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Sadebaum (Juniperus sabina)

Bestimmungsmerkmale:

Der Sadebaum ist ein Strauch, der gewöhnlich eine Höhe von 2 m erreicht. Er wächst aber auch als Baum und wird bis zu 12 m hoch. Die Pflanze bringt unscheinbare, weißlich Blüten hervor, die meist am Ende der Zweige sitzen. Blütezeit ist von April - Mai. Die Samen reifen in blauschwarzen, erbsengroßen Beerenzapfen heran. Die Blätter des Sadebaums sind im jungen Zustand nadelförmig und später schuppenartig. Die Pflanze verströmt einen starken Geruch, durch den man den Sadebaum gut vom dem sehr ähnlichen Wacholder (Juniperus communis) unterscheiden kann.

Standort und Verbreitung:

Wild wächst der Sadebaum in den Gebirgen Südeuropas, und in Deutschland kommt er in Südbayern vor. Gewöhnlich findet man die Pflanze als Zierstrauch in Gärten, Parkanlagen und auf Friedhöfen.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Besonders die Spitzen der Zweige enthalten ätherische Öle und das stark giftige Sabinen. Die Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, starke Entzündungen des Magen- Darmbereichs, verbunden mit blutigen Durchfällen und blutigem Urin. Bei entsprechend starker Vergiftung kommt es zu Krämpfen, zu Bewußtlosigkeit und nach 1 Tag zum Tod durch zentrale Atemlähmung. Auch äußerlich kann das Gift zu Hauterkrankungen und Blasenbildung führen.

Der dem Sadebaum sehr ähnlich Wacholder weist vergleichbare Wirkstoffe in seinen Zweigspitzen auf. Die zur Entwässerung genutzten Wacholderbeeren können in größeren Mengen genommen, Nierenschädigungen und auch Nierenversagen bewirken.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Die Homöopathie verwendet eine aus den Zweigspitzen bereitete Essenz bei Blasen- und Nierenerkrankungen sowie bei Koliken und Gicht. Sie findet auch Verwendung bei drohender Fehlgeburt.

Name:

Die Herkunft des Gattungsnamens Juniperus ist nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise stammt er von dem keltische Wort jenepru für dornig, rauh, seiner stacheligen Blätter wegen oder der Name leitet sich von den lateinischen Worten juvenis für jung und parere für gebären ab. Dies würde sich entweder, seiner immergrünen Blätter wegen auf sein jugendliches Aussehen beziehen, vielleicht aber auch darauf, daß die Pflanze unter den Römern als Abtreibungsmittel genommen wurde.

Einige deutsche Namen, wie Jungfernpalme, Jungfernrosmarin, Mägdebaum und auch Kindertod nehmen darauf Bezug. Der Artname sabina war schon unter den Römern gebräuchlich (herba sabina). Die Pflanze erhielt diesen Namen wohl deswegen, weil sie im Land der Sabiner oft als Heilmittel verwendet wurde. Weitere deutsche Bezeichnungen für diesen Baum waren Stinkwacholder, Stinkholz, Siebenbaum und Sebenbaum.

Geschichtliches:

Die Giftigkeit sowie die Heilwirkung des Baumes waren schon im Altertum bekannt. Dioscurides, Plinius und auch Galen berichteten in ihren Schriften vom Sadebaum. Auch Karl der Große kannte seine Wirkung und hat sie in seinem "Capitulare" beschrieben. Der Sadebaum galt damals Mittel gegen Warzen, man nutzte ihn als Wurmmittel, bei Gicht und Rheuma sowie zu Abtreibungen.

Von der Verwendung des Sadebaums als Abtreibungsmittel wußte Matioli zu berichten: "Die alten Hexen und Wettermacherin üben damit vil zauberey und abenthewer, verfüren darmit die jungen huren / geben inen Sevenbaumschüßling gepulvert ... / dadurch vil kinder verderbt werden."

Der Sadebaum ist geschützt!

In freundlicher Zusammenarbeit mit: www.botanikus.de

Echter Safran (Crocus sativus)
Bestimmungsmerkmale:

Der Echte Safran ist eine Zwiebelpflanze. Er trägt violette Blüten, mit 6 aufrechten Blütenblätter. Auffällig sind die orangegelben Narbenschenkel, die getrocknet das Safrangewürz ergeben. Die Blütezeit ist von September - Oktober. Die Laubblätter haben eine schmale lineale Form und sind dunkelgrün. Die Pflanze wird bis 15 cm hoch. Der ähnliche Gartenkrokus (Crocus albiflorus) blüht schon im Frühjahr, zeigt aber keine Giftwirkung.

Standort und Verbreitung:

Die Pflanze stammt aus Westasien und ist in Süd- und Mitteleuropa kultiviert und teilweise auch verwildert.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Narben enthalten Crocin und Picrocrocin, aus dem das Safranal, mit seinem typischen Geruch entsteht. Bei Kindern kann der Verzehr von Safran zu schweren, teilweise tödlichen Vergiftungen führen. Die Symptome einer Vergiftung sind zuerst kurze Erregung mit starkem Lachreiz, danach ein Stadium verminderter Reaktion.

Es kommt zu Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Herzklopfen, Erbrechen, Trübung des Bewußtseins sowie Sinnes-täuschungen. Der Patient verfällt in Trägheit, das zentrale Nervensystem wird gelähmt, schließlich erfolgt der Tod. Als tödliche Dosis liegt für Erwachsene bei 10 - 20 g, für Kinder deutlich darunter.

Eine übermäßige Anwendung von Safran als Gewürz und Färbemittel von Speisen (insbesondere Suppen, Soßen und Kuchen) kann ebenfalls zu Vergiftungserscheinungen führen. Selbst nach dem Einatmen des Blütengeruchs sind Kopfschmerzen, heitere Bewußtseinstrübungen, Lähmungen und Schlaf nicht ausgeschlossen.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Safran spielt im wesentlichen als Gewürz und als Lebensmittelfarbstoff eine Rolle. In der Homöopathie wird er noch bei Menstruationsstörungen und bei verschiedenen Krampfzuständen eingesetzt. Safran ist die teuerste Pflanzendroge. Zur Gewinnung von 1 Kilo Safran benötigt man etwa 15000 Blüten und 1 g ist noch in der Lage 100 Liter Wasser stark gelb zu färben.

