Waterkeep
...und Ihre Pflanzen sind glücklich.
Start  ≈  Waterkeep©  ≈  Enzyklopädie  ≈  Produkt-Info  ≈  Anwendungs-Anleitung  ≈  Referenzen  ≈  Shop  ≈  FAQ  ≈  Login
 HEIL & GIFTPFLANZEN 

Wissenswertes
GIFTIGE: Wildpflanzen von A-Z
›› A
›› B
›› C
›› D
›› E
›› F
›› G
›› H
›› I
›› J
›› K
›› L
›› M
›› N
›› O
›› P
›› Q
›› R
›› S
›› T
›› U
›› V
›› W
›› XYZ
GIFTIGE: Zimmerpflanzen von A-Z
›› A.
›› B.
›› C.
›› D.
›› E.
›› F.
›› G.
›› H.
›› I.
›› J.
›› K.
›› L.
›› M.
›› N.
›› O.
›› P.
›› Q.
›› R.
›› S.
›› T.
›› U.
›› V.
›› W.
›› X,Y,Z
Enzyklopädie
‹‹ zurück
Wissensdatenbank

Kaiserkrone (Fritillaria imperialis)

Bestimmungsmerkmale:

Die Kaiserkrone wächst aus einer Zwiebel und wird bis zu 1 m hoch. Sie entwickelt gelbe bis orangfarbene glockenförmige Blüten, die quirlständig unter einem Blattschopf hängen. Der kräftige Stengel trägt breite, lanzettliche Blätter.
Die Pflanze verströmt einen unangenehmen Geruch und blüht von April - Mai. Es gibt ca. 100 Arten der Fritillaria-Gattung auf der Welt.

Standort und Verbreitung:

Die Kaiserkrone ist ursprünglich in Persien beheimatet. Bei uns wird sie als Zierpflanze in Gärten angepflanzt.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanze enthält die Giftstoffe Imperialin und Fritillin, die höchste Konzentration findet sich in der Zwiebel. Die Vergiftungserscheinungen sind Übelkeit und Erbrechen, es kommt zu Krämpfen und zu Herz- und Kreislaufbeschwerden (Blutdruckabfall). Bei starker Vergiftung kann der Tod durch Herzstillstand eintreten.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Einige chinesische und japanische Fritillaria-Arten werden als Heilmittel genutzt.

Name:

Der Gattungsname Fritillaria kommt von dem lateinischen Wort fritillus und heißt übersetzt Würfelbecher. Die Bezeichnung nimmt Bezug auf die Form der Blüten. Der Artname imperialis bedeutet kaiserlich und auch der deutsche Name beschreibt die wie Kronen hängenden Blüten.
Geschichtliches:

Verschiedene Arten wurden schon von Dioscurides erwähnt. Im Jahre 1590 brachten venezianische Kaufleute die Kaiserkrone aus Konstantinopel nach Wien.

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Kartoffel (Solanum tuberosum)
Bestimmungsmerkmale:

Die Kartoffel ist eine bis 1 m hoch wachsende Pflanze, die an ihren unterirdischen Ausläufern die Fruchtknollen entwickelt. Ihre Blüten erscheinen von Juni - August und haben eine weiße bis violette Farbe mit auffallend gelben Staubbeuteln. Die Blätter der Kartoffel sind unpaarig gefiedert, kleine und große Fiederblättchen wechseln sich ab. In grünen, kirschgroßen Beeren reifen die Samen heran.

Standort und Verbreitung:

Die Urform unserer Kartoffel stammt aus den südamerikanischen Anden. Sie ist einer unserer wichtigsten Grundnahrungsmittel und wächst selbst noch in Höhen von 2000 m, spezielle Züchtungen gedeien sogar noch am Rand der Polargebiete von Grönland.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanze enthält hauptsächlich in ihren oberirdischen Teilen den Giftstoff Solanin. Die höchst Konzentration findet sich in den unreifen Samen. Die Kartoffelknolle weist gewöhnlich nur einen sehr geringen Anteil an Solanin auf, der obendrein beim Kochen zerstört wird. Allerdings steigt der Giftgehalt in keimenden und grünen Kartoffeln an. Eine Gefahr für Kinder stellen die unreifen Beeren dar.

