 60 cm hohe Pflanze mit gelben, als Gartenpflanze auch mit orangen, roten und auch braunen Blüten. Sie sind 2 - 2,5 cm groß, duften stark und sitzen in Trauben endständig an der Pflanze. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.
Die Blätter des Goldlack sind schmal lanzettlich und behaart. Die Samen reifen in 4 - 9 cm langen, runden Schoten heran, die vom Stengel aufrecht abstehen.
Dem Goldlack ähnlich im Aussehen und in der Wirkung ist der Ackerschöterich (Erysimum cheiranthoides).

Standort und Verbreitung:

Der Goldlack wächst wild an Felsen und Mauern, vorwiegend in Südeuropa. Häufig findet man ihn in zahlreichen Variationen als Gartenpflanze.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Goldlack enthält ein ähnliches Gift wie der Rote Fingerhut, es handelt sich dabei um Herzglycoside, die in der ganzen Pflanze, vorwiegend aber in den Samen zu finden sind. Eine Goldlack-Vergiftung gleicht somit auch einer Vergiftung mit dem Fingerhut. Der Patient leidet unter Erbrechen sowie unter Herzrythmusstörungen.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

In der Volksheilkunde nutzte man die Pflanze als abführendes und herzstärkendes Mittel. Die Droge wurde auch bei Lebererkrankungen verwendet.

Name:
Der Name Goldlack bezieht sich wohl auf die Blütenfarbe der Pflanze.
Den Gattungsnamen Cheiranthus wie auch den Artnamen cheiri gab man dem Goldlack, da er seines Geruchs wegen gerne in die Hand genommen wird (cheir = hand, anthos = Blume). Möglicherweise stand auch das arabische Wort kairi bei der Namensgebung Pate, was so viel wie wohlriechende Pflanze bedeutet.

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de
Goldmohn (Eschscholzia californica)

Bestimmungsmerkmale:

Der Goldmohn trägt leuchtend gelb-orange Blüten mit 4 Blütenblättern. Die Blätter bestehen aus schmalen linealischen Abschnitten und haben eine blaugrüne Farbe. Die Pflanze wird 30 - 60 cm hoch und blüht von Juni bis Oktober. Die Frucht ist eine 10 cm lange Schote, deren beide Hälften aufspringen und so für die Verbreitung der Samen sorgen.

Standort und Verbreitung:

Der Goldmohn stammt aus Kalifornien, wächst aber bei uns fast ausschließlich als Zierpflanze in Gärten.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanze enthält Protopin und Eschscholzin. Eine Vergiftung zeigt sich durch Erbrechen, und Magenbeschwerden mit Durchfall.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Goldmohn ist heutzutage Bestandteil in pflanzlichen Beruhigungsmitteln.

Name und Geschichtliches:

Ihren Namen erhielt die Pflanze wegen der leuchtenden gelben Blüten. Den Gattungsnamen Eschscholiza bekam der Goldmohn in Erinnerung an den Zoologen Eschscholtz, der mit dem Dichter Adalbert Chamisso zusammen auf einer Weltumseglung im Jahre 1815 die Pflanze in Amerika entdeckte. Der Artname weist auf das Herkunftsland hin. Seine Herkunft ist, wie der Name schon sagt Kalifornien, wo er an Wegrändern und auf Ödland häufig anzutreffen ist und oft große leuchtende Felder mit seinen schönen Blüten bildet.

Dieser Anblick muss bei den ersten weißen Siedlern in Amerika einen so großen Eindruck hinterlassen haben, dass sie das Land “land of fire” (Land des Feuers) nannten.

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Goldregen (Laburnum anagyroides)
Bestimmungsmerkmale:

Der Goldregen wächst als Strauch und erreicht eine Höhe von 5 - 6 m, mitunter wird er auch über 15 m hoch. Seine gelben Schmetterlingsblüten sind etwa 2 cm groß und hängen in etwa 30 cm langen Trauben. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.
Die Blätter sind dreiteilig gefiedert, die Einzelblättchen haben eine längliche, elliptische Form und ähneln Kleeblättern. Die dunkelbraunen bis schwarzen Samen entwickeln sich in einer grünen, bohnenähnlichen Fruchthülse, die etwa 6 - 8 cm lang wird, sich aber später braun verfärbt. Der Goldregen trägt keine Dornen.

Standort und Verbreitung:

Die Pflanze hat ihre natürliche Verbreitung in Süd- und Südosteuropa. Bei uns wächst der Strauch fast ausschließlich angepflanzt in Gärten und Parks. Dort findet man oft Bastarde des Goldregens. Er bevorzugt lockeren, kalkhaltigen Boden.
An Kinderspielplätzen sollte der Goldregen seiner starken Giftigkeit wegen niemals angepflanzt werden.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanze enthält als Hauptalkaloid den Wirkstoff Cytisin. Die höchste Konzentration an Giftstoffen findet sich in den Samen. Vor allem Kinder sind gefährdet, die beim Spiel Samen verschlucken oder an den Blüten saugen. Als tödliche Dosis gelten 3 - 4 Schoten, entsprechend 15 - 20 Samen. Nach bereits 3 eingenommenen Samen beginnen die ersten Vergiftungserscheinungen, die bereits nach 1/4 Stunde auftreten können.