Name:

Die deutsche Bezeichnung Safran stammt vom arabischen Wort safran oder safara für hervorragend, glänzend. Der Gattungsname Crocus entstand aus dem griechischen krokos für Faden, womit er auf die Blütennarben Bezug nimmt.
Der Artname sativus ist lateinisch und bedeutet angebaut.

Geschichtliches:

Safran wurde schon im berühmten Papyrus Ebers (ca. 1600 v. Chr.) genannt und auch in Bibel, nämlich im Hohelied Salomons, wird das Gewürz karkom erwähnt. Im alten Griechenland und auch in Rom kannte man die Pflanze und verwendete sie als Heil- und Färbemittel. Im alten Rom soll mit Safran der Randstreifen der Toga, die Kleidung des Magistrats, gefärbt worden sein.

Safran wurde auch verfälscht angeboten und der Käufer mit einer minderwertigen Droge betrogen. Dioscurides empfiehlt den Safran als Mittel um den Harn zu Treiben, bei Augenfluß und Frauenleiden. Er warnt aber auch vor seiner Giftigkeit. Auch Hieronymus Bock weiß über den Safran zu berichten: "Saffran ... dienet derhalben zu aller Schwachheit des Herzens / ... / jagt unnd ver-treibet das Gifft vom herzen / würt nit unbillich für die Pestilenz genüzt. Andere lehren wann Saffran mit süssem Wein gedrunken werd / soll die trunckenheit vertreiben."

Tabernaemontanus empfiehlt den Safran bei Erkrankungen von Leber, Nieren, gegen die Pest und als Mittel zur Geburtshilfe. Ferner schreibt er: "Kränz von Saffransblumen gemachet / und auf dem Haupt getragen / und daran gerochen / bringen den Schlaff." Und über Saffranwasser: "Diß Wasser wird auch zu andern geschwollenen gifftigen Wunden gebraucht / auch wider Biß und Stich gifftiger Thier / sonderlich den Schlangen ..."

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Sauerdorn, Berberitze (Berberis vulgaris)

Bestimmungsmerkmale:

Der Sauerdorn wächst als Strauch und wird 1 - 2,5 m hoch. Die kleinen gelben, duftenden Blüten hängen in Trauben. Ihre Blütezeit ist von Mai - Juni. Im Herbst reifen die länglichen roten Beeren heran. Die Laubblätter stehen in Büscheln und sind eiförmig. Die hellgraue Rinde des Strauches ist teilweise rötlich überlaufen, das Holz hat eine gelbliche Farbe. Ähnlich ist Thunbergs Berberitze (Berberis thunbergii), mit meist rot überlaufenen Blättern und knallroten Früchten. Diese Art findet man häufig als Zierhecke. Eine weiter Art, die als Zierhecke gepflanzt wird ist Berberis julianae mit blauen Früchten.

Standort und Verbreitung:

Wildwachsend findet man den Strauch, wenn auch selten, in Wäldern und Gebüschen. Sein Verbreitungsgebiet ist Süd-, Mittel- und Westeuropa.
Verschiedenen Arten gedeihen als Zierhecken in unseren Gärten.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Vorwiegend Blätter und Rinde enthalten das Alkaloid Berberin. Bei Aufnahme geringer Mengen kommt es zu Magenbeschwerden, stärkere Vergiftung zeigt sich in Erbrechen, Durchfällen, Benommmenheit und Nierenentzündung.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

In der Homöopathie findet der Sauerdorn Anwendung bei Leber- und Nierenerkrankungen sowie bei Rheuma.

Name:

Seines säuerlichen Beerengeschmacks sowie seiner Dornen wegen nannte man den Strauch Sauerdorn. Weitere Namen waren Spießdorn, Sauerachdorn, Dreidorn und Erbseldorn. Die Bezeichnung Berberitze und der Gattungsname Berberis stammen von dem arabischen Wort berberi für Muscheln, bezug nehmend auf die Form der Blütenblätter. Der Artname vulgaris bedeutet, daß die Pflanze häufig vorkommt.

Geschichtliches:

Der Sauerdorn war schon im Mittelalter bekannt und wurde in den Kräuterbüchern beschrieben. Man nutze ihn auch damals bei Lebererkrankungen, gegen Gelbsucht und Rheuma. Die Pflanze fand aber auch als Färbemittel für Wolle und Leder Anwendung.

Der Sauerdorn ist bedroht!

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Schachblume (Fritillaria meleagris)
Bestimmungsmerkmale:

Die Schachblume ist eine Zwiebelpflanze. Sie trägt eine glockenförmige, purpurfarbene Blüte mit auffälligem Schachbrettmuster auf ihren Kronblättern. Selten erscheint die Art auch mit weißen Blüten. Die Blätter der Pflanze sind linealförmig und haben eine graugrüne Farbe. Die Schachblume wird 15 - 35 cm hoch und blüht von April - Mai.

Standort und Verbreitung:

Die Pflanze gedeiht auf feuchten, teilweise überschwemmten Wiesen. Sie ist sehr selten geworden, da ihr durch Trockenlegung der Lebensraum entzogen wurde. Vielfach ist sie auch durch Ausgraben und Abpflücken ausgerottet worden.
Die Schachblume kann auch als Gartenpflanze gehalten, was in gewisser Weise zur Arterhaltung Beiträgt. Die Zwiebeln erhalten Sie in Gartenfachgeschäften und Gärtnereien.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Vorwiegend in den Zwiebeln finden sich giftige Alkaloide, unter anderem das Imperialin und Fritillin. Kinder, die von den Blumenzwiebeln essen, sind besonders gefährdet. Eine Vergiftung zeigt sich in Erbrechen, Krämpfen, Kreislaufbeschwerden (der Blutdruck fällt ab), in besonders schweren Fällen auch Herzstillstand. Im gekochtem Zustand verliert die Zwiebel ihre Wirkung.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Pflanze findet keine medizinische Anwendung.

