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Oleander (Nerium oleander)

Bestimmungsmerkmale:

Der Oleander wächst als Strauch und manchmal auch als kleiner Baum. Seine rosafarbenen Blüten stehen in Trugdolden und haben 5 Blütenblätter. Sie erscheinen von Juli - September. Die ledrigen Blätter haben eine lanzettliche Form und stehen gewöhnlich zu dritt in einem Quirl. Die Pflanze wächst bis zu 6 m hoch.

Standort und Verbreitung:

Oleander stammt aus dem Mittelmeergebiet und wird bei uns als Gartenstrauch und Kübelpflanze gehalten.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanze enthält das herzwirksame Glycosid Oleandrin. Die Vergiftungssymptome sind Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfälle und Krämpfe. Die Glycoside bewirken Herzrythmusstörungen, was bei entsprechend starker Vergiftung auch zum Tod durch Herzlähmung führen kann. Die Wirkung des Giftes gleicht dem des Roten Fingerhutes. Teilweise kommt es auch bei Berührung der Pflanze zu Hautreizungen.

Der Milchsaft kann durch Wunden in die Haut eindringen und so zu Vergiftung führen. Starke Vergiftungen sind selten, da die Pflanze einen stark bitteren Geschmack hat und die Giftstoffe daher schnell ausgebrochen werden. Trotzdem sollten es Familien mit Kindern vermeiden, den Oleander als Zierstrauch im Garten zu halten.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Oleander findet medizinisch Anwendung als Herzmittel. In der Homöopathie nutzt man seine Wirkung bei Schädigung und Schwäche des Herzmuskels, Angina pectoris, Ödemen sowie bei Magen- und Darmentzündungen.

Name:

Die Bezeichnung Oleander setzt sich zusammen aus olea für Ölbaum und andreios für kräftig. Der Gattungsname Nerium entstammt dem griechischen Wort nerion für nass und weist somit auf den Standort der Pflanze hin.

Geschichtliches:

Schon unter Alexander d. Großen muß die Giftwirkung des Oleanders bekannt gewesen sein. Es wird berichtet, daß die Pflanze den Zugtieren gefährlich geworden ist, nachdem sie von ihr gefressen haben. Auch Dioscurides weiß darüber zu berichten, daß die Pflanze: "... Mauleseln, Hunden, Eseln und vielen anderen vierfüßigen Tieren ein tödliches Gift sei." Er empfiehlt sie aber auch mit Wein getrunken gegen Schlangenbisse.

Auch Theophrast, Plinius und Galen beschrieben die Wirkung des Oleanders. In der mittelalterlichen Volksheilkunde benutzte man ihn gegen Parasiten und als Rattengift. Es wird auch berichtet, daß Soldaten Napoleons starben, nachdem sie Fleisch gegessen hatten, das auf Oleanderspießen gebraten war.

Oleander wird seit dem 16. Jahrhundert als Zierpflanze gehalten. Bei Tabernaemontanus lesen wir unter anderem: "Wann man mit diesem Kraut der Feldmäus Löcher zustopffet / so müssen sie sterben. Die Jäger schmieren auch die Pfeil mit diesem Safft die wilden Thier damit zu erlegen und tödten."

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Osterluzei (Aristolochia clematitis)
Bestimmungsmerkmale:

Die Osterluzei trägt ihre gelben Blüten zu 2 - 8 Stück in den Achseln ihrer Blätter. Sie ähneln einem Trichter und sind Fliegenkesselfalle. Kleine Fliegen werden von den Blüten angelockt, rutschen in den Trichter und bestäuben auf diese Weise die Pflanze. Die Blütezeit ist von Mai - Juni. Die Blätter sind herzförmig und der Stengel der Pflanze leicht gewunden. Sie wird 30 - 100 cm hoch.

Standort und Verbreitung:

Die Osterluzei wächst in Weinbergen, an Wegen und an Mauern, auch in Auwäldern ist sie zu finden. Sie braucht warmen, kalkhaltigen Boden. Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeergebiet und ist bei uns verwildert. Man findet sie nur selten.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die gesamte Pflanze, vor allem aber Wurzel und Samen enthalten Aristo-lochiasäure. Eine Vergiftung zeigt sich in Erbrechen sowie in Magen- und Darmbeschwerden. Es kommt auch zu Blutdrucksenkung und zur Pulsbeschleunigung. Bei starker Vergiftung kann Atemlähmung zum Tod führen. Vergiftungen mit der Pflanze sind allerdings kaum zu befürchten und auch nicht bekannt.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Osterluzei ist eine alte Heilpflanze. Sie wird zur Wundbehandlung und auch bei chronischen Geschwüren verwendet. Innerlich wirkt sie bei Menstruationsbeschwerden, bei Rheuma und Arthritis. Sie wurde zur Einleitung der Geburt verwendet, galt daher aber auch als Abtreibungsmittel wodurch leicht Vergiftungen möglich waren.

Name:

Der griechische Gattungsname Aristolochia setzt sich zusammen aus den Worten aristos für das beste und lockheia für Geburt. Er weist somit auf die Verwendung der Pflanze als Mittel zur Geburtsförderung hin. Die deutsche Bezeichnung der Pflanze ist aus dem griechischen Gattungsnamen entstanden. Der Artname clematitis stammt von dem griechischen Wort klema für Ranke und bezieht sich auf die Wuchsform der Osterluzei.

Geschichtliches:

Schon die Ägypter nahmen Pflanzen der Osterluzei-Gattung bei Schlangenbissen und ebenso Dioscurides, der die Pflanze auch als Geburtsmittel und bei Frauenleiden empfahl. Im Mittelalter beschrieb Hieronymus Bock dieselben Eigenschaften der Osterluzei und lobte außerdem ihre Wirkung als Wundheilmittel.

Bei Tabernaemontanus lesen wir unter anderem: "Es brauchen die Schmied diß Kraut gar sehr zu den schaden der Pferden. Wann ein Pferd verwundet / oder vom sattel gedruckt sind / sträuen sie diß Pulver von der Wurzel ein. ... Wo einer in scharffen Spreissen / Dorn / Nägel / und dergleichen getreten hätte / der netze Tüchlein in diesem Wasser / legs über / bringet den Schaden zu Eyter / und machet ihn ausschweren." Matthiolus schreibt über die Heilkräfte der Pflanze: "... sind gut für gifft und Pestilenz. Werden derhalbe auch dem Theriak* zugethan. Sie heylen auch die Schlangenbiss."

* damals übliches Gegengift

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de
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