Die Vergiftungserscheinungen sind starke Reizungen der Schleimhäute, so kommt es zu Kratzen im Mund, Erbrechen und Durchfall. Die so hervorgerufenen Entzündungen des Magen-, Darmbereichs können 24 Stunden andauern. Das Solanin ist auch in der Lage die roten Blutkörperchen aufzulösen. Bei starker Vergiftung leidet der Patient unter Krämpfen und Lähmungen, die Körpertemperatur sinkt, es kann auch zum Tod durch Atemlähmung kommen. Das Solanin ruft auch Ausschläge auf der Haut hervor. Starke Vergiftungen sind zum Glück selten, da die Giftstoffe meist spontan erbrochen werde.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Kartoffelsaft wirkt krampflösend und hemmt die Magensäureproduktion. Medizinisch wird die Kartoffel heutzutage nicht mehr genutzt. Um so höher ist ihr Stellenwert in der Ernährung anzusetzten. Die Kartoffel enthält die Vitamine A, B1, B2, B6, C, E und K, ferner Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Vitamin C wird allerdings durch zu langes Kochen zerstört und die Mineralstoffe ausgeschwemmt, so liegt der Verlust an Vitaminen und Mineralstoffen bei Salzkartoffeln um 25 %. Kartoffeln haben sich auch als diätetisches Heilmittel bei Kreislauferkrankungen und Wasseransammlungen bewährt.

Name:

Unser deutsches Wort Kartoffel entstand aus der früheren deutschen Bezeichnung Tartuffel. Diese Bezeichnung stammt wiederum von dem Wort tartifole, einem aus Italien stammenden piemontesischen Dialekt und bezieht sich auf die Ähnlichkeit der Kartoffel mit Trüffeln. Weitere Namen für die Pflanze sind Erdapfel, Herdapfel, Erdbirne, Kantüffeln, Erdtoffel und Patätschen. Der Name Solanum ist eine alte lateinische Bezeichnung für die Pflanzen dieser Gattung. Der Artname der Kartoffel, tuberosum, bedeutet knollig.

Geschichtliches:

Die Wildform unserer Kartoffel stammt aus den Hochanden von Peru, Chile und Bolivien. Sie wurde dort schon von den Inkas als Nahrungsmittel genutzt. Im Jahre 1565 gelangte die Pflanze nach Spanien, um 1600 erreichten die Kartoffel Frankreich, England und Italien. Im Jahre 1630 wurde sie in Deutschland bekannt.

Die Kartoffel konnte sich als Nahrungsmittel erst nicht durchsetzten und wurde nur als Zierpflanze genommen. Erst 1789 wurde sie von Antoine-Augustin Parmentier (1737-1813) bei einer Hungersnot in Frankreich verbreitet. Die Sage berichtet, daß Parmentier eine List anwandte um die Kartoffelpflanze als Nahrungsmittel unter das Volk zu bringen. Er ließ nämlich die Kartoffelfelder einzäunen und Schilder anbringen, die das Mitnehmen von Kartoffelpflanzen verboten. Die Bauern stahlen die Pflanzen trotzdem, wie Parmentier es geplant hatte, und sorgten so für die Verbreitung dieses Nahrungsmittels.

Im Andenken an ihn gibt es heute noch Kartoffelgerichte "a la Parmentiere". In Deutschland wurde der Kartoffelanbau von Friedrich dem Großen entscheidend gefördert, was sie bei uns zum Volksnahrungsmittel machte.

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de
Kermesbeere (Phytolacca sp.)

Bestimmungsmerkmale:

Die Blüten der Kermesbeere sind grünlich bis weiß und stehen in dichten Trauben aus denen sich die dunkelroten bis schwarzen beerenförmigen Sammelfrüchte entwickeln. Die Blätter haben eine elliptische Form, die Pflanze wächst bis zu 2 m hoch. Die Blütezeit ist von Juli - August.

Standort und Verbreitung:

Die Kermesbeere ist aus Nordamerika zu uns gelangt. Man findet sie hier vorwiegend als Zierstrauch in Gärten, im Süden ist sie auch verwildert.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die gesamte Pflanze, vorwiegend aber die Wurzeln und die Samen enthalten Triterpensaponine. Die Beeren stellen für Kinder, insbesondere für Kleinkinder, eine besondere Gefahr dar. Bei Erwachsenen und älteren Kindern gilt eine Menge bis zu 10 Beeren als harmlos, für kleinere Kinder kann diese Menge aber schon giftig wirken. Als Vergiftungssymptome zeigen sich Erbrechen, Beschwerden im Magen- und Darmbereich, Durchfall und Krämpfe.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Pflanze findet in der Homöopathie Anwendung bei Grippe, Angina und Gelenkrheumatismus.