Name:

Ihres Schachbrettmusters auf den Blüten wegen erhielt die Pflanze ihren Namen.
Auf die gefleckten Blüten bezieht sich auch der deutsche Name Kiebitzei und der Artname meleagris. Er kommt von dem griechischen Wort für Perlhuhn, dessen geflecktes Gefieder an die Blüten der Schachblume erinnert. Der lateinische Gattungsname Fritillaria bedeutet Würfelbecher und bezieht sich auf die Blütenform (fritillus - Würfelbecher).

Die Schachblume ist geschützt!

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Gefleckter Schierling (Conium maculatum)

Bestimmungsmerkmale:

Die weißen Blüten des Gefleckten Schierlings haben 5 Blütenblätter und stehen in Dolden, die aus 7 - 15 Strahlen bestehen. Am Grund der Dolden sitzen zahlreiche Hüllblättchen. Die Pflanze blüht von Juni - August und entwickelt graugrüne bis bräunliche, gekerbte Früchte. Die Laubblätter sind 2 - 3fach gefiedert, ihre Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite graugrün gefärbt. Die einzelnen Blattabschnitte sind grob gezähnt.

Der Stengel des Gefleckten Schierlings ist hohl, fein gerillt und bläulich bereift. Im unteren Bereich ist der Stengel rot gefleckt. Die Pflanze wird 1 - 2 m hoch und riecht unangenehm nach Mäuseharn. Eine Unterscheidung des Gefleckten Schierlings mit anderen Doldengewächsen ist für den Laien recht schwierig. So ist insbesondere beim Sammeln von ähnlichen Pflanzen als Wildgemüse und Gewürz, wie Kerbelkraut, Samen von Kümmel und Anis sowie Petersilienwurzeln äußerste Vorsicht und genaue Bestimmung der Arten erforderlich.

Standort und Verbreitung:

Der Gefleckte Schierling wächst auf Brachland, an Wegen, auf Äckern und auch in Gärten. Er braucht stickstoffhaltigen, feuchten Lehmboden.
Man findet ihn in Mittel- und Südeuropa, bis nach Südskandinavien.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die gesamte Pflanze, vor allem aber die unreifen Früchte, enthalten das stark giftige Alkaloid Coniin. Dieses Gift kann auch sehr schnell durch die Haut eindringen. Bei einer Vergiftung kommt es zu Brennen im Mund, zu erhöhtem Speichelfluß, Schluckbeschwerden und Lähmung der Zunge.

Der Vergiftete leidet unter starkem Erbrechen, unter Durchfall und unter Schweißausbrüchen. Bei tödlichen Dosen beginnt aufsteigende Lähmung in den Füßen, die sich über den ganzen Körper fortsetzt. Der Tod kann schon nach 30 Minuten durch Atemlähmung erfolgen. Der Patient ist dabei meist bei vollem Bewußtsein.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Das Gift des Schierlings wirkt äußerlich betäubend und läßt die Haut empfindungslos werden. Die Pflanze wurde früher bei Krankheiten der Atmungsorgane und bei Krämpfen eingesetzt. Da es heute harmlosere Medikamente gibt, wird Schierling medizinisch nicht mehr genutzt. Eine genaue Dosierung mit der Droge ist sehr schwierig, da die heilende und die tödliche Dosis eng beieinander liegen. In der Homöopathie verwendet man eine Tinktur aus dem frischen Kraut bei Krampfhusten und Muskelkrämpfen.

Name:

Die Herkunft des Namens Schierling ist unsicher. Entweder kommt er von dem althochdeutschen Wort scern für Schirm oder er stammt von dem angelsächsischen scearn für Mist, was auf den unangenehmen Geruch der Pflanze Bezug nimmt. Weitere Namen waren Wüterich, Scharpenpiepen, Tollkerbe und Blutschierling.

Der Gattungsname Conium leitet sich von der griechischen Bezeichnung koneion ab, dem damaligen Namen des Schierlings. Konos bedeutet Kreisel und weist darauf hin, daß sich ein Vergifteter wie ein Kreisel dreht. Der Artname maculatum kommt aus dem lateinischen und heißt gefleckt.

Geschichtliches:

Die Giftigkeit des Schierlings war schon im Altertum bekannt. Der Saft wurde zu Giftmorden und zur Vollstreckung von Todesurteilen verwendet. Sokrates wurde 399 v. Chr. zum Tode durch den aus unreifen Früchten gewonnenen Schierlingssaft hingerichtet. Theophrast, Dioscurides und Hippokrates beschrieben die Wirkung der Pflanze.

So schreibt Dioscurides, daß auf die Hoden aufgetragen Schierlingssaft vor sexuellen Träumen schützen soll. Er berichtet aber auch über die starke Giftwirkung der Pflanze und, daß Schierling als Schmerzmittel zu gebrauchen ist. Bei Hieronymus Bock lesen wir: "Das böß gifftig Schirlingskraut / soll umb seiner grossen kält willen (Giftigkeit) inn leib nit genommen noch gegeben werden / Eusserlich ist es wol zu brauchen inn vilen presten / gehört zu den keuschen Ordensleuten / damit sie ihr gelübd ... mögen halte" und an anderer Stelle: "Düchlein im safft oder wasser genetzt unnd obergelegt / laßt die Brüst und andere glider nit grösser oder hiziger werden ... aber solche arznei gehört inn die beschlossene Klöster zu den keuschen leuten."