Diese zeigen sich durch Übelkeit, Erbrechen (teilweise blutig und mitunter stundenlang), Brennen in Mund und Rachen sowie Magenbeschwerden. Der Patient leidet unter Schweißausbrüchen, Schwindelgefühl und Kopfschmerzen. Stärkere Vergiftung führt zu erhöhtem Herzschlag, Halluzinationszuständen, Muskelzucken, Bewußtlosigkeit und Krämpfen.

Bei entsprechender Giftaufnahme tritt Tod durch Atemlähmung nach 1 - 9 Stunden, mitunter auch erst nach einigen Tagen ein. Der Giftstoff Cytisin wirkt somit zuerst erregend und danach lähmend auf den Organismus. Da nach der Giftaufnahme meist spontanes Erbrechen erfolgt und die Giftstoffe nur langsam aufgenommen werden, sind Vergiftungen mit tödlichem Ausgang zum Glück selten.
Eine Goldregen-Vergiftung ist mit einer Nikotin-Vergiftung vergleichbar.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

In der Allopathie wurde der Goldregen als Brechmittel gebraucht, sowie bei Neuralgien und Asthma eingesetzt. Ihrer Gefährlichkeit wegen gab man die Verwendung der Pflanze auf. Sie findet nur noch vereinzelt in der Homöopathie Anwendung bei Depressionen, Schwindelanfällen und Krämpfen, sowie bei krampfartigen Magen- und Darmerkrankungen.

Name:

Die Pflanze trägt mancherorts auch den Namen Bohnenbaum. Die Bezeichnung Goldregen kommt von den gelben hängenden Blütentrauben.
Der lateinische Gattungsname Laburnum nimmt Bezug auf das harte Holz des Strauches (alburnum = weißes Splintholz). Den Artnamen anagyroides erhielt der Goldregen, da er mit dem im Mittel-meergebiet heimischen Stinkstrauch Anagyris foetida Ähnlichkeiten aufweist.

Geschichtliches:

Der Goldregen wird seit dem 16. Jahrhundert in unseren Breiten angepflanzt.

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Gottesgnadenkraut (Gratiola officinalis)

Bestimmungsmerkmale:

Das Gottesgnadenkraut hat weiße, 1 cm lange Blüten, die an Stielen aus den Achseln der Blätter entspringen. Die Blüten sind mitunter auch gelblich oder rötlich überlaufen. Der hohle Stengel ist oben vierkantig, die Blätter sitzen halb stengelumfassend und kreuzweise gegenständig angeordnet. Sie haben eine lanzettliche Form, sind etwa 5 cm lang und am Rand gezähnt. Die Pflanze wird 20 - 40 cm hoch und blüht von Juni bis August.

Standort und Verbreitung:

Die Pflanze braucht feuchten, sumpfigen Boden und ist durch Trockenlegung stark dezimiert worden. Sie gedeiht an Ufern, auf Sumpfwiesen und an Grabenrändern. Das Gottesgnadenkraut ist sehr selten und vom Aussterben bedroht.
Verbreitungsgebiet sind die Ebenen Mitteleuropas und Asiens.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanze enthält als wichtigsten Inhaltsstoff das Elatericid, ein Cucurbitacinglycosid. Die Vergiftungssymptome sind Übelkeit, Erbrechen, Speichelfluss, Krämpfe, blutiger Durchfall und Störungen der Sehfähigkeit.
Es kann auch zu Entzündungen der Niere, zu Lähmung der Herztätigkeit und der Atmung kommen, wodurch der Tod eintreten kann. Da die Pflanze sehr selten vorkommt, sind Vergiftungen kaum zu befürchten.

Heilwirkung und medizinische Anwendung:

Das Gottesgnadenkraut ist eine alte Heilpflanze. Es wirkt harntreibend, abführend und herzstärkend. Man benutzte die Pflanze früher als Wurm- und Abführmittel, auch Schwangerschaftsabbrüche wurden mit ihr vorgenommen. Die erzielten Wirkungen kamen allerdings oft durch Vergiftungen zustande.

Heute setzt man die Pflanze noch bei Lebererkrankungen und Gicht ein. In der Homöopathie verwendet man sie bei Nieren- und Blasenkatarrh sowie bei Darmkatarrh.

Name:

Die Pflanze wurde auch Gichtkraut, Laxier- und Nieskraut, Gottesgnade und Magenkraut genannt. Den Namen Gottesgnadenkraut bekam die Pflanze wohl ihrer heilenden Wirkung wegen.
Der Gattungsname Gratiola ist die Verkleinerungsform des lateinischen Wortes grata für Gnade und weist ebenfalls, wie auch der Artname officinalis, auf die Heilwirkung der Pflanze hin.

Geschichtliches:

Die Kräuterbücher des Mittelalters erwähnten alle die Heilwirkung des Gottesgnadenkrautes. Sie wurde in der Volksmedizin häufig eingesetzt.

Das Gottesgnadenkraut ist geschützt!

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