Name:

Der deutsche Name und der Gattungsname Phytolacca geben Hinweis auf die Verwendung des Saftes als Farbstoff, das griechische Wort phyton bedeutet Pflanze, lacca kommt aus dem italienischen und heißt Lack. Die deutsche Bezeichnung ist dem arabischen Wort kermes für rot entlehnt.

Geschichtliches:

Früher benutzte man den Saft zum Färben von Süßigkeiten und Wein. In der amerikanischen Volksheilkunde verwendete man die Pflanze als Rheumamittel, was allerdings oft zu Vergiftungen führte.

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
Bestimmungsmerkmale:

Der Kirschlorbeer wächst als Strauch 2-4 m hoch. Er hat weiße, 8 mm große, duftende Blüten, die in etwa 12 cm langen Trauben stehen. Die Blütezeit ist von April - Mai, mitunter auch noch mal im September. Von August - September entwickelt der Strauch seine fleischigen, ovalen (kirschähnliche) Steinfrüchte, die zuerst grün sind und sich später schwarz verfärben. Die Blätter des Kirschlorbeers sind ledrig - glänzend, dunkelgrün, haben eine längliche ovale (lorbeerähnliche) Form und werden 8-15 cm lang. Sie sind wintergrün und riechen beim Zerreiben nach Bittermandelöl.

Standort und Verbreitung:

Der Strauch ist in Westasien und Südosteuropa heimisch und wächst dort auch als Baum.
Bei uns findet man ihn als Zierstrauch in Gärten und Parkanlagen.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Vorwiegend Blätter und Samen des Kirschlorbeers enthalten blausäurehaltige Glycoside. Das Fruchtfleisch ist nahezu giftfrei. Vergiftungsgefahr besteht vornehmlich für Kinder, die Samen verschlucken. Eine Vergiftung zeigt sich zuerst durch Übelkeit, Erbrechen, Brennen im Mund und Reizungen von Magen und Darm.

Bei starker Vergiftung bewirkt das Gift Lähmungen des Atemzentrums. Der Patient leidet unter Schwächegefühl, Schwindel, Atemnot. Der Tod tritt durch Atemstillstand ein. 50 - 60 Steine, aber nur 10 bei Kindern stellen die tödliche Dosis dar.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Das Öl des Kirschlorbeers wirkt entkrampfend und wird bei Asthma und Keuchhusten eingesetzt.
Die Homöopathie verwendet die Pflanze bei Husten, Heiserkeit und Herzschwäche.

Name:

Der deutsche Name weist einerseits auf die kirschähnlichen Früchte, andererseits auf die lorbeerähnlichen Blätter des Strauches hin.
Der Gattungsname Prunus bedeutet im lateinischen Pflaume und geht auf das griechische prunos für Wilder Pflaumenbaum zurück. Diesen Gattungsnamen tragen auch Pflaumen, Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche, Schlehen und Mandeln.
Der Artname laurocerasus besteht aus den Worten laurus für Lorbeer und cerasus für Kirsche.

Geschichtliches:

Der Kirschlorbeer wurde schon im 16. Jahrhundert in Südeuropa und England als Zierstrauch angepflanzt.

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de
Klatschmohn (Papaver rhoeas)

Bestimmungsmerkmale:

Von Mai - Juni erscheinen die scharlachroten Mohnblüten. Sie sitzen einzeln auf langen, behaarten Stengeln. Die Blüten sind oft nach einem Tag wieder verblüht, und so sieht man die eiförmigen Fruchtkapseln schon während der Blütezeit.Die Laubblätter sind tief fiederteilig und gezähnt. Die Pflanze enthält einen weißlichen Milchsaft und wird 30 - 80 cm hoch.

Standort und Verbreitung:

Der Klatschmohn wächst auf Äckern, Wegen und auf Schuttplätzen. Er bevorzugt nährstoffreiche Lehmböden. Die Pflanze ist stark im Rückgang begriffen, dies liegt einerseits an der chemischen Unkrautbekämpfung, andererseits an besserer Saatgutreinigung. Lassen sie also die schönen Mohnblüten da wachsen, wo sie hingehören. Durch Abpflücken dezimieren sie den Klatschmohn nur noch mehr.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Der Milchsaft und die Samen enthalten das Alkaloid Rhoeadin. Der Klatschmohn kann im Prinzip nur Kindern gefährlich werden. Vergiftung zeigt sich durch Erbrechen, Krämpfe, Durchfälle und Schläfrigkeit.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Droge zeigt beruhigende und hustenstillende Wirkung.Sie wurde Kindern als Beruhigungsmittel gegeben und war Bestandteil von Brust- und Hustentees. Die Pflanze findet heutzutage so gut wie keine medizinische Anwendung mehr.