Noch heute findet man in der Nähe von Klöstern verwilderten Schierling, der damals in den Gärten angebaut wurde. Schierlingssaft wurde früher auch als lokales Narkosemittel verwendet, und er war Bestandteil der Hexensalben, die auf die Haut aufgetragen, das real erlebte Gefühl erzeugten, durch die Luft zu fliegen.Der Hauptwirkstoff des Schierlings, das Coniin, wurde 1831 isoliert.

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Schlafmohn (Papaver somniferum)
Bestimmungsmerkmale:

Der Schlafmohn trägt eine violette bis weiße Blüte, die 4 - 6 cm Durchmesser hat und auf ihrem Grund einen dunklen Fleck trägt. Die Blütezeit ist von Juni - August. Die kleinen schwarzen Samen reifen in einer eiförmigen Kapsel heran. Der Stengel des Schlafmohns ist mit borstigen Haaren besetzt und bläulich bereift. Die Blätter umfassen den Stengel und sind eiförmig. Die Pflanze führt einen weißlich-gelben Milchsaft, der beim Anritzen austritt. Sie wird 50 - 150 cm hoch.

Standort und Verbreitung:

Da der Schlafmohn früher zur Ölgewinnung angebaut wurde ist er verwildert und wächst auf Brachland, auf Schuttplätzen und Wegen. Man sieht ihn aber auch als Zierpflanze in Gärten.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Schlafmohn enthält etwa 40 verschiedene Alkaloide, als wichtigste Morphin, Codein und Papaverin. Der Milchsaft dient zur Herstellung verschiedener Rauschmittel, wie Opium, Morphium und Heroin. Alle Produkte aus dem Schlafmohn fallen unter das Rauschmittelgesetz. Als tödliche Dosis gelten 2 - 3 g Opium, entsprechend 0,2 g Morphin. Vergiftungen mit Schlafmohn treten meist durch Unkenntnis und Leichtsinn im Umgang mit der Pflanze oder den aus ihr hergestellten Mitteln auf.

Die Giftstoffe wirken auf das zentrale Nervensystem und besonders stark auf die Atmung. Die Symptome einer Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Rötung des Gesichts und Verengung der Pupillen. Weiterhin wird der Patient benommen und verfällt in einen tiefen, narkoseähnlichen Schlaf. Die Herztätigkeit und die Atmung sinken ab, wobei sich Hautpartien blau verfärben. Der Tod tritt schließlich durch Atemlähmung ein.

Bei stetiger Aufnahme von Rauschmitteln aus Schlafmohn gerät der Konsument in körperliche und seelische Abhängigkeit, die schließlich völligen geistigen und körperlichen Verfall zur Folge haben. Eine Entwöhnung ist äußerst schwierig und gelingt leider nur in wenigen Fällen. Die erschreckende Zunahme von Rauschgifttoten, insbesondere von Heroinsüchtigen zeigt wohl unmißverständlich die Gefährlichkeit dieser Drogen.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Präparate aus Opium sind alte und auch heute noch wirkungsvolle Heilmittel. Sie wirken schmerzstillend, beruhigend und einschläfernd. So verwendet man Arzneimittel aus Opium bei Darmoperationen, bei Nieren- und Blasenkoliken, bei Krampfhusten und auch bei Depressionen. Morphium setzt man bei starken Schmerzen ein. Da die Suchtanfälligkeit hoch ist, allerdings nur im Notfall. In der Homöopathie verwendet man Potenzierungen Schlafmohn bei Asthma, Reizhusten, Nervenschmerzen und auch bei Depressionen.

Name:

Die Griechen bezeichneten diese Pflanze mit mekon, woraus sich der deutsche Name Mohn entwickelte. Im althochdeutschen heißt er mago und wurde auch Magen, Magsamen, Mahnblom und Oelmagen genannt. Der griechische Gattungsname Papaver setzt sich zusammen aus papa für Kinderbrei und vernum für echt. Mohnsaft wurde früher dem Brei beigemischt, damit die Kinder besser einschliefen. Schon Plinius soll den Mohn Papaver genannt haben. Der Artname somniferum heißt schlafbringend und die Bezeichnung Opium stammt von dem griechischen Wort opos für Saft, da dieser Wirkstoff aus dem Milchsaft der Pflanze gewonnen wird.

Geschichtliches:

Schlafmohn zählt zu den ältesten Arznei- und Kulturpflanzen, denn schon in alten Pfahlbauten hat man Reste der Samen gefunden. Die Pflanze wurde im Altertum als Heilmittel genutzt, was Theophrast, Dioscurides und Plinius in ihren Werken beschrieben haben. In einer mittelalterlichen Übersetzung des Dioscurides heißt es über den Mohn: "...bringt den Schlaff / und legt den Schmerzen damit / ...und ist gut wider den Husten und Bauch Gebrechen ... Desselben aber mehr eingenommen / bringt Schaden / dann er macht einen unüberwindtlichen Schlaff biß zum Todt/ ".

Auch Tabernaemontanus widmet in seinem Kräuterbuch dem Opium ein Kapitel, so schreibt er: "Es töde auch alle natürliche Wärme / und bringe den Menschen schlaffend um. Soll derwegen nimmer gebraucht werden / es sey dann die höchste und gröste Noht vorhanden ... unleidenlicher und unüber-windlicher Schmerz / da sonst kein andere Arzney nichts außrichten wil / ..."

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich in China das Opiumrauchen und verbreitete sich von da aus. Dem Apotheker Sertürner gelang es im Jahre 1805 das Alkaloid Morphium aus dem Opium zu isolieren.

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Schmerwurz (Tamus communis)

Bestimmungsmerkmale:

Die Schmerwurz ist eine Kletterpflanze und erreicht eine Höhen von 3 m. Die Pflanze trägt männlich sowie weibliche Blüten. Die männlichen stehen in Rispen, die weiblichen Blüten hängen in Trauben. Die Farbe der Blüten ist gelblich-grün, sie erscheinen von Mai - Juni. Die Beeren werden bis zu 1 cm groß, sind erst grün, später gelb unter zur Fruchtreife scharlachrot gefärbt. Die Blätter der Schmerwurz sind langgestielt, herz- bis eiförmig und wechelständig angeordnet.