Name:

Den Namen Klatschmohn erhielt die Pflanze, da ihre Blüten im Wind aneinander klatschen. Das Wort Mohn kommt vom althochdeutschen mage, das wiederum seinen Ursprung im griechischen Wort mekon für Mohn hat. Ein weiterer Name der Pflanze ist Feuermohn; in der Mundart wurde er auch als Klatschrose, Blutblume, Wilder Mohn, Grindmagen und Paterblume bezeichnet.

Der Gattungsname Papaver stammt vom lateinischen Wort papa für Kinderbrei und vernum für echt. Mohnsaft wurde damals dem Kinderbrei zugesetzt, damit die Kleinen besser einschliefen. Der Artname rhoeas stammt von Dioscurides, der eine griechische Mohnart mit "mekon rhoeas" bezeichnete, er leitet rhoeas von rhoia für fliessen ab und bezog sich damit auf den Milchsaft, der bei Verletzung der Pflanze austritt.

Geschichtliches:

Der Klatschmohn war schon in der Jungsteinzeit als Heilmittel bekannt. Er soll als Grabbeilage in ägyptischen Gräbern gefunden worden sein, im Orient war die Pflanze als Hustenmittel verwendet.
Dioscurides beschreibt verschiedene Mohnarten und unterscheidet sie auch in ihren Wirkungen.
Auch Hieronymus Bock beschreibt in seinem Kräuterbuch die "Klapper Rosen" und empfiehlt sie als Schlafmittel, bei Leber- und Milzleiden, Seitenstechen, Leibschmerzen, gegen Frauenleiden, bei Schmerzen der Augen und vieles mehr. Die Pflanze soll auch als Gegengift wirken: "Klapperrosen ... in Wein gedruncken / zertheilet das eingenommen Gifft".

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Kornrade (Agrostemma githago)
Bestimmungsmerkmale:

Die Kornrade hat rote bis purpurfarbene (seltener weiße) Blüten mit 5 Blü-tenblättern. Unter der Blüte sitzt ein bauchiger Kelch dessen längliche Zipfel die Blüte um mehr als das doppelte überragen. Der Stengel ist filzig behaart und hat linealförmige Blätter, die sich paarweise gegenüberstehen. Die Pflanze wird 30 - 100 cm hoch und blüht von Juni - Juli.

Standort und Verbreitung:

Die Kornrade ist in letzter Zeit sehr selten geworden. Sie war auf Getreideäckern zu finden und wurde durch Unkrautvernichtungsmittel und Saatgutreinigung so stark dezimiert, daß sie nahezu ausgestorben ist. Sie hat ihre Heimat wahrscheinlich im östlichen Mittelmeergebiet und wurde durch den Getreideanbau in ganz Europa verbreitet. Samen der Kornrade werden in Gärtnereien angeboten, daher ist sie hin und wieder als Zierpflanze anzutreffen, was in gewisser Weise die Art erhält.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Kornrade enthält vorwiegend in den Samen Triterpensaponine.
Die Vergiftungssymptome sind Kratzen in Mund und Rachen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kreislaufstörungen. In schweren Fällen kann sogar der Tod durch Atemlähmung erfolgen.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Pflanze wurde in der Volksheilkunde bei Magenkatarrhen und Hautleiden angewandt, was allerdings oft zu Vergiftungen führte.
Heute findet sie keine medizinische Anwendung mehr.

Name:

Mit Rade wurde die Pflanze schon im Mittelalter bezeichnet. Weitere Namen waren Schwarzer Ackerkümmel, Rote Kornblume, Roggenrose sowie Kornnelke. All diese Namen weisen darauf hin, daß die Kornrade eine Ackerblume ist. Ihrer Giftwirkung wegen wurde sie aber auch Höllenkorn genannt. Der Gattungsname Agrostemma setzt sich zusammen aus dem griechischen Wort agros für Acker und stemma für Kranz, ein Hinweis, daß die Pflanze zum Winden von Kränzen benutzt wurde.

Der Artname githago weist auf die Ähnlichkeit der Kornradensamen mit denen des Schwarzkümmels hin, der den griechischen Namen gith trug.