Standort und Verbreitung:

Die Pflanze wächst an Laubwaldrändern, Hecken und Gebüschen in Süd- und Westeuropa. In Deutschland ist sie am Bodensee, im Gebiet Mosel/Saar und in Teilen des Schwarzwaldes wild anzutreffen.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Schmerwurz enthält giftige Saponine, wobei insbesondere die roten Früchte für Kinder eine Gefahr darstellen. Die Vergiftungserscheinungen sind Brennen im Mund- und Rachenbereich, es kommt zu Brechreiz und Durchfall. Größere Mengen können auch Lähmungserscheinungen hervorrufen. Die Wirkstoffe der Schmerwurz sind auch in der Lage Hautreizungen und Blasenbildung zu erzeugen.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Homöopathie verwendet eine Tinktur aus der Wurzel bei Sonnenbrand. Ansonsten findet die Pflanze keine medizinische Anwendung mehr.

Name:

Die deutsche Bezeichnung leitet sich vom althochdeutschen smerte für scharf ab, da die Wurzel der Schmerwurz einen ebensolchen Geschmack hat. Weitere Bezeichnungen waren Feuerwurzel, Stickwurz und Schmerzwurz. Der Gattungsname Tamus kommt aus dem lateinischen und war damals die Bezeichung für eine andere Schlingpflanzenart. Im 17. Jahrhundert wurde der Name auf diese Gattung übertragen.
Der Artname communis bedeutet gemein, gewöhnlich und besagt, daß die Art häufig vorkommt.

Geschichtliches:

In der Volksheilkunde verwendete man die Wurzel bei Rheuma und bei Prellungen. Auch bei Zahn- und Ohrenschmerzen sowie als Brech- und Abführmittel fand die Pflanze Anwendung.

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Schneeball (Viburnum spec.)
Bestimmungsmerkmale:

Wir unterscheiden 2 wildwachsende Arten, nämlich einerseits den Gemeinen Schneeball (Viburnum opulus) und den Wolligen Schneeball (Viburnum lantana). Am besten kann man die beiden Arten anhand ihrer Blätter unterscheiden. Während der Gemeine Schneeball 3 - 5fach gelappte (ahornähnliche) Blätter trägt, sind die des Wolligen Schneeballs eiförmig, ungeteilt und an der Unterseite filzig behaart.

Beide Arten tragen ihre weißen Blüten in Dolden, sie haben 5 Blütenblätter und erscheinen von Mai - Juni. Die Früchte sind bei beiden Arten zuerst rot, verfärben sich aber dann beim Wolligen Schneeball schwarz. Die Sträucher werden 1 - 4 m hoch.

Standort und Verbreitung:

Der Gemeine Schneeball wächst in Auwälder, in Laub- und Laubmischwäldern sowie an Bachrändern und benötigt feuchten Lehmboden. Man findet ihn fast in ganz Europa. Der Wollige Schneeball hingegen liebt lockeren, kalkhaltigen, warmen Boden und ist in Wäldern und Gebüschen von Mittel- und Südeuropa zu Hause. Daneben wachsen noch verschiedene andere Arten und Züchtungen in unseren Gärten.


Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Schneeball enthält in den Beeren, den Blättern und in der Rinde giftig wirkende Glycoside und Virbunin. Die roten bzw. Schwarzen Beeren stellen für Kinder eine Gefahr dar. So kommt es nach dem Verzehr zu Entzündungen von Magen und Darm, verbunden mit Durchfällen. Auch blutiger Urin wurde beobachtet. Nach der Auf-nahme großer Mengen können auch Herzrythmusstörungen und Atemnot eintreten, auch Todesfälle sind bekannt geworden.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

In der Homöopathie verwendet man eine Essenz bei Störungen der Regelblutung.

Name:

Ihren deutschen Namen erhielten die Sträucher nach ihren Blütendolden, die wie Schneebälle aussehen. Weitere Bezeichnungen für den Gemeinen Schneeball waren Schneeballschlinge, Wasserschneeball, Wasserholder und Hirschholder.
Den Wolligen Schneeball nannte man auch Schwindelbeere, Kleiner Mehlbaum und Schießbeerstrauch. Der Gattungsname der beiden Sträucher, Viburnum, leitet sich wahrscheinlich von lateinischen Wort viere für flechten ab. Schneeballzweige sind recht biegsam und dienten früher als Flechtwerk.

Der Artname opulus stammt aus dem lateinischen und bedeutet, der Blattform dieser Art wegen, Ahorn. Der Artname lantana kommt auch aus dem lateinischen und steht für wollig.

Geschichtliches:

In der Volksheilkunde nahm man einen Aufguß aus den Blättern des Wolligen Schneeballs als Gurgelwasser sowie bei Erkrankungen von Mund und Rachen. Die Früchte nutzte man als abführendes Mittel, was allerdings nicht selten zu Vergiftungen geführt hatte.

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Schneebeere, Knallerbse (Symphoricarpos albus)

Bestimmungsmerkmale:

Die Schneebeere oder Knallerbse, wie sie auch häufig genannt wird, wächst als Strauch und wird 1 - 2 m hoch. Die weiß bis rosa gefärbten glockigen Blüten stehen in Trauben am Ende der Zweige. Sie haben 5 Blütenblätter und erscheinen von Juni - August. Ab September entwickeln sich die weißen, fleischigen Beeren, in denen jeweils 2 Samen heranreifen. Die Beeren stehen dicht zusammen und hängen bis in den Winter am Strauch. Die Blätter haben eine rundliche, elliptische Form und stehen sich gegenüber.

Standort und Verbreitung:

Die Schneebeere wächst bei uns vorwiegend als Zierstrauch, ist teils aber auch verwildert. Sie stammt aus Nordamerika und ist in ganz Europa verbreitet.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanze enthält Saponine und einen bisher unbekannten Wirkstoff. Kinder sind durch Spielen mit den Beeren gefährdet. Einerseits kann es durch das Zerdrücken der Knallerbsen zu entzündlichen Hautreaktionen kommen, andererseits verursachen verschluckte Beeren Schleimhautreizungen, Erbrechen und Magenschmerzen sowie Durchfall. Die Menge von 3 - 4 Beeren gilt als ungefährlich, Vergiftungen treten erst nach dem Verzehr einer größeren Menge auf. Ernste Vergiftungen mit der Schneebeere sind nicht bekannt geworden.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Schneebeere wird in der Heilkunde nicht genutzt.

Name:

Die weiße Farbe der Beeren oder die Tatsache, daß sie bis in den Winter am Strauch hängen, gaben der Pflanze den Namen Schneebeere. Weitere Bezeichnungen sind Knallerbse und Knackbeere, da sie beim Zerplatzen leicht knallen. Der Gattungsname Symphoricarpos setzt sich zusammen aus den griechischen Worten symphorein für zusammentragen und karpos für Frucht. Der Name bezieht sich damit auf die eng zusammenstehenden Beeren. Der Artname albus bedeutet weiß.

Geschichtliches:

Früher wurde die Schneebeere als Brech- und Abführmittel sowie zum heilen von Wunden genutzt.

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Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Bestimmungsmerkmale:

Das Schneeglöckchen ist ein Zwiebelgewächs und bringt jeweils 1 weiße, nickende Blüte hervor. Sie erscheint schon früh im Jahr, von Februar - März. Die Blüte hat 3 äußere und 3 innere Blütenblätter. Die inneren sind um die Hälfte kleiner als die äußeren, außerdem tragen sie an der Spitze einen grünen Fleck. Die Pflanze bringt 2 linealförmige, fleischige Blätter hervor. Sie wird 8 - 30 cm hoch.

Standort und Verbreitung:

Das Schneeglöckchen wächst in feuchten Laub- und Laubmischwäldern und wird seiner frühen Blütezeit wegen gern in Gärten gezogen.
Schneeglöckchen dürfen nicht abgepflückt werden, sie stehen unter Naturschutz!

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Das Schneeglöckchen enthält verschiedene giftige Alkaloide, unter anderem das Galanthamin. Die Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, Durchfall, verengte Pupillen, Schweißausbrüche und Benommenheit. Bei starker Vergiftung kann es auch zu Lähmungserscheinungen kommen.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Das Schneeglöckchen wird, wenn auch selten, in der Homöopathie bei bestimmten Herzleiden eingesetzt.

Name:

Die Blütezeit und Blütenform gaben der Pflanze ihren Namen. Der Gattungsname Galanthus kommt aus dem griechischen und setzt sich zusammen aus gala für Milch und anthos für Blüte, bedeutet also soviel wie Milchblüte oder Milchblume.
Der Artname nivalis stammt von dem lateinischen Wort nivis für Schnee.

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Japanischer Schnurbaum (Sophora japonica)

Bestimmungsmerkmale:

Der Japanische Schnurbaum wächst bis zu 30 m hoch. Er trägt seine kleinen, gelblichen Schmetterlingsblüten in aufrecht stehenden Rispen, die über 30 cm lang werden können. Die Samen sitzen in 6 cm langen, aufgeblasenen Hülsen, die zwischen den Samen eingeschnürt sind. Sie schmecken sauer. Die Laubblätter sind gefiedert und ähneln denen der Robinie; sie werden bis zu 25 cm lang. Der Baum blüht von August - September.

Standort und Verbreitung:

Der Japanische Schnurbaum stammt aus Ostasien und wächst bei uns als Zierbaum an Alleen und in Parkanlagen.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanze enthält unter anderem Sophorabiosid und in den Samen Cytisin. Die meist Gefahr, insbesondere für Kinder, geht von den unreifen Früchten aus. Die Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, krampfartige Magenschmerzen und Durchfall.

Weiterhin kann es zu Lähmungserscheinungen und Verminderung der roten Blutkörperchen kommen sowie zur Senkung des Blutzuckerspiegels. Bei entsprechen starker Giftaufnahme ist auch der Tod nicht ausgeschlossen.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Der Japanische Schnurbaum wird medizinisch nicht genutzt.

Name:

Ein weiterer Name für die Pflanze ist Sauerschotenbaum. Der Gattungsname Sophora stammt aus dem arabischen. Er wurde von der Pflanze Casssia sophora durch Linne auf diese Gattung übertragen. Der Artname verweist auf die Herkunft des Baumes.

Geschichtliches:

Im Jahre 1747 wurde der Japanische Schnurbaum in Europa eingeführt.

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Schöllkraut (Chelidonium majus)
Bestimmungsmerkmale:

Das Schöllkraut hat gelbe Blüten, die zu 2 - 6 Stück in Dolden stehen. Die Blüten bestehen aus 4 Blütenblättern sowie zahlreichen Staubgefäßen und werden 1 - 2 cm groß. Der Stengel der Pflanze ist hohl und mit abstehenden Haaren besetzt, die Laubblätter sind fiederteilig und die Einzelblättchen gelappt. Das Schöllkraut wird 30 - 80 cm hoch und blüht von Mai - September. Die gesamte Pflanze führt einen gelben Milchsaft.

Standort und Verbreitung:

Das Schöllkraut wächst an Mauer, Wegen, Schuttplätzen und an Waldrändern auf stickstoffhaltigem Boden. Die Pflanze ist in ganz Europa verbreitet.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Schöllkraut enthält verschiedene Alkaloide, unter anderem das Chelerythrin. Der höchste Wirkstoffgehalt findet sich in den Wurzeln. Eine Vergiftung hat Magen- und Darmbeschwerden, teils mit blutigen Durchfällen, Erbrechen und Krämpfe zur Folge. Ferner kommt es zu Brennen im Mund- und Rachenbereich, mit Blasenbildung im Mund und zu Kreislaufstörungen, beschleunigter Atmung und Benommenheit.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Das Schöllkraut wird bei Erkrankungen von Leber und Galle eingesetzt und findet auch als krampflösendes Mittel Anwendung. Auch in der Homöopathie nutzt man die Wirkung der Pflanze bei Leberleiden, Entzündungen von Magen- und Darm sowie bei Muskelrheuma und Nervenschmerzen.