Geschichtliches:

Früher, als die Kornraden noch ein häufiges Ackerunkraut waren, kam es durch Vermischung mit dem Korn nicht selten zu Vergiftungen.
Sie diente im Mittelalter aber auch als Arzneipflanze.
Hieronymus Bock erwähnte sie, wie auch Adam Lonitzer, der da schreibt: "Raden in ein Glaß gethan / mit Wein gesotten / und den getruncken / gut denjenigen / so schwerlich harnen. Raden in ein Tüchlein gethan / und für die Nase gehalten / benimmt den Schnupffen und Fluß des Haupts. Raden mit Essig gesotten / im Mund gehalten / benimmt das Zahnwehe."

In manchen Gegenden mischte die Bauern auch beim destillieren von Korn-branntwein die Kornradensamen dazu, da auf diese Weise mehr Branntwein gewonnen wurde, als aus reinem Roggen.


Die Kornrade ist geschützt!

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de
Echter Kreuzdorn (Rhamnus catharticus)

Bestimmungsmerkmale:

Der Echte Kreuzdorn ist ein Strauch oder kleiner Baum, der bis zu 5 m Metern hoch wachsen kann. Er trägt unscheinbare grünliche Blüten, aus denen die zuerst grünen, dann schwarzen Steinfrüchte reifen. Diese sind etwa erbsengross und schmecken süsslich bitter. Die Laubblätter sind eiförmig bis rundlich. Die Zweige laufen in einem Dorn aus. Weitere Arten aus unseren Breiten sind der Zwerg-Kreuzdorn (Rhamnus pumilus), der Alpen-Kreuzdorn (Rhamnus alpinus) und der Felsen-Kreuzdorn (Rhamnus saxatilis).

Standort und Verbreitung:
Der Echte Faulbaum braucht kalkhaltigen Lehmboden. Er wächst an Waldrändern und Hecken, im Mittelgebirge und in den Alpen bis zu 1200 m hoch. Er ist recht selten.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Nach der Einnahme von mehr als 20 unreifen Beeren, kann es bei Kindern zu schweren Magen- und Darmbeschwerden kommen.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die getrockneten reifen Beeren verwendet man als mildes Abführmittel. Die Wirkung des Kreuzdorns ist vergleichbar mit der des Faulbaums. Aus den frischen Beeren kann Saft gepresst werden, der früher zum Färben gebraucht wurde.
Kreuzdorn wird auch in der Homöopathie verwendet.

Name:

Alte Volksnamen waren auch Färberbeere, Amselbeere, Hirschdorn, Wegdorn und Amselkirsche. Häufig wird er auch als Purgier-Kreuzdorn bezeichnet (purgare, lateinisch für abführend) Da die Dornen mit den Ästen ein Kreuz bilden, erhielt der Strauch seinen Namen. Der botanische Gattungsname Rhamnus kommt von dem griechischen Wort rhamnos für Dornenstrauch. Der Artname catharticus stammt vom altgriechischen Wort katarthikos für reinigen.

Geschichtliches:

Der Kreuzdorn wurde seit dem 9. Jahrhundert in manchen Ländern als Heilmittel eingesetzt. In den alten Kräuterbüchern des Mittelalters wird er nur als Färbemittel erwähnt.


In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Bunte Kronwicke (Coronilla varia)
Bestimmungsmerkmale:

Die Bunte Kronwicke ist eine niederliegende bis aufsteigende Pflanze mit purpurroten Schmetterlingsblüten, die zu 10 - 20 Stück in einer Dolde stehen. Die Blütezeit ist von Juni - August. Der Stengel der Pflanze ist kantig und hohl. Die Blätter sind gefiedert und bestehen aus 11 - 25 einzelnen ovalen Fiederblättchen. Die Bunte Kronwicke entwickelt ihre Samen in einer 2 - 8 cm langen Hülse, die jeweils hinter den Samen eingeschnürt ist. Die Pflanze wird 30 - 80 cm hoch.

Standort und Verbreitung:

Sie wächst auf Halbtrockenrasen, an Wegrändern und trockenen Gebüschen in Mittel- und Südeuropa.
Die Bunte Kronwicke ist eine kalk- und wärmeliebende Pflanze.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Sie enthält herzwirksame Coronilla-Glycoside, ähnlich denen des Fingerhutes.
Eine Vergiftung zeigt sich durch Erbrechen, Durchfall und Krämpfe. Bei entsprechend hoher Giftaufnahme erfolgen fingerhutähnliche Vergiftungssymptome. Das Gift wirkt auf den Herzmuskel und es kommt bei dem Patienten zu Herzrhythmusstörungen, was letztlich zum Herzstillstand führen kann.
Ernsthafte Vergiftungen mit der Bunten Kronwicke sind relativ selten.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Pflanze wirkt herzstärkend und wurde früher homöopathisch angewandt. Heute findet sie keine Verwendung mehr, da man mit Digitalispräparaten bessere Wirkungen erzielt.

Name:

Der Gattungsname Coronilla weist, ebenfalls wie die deutsche Bezeichnung, auf die kronenförmig gestellten Blüten hin (lat.corona-die Krone).
Der Artname bedeutet veränderlich.

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de
Echte Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris, Anemone pulsatilla)

Bestimmungsmerkmale:

Die Echte Küchenschelle hat blau- oder rotviolett gefärbte, glockenförmige Blüten, mit gelben Staubblättern. Die Blütenblätter sind außen behaart und werden bis zu 4 cm lang. Die Blüten stehen immer einzeln und erscheinen von April - Mai.
Die Laubblätter der Pflanze entwickeln sich erst während der Blütezeit und sind 2 - 3fach gefiedert. Unterhalb der Blüte stehen 3 zerschlitzte, behaarte Hochblätter in Form eines Quirls. Die Echte Küchenschelle wird 5 - 40 cm hoch. Ähnlich in Aussehen und Wirkung ist die Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratenis).

Standort und Verbreitung:

Die Echte Küchenschelle wächst auf Trockenrasen, in trockenen Wäldern, Gebüschen und braucht warmen, kalkhaltigen Boden. Man findet sie in West-und Mitteleuropa, bis zu 1000 m Höhe. Küchenschellen werden auch oft als Zierpflanzen in Gärten gezogen.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die gesamte Pflanze enthält das Gift Protoanemonin.
Dieser Wirkstoff verursacht äußerlich Hautreizungen, es kommt zu Schwellungen, Blasen und Entzündungen der betroffenen Hautpartien. Ähnlich ist die Wirkung auf die Schleimhäute in Mund und Rachen. Innerlich aufgenommen bewirkt das Gift Erbrechen, Störungen des Nervensystems, Magen- und Darmstörungen sowie Krämpfe und Entzündungen der Nieren.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

In der Homöopathie findet die Pflanze Anwendung bei Migräne, Depressionen, Muskel- und Gelenkrheumatismus sowie bei Menstruationsbeschwerden.

Name:

Die Pflanze wird auch als Kuhschelle und Gemeine Küchenschelle bezeichnet. Früher nannte man sie auch Wolfspfote, Bockskraut, Güggelblume, Hackerkraut und Schlotteblume. Küchenschelle ist die Verkleinerungsform des ursprünglichen Namens Kuhschelle. Die Herkunft des Namens ist fraglich, mit Küche hat die Bezeichnung sicherlich nichts zu tun. Sicher ist hingegen, daß die Pflanze ihrer glockenförmigen Blüten wegen die Bezeichnung Schelle bekam. Auch der Lateinische Gattungsname Pulsatilla weist darauf hin (Lat. pulsare - schlagen, läuten). Der Artname vulgaris bedeutet, daß die Pflanze allgemein bekannt ist.

Geschichtliches:

Schon die alten Griechen kannten die Wirkung der Küchenschelle, Dioscurides empfiehlt sie unter anderem bei Augenleiden und Geschwüren. Auch bei den Druiden war die Heilwirkung der Pflanze sehr hoch geschätzt. Hieronymus Bock schreibt, daß die "Kuchenschell" "ist gut wider die Pestilenz", "gifftiger Thier stich und biß" und, daß sie "Warzen und Flecken vertreibe".

Tabernaemontanus empfiehlt die Küchenschelle bei den gleichen Leiden, aber auch bei Fieber, zur Verhütung von Wassersucht und: "Kuchenschellenwasser in die Nase eingesupt / reinigt das Haupt und Hirn gewaltig von allem zähen Schleim und Unreinigkeit."

Im Mittelalter behandelten Bettler mit dem Saft ihre Arme und Beine, um mit den dadurch hervorgerufenen Entzündungen Mitleid zu erregen. Darüber schreibt der Apotheker Tabernaemontanus in seinem Kräuterbuch: "Die Landstreicher und Bättler, so aus Faulheit des Bätteln gewohnt, etzen ihnen die Schenkel mit diesem Kraut auf, womit sie die Leute betriegen."

Die Küchenschellen sind geschützt!

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

© 2019 by Waterkeep   -   Kontakt · Anfahrt · Datenschutzerklärung · Impressum