Name:

Die Pflanze hieß auch Schwalbenwurz, Schellkraut, Blutkraut, Warzenkraut und Giftbloome. Im althochdeutschen nannte man sie Schelliwurz. Der Gattungsname Chelidonium geht auf das griechische Wort chelidon für Schwalbe zurück und besagt damit, daß die Pflanze zu blühen beginnt, wenn die Schwalben eintreffen und verblüht, wenn sie wieder nach Süden ziehen.

Der deutsche Name Schöllkraut hat sich im Laufe der Jahrhunderte aus Chelidonium entwickelt. Der Artname majus bedeutet groß und wurde früher zur Unterscheidung vom Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) verwendet, das man damals noch mit Chelidonium minus bezeichnete.

Geschichtliches:

Seit der Antike ist die Heilkraft des Schöllkrautes bekannt. Dioscurides und Plinius empfahlen sie schon bei Lebererkrankungen und Gelbsucht. Im Altertum galt das Kraut als eines der wichtigsten Heilmittel. Hieronymus Bock schreibt: "Der bitter Safft des Schölkrauts und wurzel ist hiziger natur. Eröffnet Innerlich gebraucht / die verstopffte Leber / renniget außwendig faule wunden / und macht klare augen ..."

Er empfiehlt die Pflanze auch gegen Pest: ".../ ist ein bewert stuck so ihemandts die Pestilenz hett angetroffen." und gegen Warzen: "Der safft seübert auch die feigwarzen / fürdert sie zur heilung / ..." Als Mittel gegen Warzen wurde das Schöllkraut noch lange Zeit gebraucht und die Alchimisten versuchten aus der Pflanze Gold zu machen.

Kühe, die nicht genug Milch gaben, bekamen in manchen Gegenden das Schöllkraut zu fressen, was den alten Chroniken nach auch den gewünschten Erfolg gebrachte haben sollte.

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Weisse Schwalbenwurz (Cynanchum vincetoxicum)

Bestimmungsmerkmale:

Die weißen Blüten der Schwalbenwurz haben 5 Blütenblätter und stehen in Trugdolden in den Achseln der Laubblätter. Ihre Blütezeit ist von Juni - August. Der Stengel ist hohl und behaart, die Laubblätter sind herz- bis eiförmig und stehen sich gegenüber. Die Pflanze wird 30 - 120 cm hoch und verströmt einen starken Geruch.

Standort und Verbreitung:

Die Weiße Schwalbenwurz wächst in trockenen Wälder und Gebüschen sowie auf Felsen und Schuttfluren. Sie braucht kalkhaltigen Boden und hat ihr Verbreitungsgebiet in Mittel- und Südeuropa.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Wirkstoffe der Pflanze bestehen aus Glycosiden und Saponinen, sie enthält unter anderem Vincetoxin. Sie gilt als stark giftig. Eine Vergiftung verläuft mit Durchfall, Reizungen von Blasen und Niere, Fieber und in extremen Fällen Atemlähmung. Die Pflanze soll auch Wirkung auf den Herzrythmus haben.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Schwalbenwurz findet heute keine medizinische Anwendung mehr. Man nutzte sie homöopathisch als harntreibendes Mittel.

Name:

Die Pflanze trug auch den Namen Hundswürger, da man davon ausging, daß sie Hunde und Wölfe zu töten vermochte. Darauf bezieht sich auch der Gattungsname Cynachum. Er setzt sich zusammen aus den griechischen Worten kyon für Hund und ancho für töten. Der Artname vincetoxicum bedeutet soviel wie Giftbesieger (lat. vincere - besiegen, griech. toxikon - Gift).

Geschichtliches:

Wie der Artname der Pflanze besagt, nahm man sie früher als Gegengift bei Schlangen- und Hundebissen. Dazu Hieronymus Bock: "Schwalben wurz inn wein gesotten und getruncken .../ wehret dem Gifft das es nit zum herzen zeucht / so ihemands von einem unreinen Hund / oder anderm Thier gebissen wer worden."
Die Weiße Schwalbenwurz wurde früher auch bei Wassersucht, Leibschmerzen und als harn- und schweißtreibendes Mittel verwendet.


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Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
Bestimmungsmerkmale:

Die Gelbe Schwertlilie hat bis zu 10 cm große Blüten, die aus 3 äußeren, großen Blütenblättern und 3 inneren kleinen bestehen. Die äußeren Blütenblätter sind oft nach unten gebogen und purpurbraun geadert. Die Laubblätter sind schwertförmig, etwa 3 cm breit und werden so hoch wie der Stengel. Die Gelbe Schwertlilie blüht von Mai - Juli und wächst bis zu 1 m hoch. Blau blühende Arten sind die Deutsche Schwertlilie (Iris germanica) und die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica).

Standort und Verbreitung:

Sie ist ein typisches Sumpfgewächs. So findet man sie an Ufern und Gräben, in Röhricht und stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Die Gelbe Schwertlilie ist in ganz Europa verbreitet und steht unter Naturschutz, also pflücken sie die Pflanzen bitte nicht ab. Verschiedene Iris-Arten und Züchtungen wachsen als Zierpflanzen in Gärten.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Blätter und Stengel enthalten verschiedene scharf schmeckende Wirkstoffe.
Die Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen sowie Magen - und Darmbeschwerden mit Durchfall. Ferner bewirken die Scharfstoffe Brennen im Mund und Rachen.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Teilweise wird die gelbe Schwertlilie noch in der Homöopathie als Wundheilmittel verwendet.

Name:

Ihren deutsche Namen erhielt die Pflanze ihrer schwertförmigen Blätter wegen. Früher hieß sie auch Schilfblume und Schwertel. Der Gattungsname Iris bedeutete im griechischen Regenbogen, da die Blüten dieser Gattung ebenso viele Farben haben. Der Artname pseudacorus bedeutet falscher Kalmus oder auch Scheinkalmus, da man die Schwertlilienwurzeln zur Verfälschung der Kalmuswurzeldroge benutzte.

Geschichtliches:

Die Gelbe Schwertlilie wurde früher zum Gerben verwendet. Tabernaemontanus schreibt, daß die "Gelben Wasserschwertel" bei starker Menstruation, Blutfluß und bei Augenleiden verwendet werden.

Die Gelbe Schwertlilie ist geschützt!

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Weisse Seerose (Nymphaea alba)

Bestimmungsmerkmale:

Die Weiße Seerose hat bis zu 12 cm große Blüten mit einer gelben Narbe in der Mitte. Ihre Blütezeit ist von Mai - August. Die Laubblätter sind rundlich, herzförmig eingeschnitten und erreichen einen Durchmesser bis zu 30 cm. Blüten und Blätter schwimmen auf der Wasseroberfläche. Die Pflanze wurzelt bis zu einer Tiefe von 3 m. Ein weiteres Seerosengewächs ist die gelbe Teichrose, außerdem gibt es verschiedene Zuchtvariationen für den Gartenteich.

Standort und Verbreitung:

Als Wasserpflanze wächst die Seerose in stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Sie ist in ganz Europa verbreitet.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Wirkstoffe der Pflanze sind nicht genau bekannt, älteren Angaben zu Folge soll es sich um das Alkaloid Nuphrin und das Glycosid Nympharin handeln. Eine Vergiftung würde sich in Erregungszuständen und Atemlähmung äußern.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Seerose wird in der Heilkunde nicht mehr genutzt.

Name:

Weitere Bezeichnungen für diese Pflanze sind Teichrose, Wasserrose und Seelilie.
Der Gattungsname Nymphaea stammt vom griechischen nympha für Braut. Plinius berichtet von dem Mythos, nachdem sich eine Nymphe in Liebe zu Herakles in diese Blume verwandelt hat. So nennen die Griechen die Seerose auch Herakleios. Der Artname alba kommt vom lateinischen albus für weiß, womit er sich auf die Farbe der Blüten bezieht.

Geschichtliches:

Früher galt die Seerose als Symbol der Keuschheit. Tatsächlich dämpft die Wurzel den Sexualtrieb, und man nannte sie daher "Vernichter der Liebe". Mönche und Nonnen machten sich im Mittelalter diese Wirkung zu Nutze. Hieronymus Bock schreibt, daß nur diejenigen Mittel aus Seerosen nehmen sollen "... so keuschheit gelobt / und ein frommes lebe im Kloster schliessen wollen / dan diß wasser tödtet und erkeltet die gebärende krafft der eingepflanzten natur." Tabernaemontanus empfiehlt die Seerosen bei Leberleiden, Herzentzündungen, Ruhr, Fieber, als Mittel Blut zu stillen und auch bei Haarausfall.

Die Seerosen sind geschützt!

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Gemeiner Seidelbast (Daphne mezereum)
Bestimmungsmerkmale:

Der Gemeine Seidelbast ist ein Strauch, der 1 - 2 m hoch wächst. Seine rosafarbenen Blüten erscheinen vor den Blättern von März - Mai und sitzen direkt an den holzigen Stengeln. Sie haben 4 Blütenblätter und verströmen einen starken Duft. Im Juli - August reifen die eiförmigen, roten Beeren heran. Die Laubblätter des Strauches haben eine lanzettliche (lorbeerähnliche) Form.

Weitere Arten sind der Gestreifte Seidelbast (Daphne striata), der überwiegend in den Alpen wächst, der Rosmarin-Seidelbast (D. cneorum), der weiß blühende Alpen-Seidelbast (D. alpina), der in Deutschland nicht vorkommt und der grünliche Blüten und schwarze Beeren tragende Lorbeer-Seidelbast (D. laureola), der vielfach in Südeuropa und auch in England zu finden ist.

Standort und Verbreitung:

Der Gemeine Seidelbast gedeiht in Laub- und Laubmischwäldern auf kalkhaltigem, humusreichen Boden. Er hat sein Verbreitungsgebiet in ganz Europa, mit Ausnahme des äußersten Westens und Nordens, er wächst bis in 2500 m Höhe.
Der Strauch wird auch als Gartenpflanze gezogen. Familien mit Kindern ist allerdings abzuraten die Pflanze, ihrer hohen Giftigkeit wegen, anzupflanzen.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die meisten Giftstoffe sind in der Rinde und in den Samen zu finden. Es handelt sich dabei in der Rinde um Daphnetoxin und in den Samen um Mezerin. Der Seidelbast gilt als sehr stark giftig. Insbesondere Kinder, die von den roten, fleischigen Beeren essen, sind stark gefährdet.

Die Symptome einer Seidelbastvergiftung sind Brennen und Anschwellen der Mundschleimhäute, der Lippen und der Zunge. Ferner kommt es zu Übelkeit und Erbrechen, Magenbeschwerden, verbunden mit Krämpfen und Durchfällen. Das Gift bewirkt Schädigung der Niere und des Zentralnervensystems, was sich in Schwindelgefühl und Kopfschmerzen äußert. Auch der Kreislauf ist von der Vergiftung betroffen, so kommt es zu Fieber und beschleunigtem Herzschlag, bis hin zu Tod durch Kreislaufkollaps.

Äußerlich bewirkt das Gift Reizungen der Haut mit Blasenbildung. Die ersten Anzeichen einer Vergiftung treten bereits nach der Einnahme von 4 - 5 Früchten auf, als tödliche Dosis gelten für Kinder 10 - 12 Beeren. Fast ein Drittel aller Seidelbastvergiftungen verlaufen tödlich!

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

In der Homöopathie wird eine Essenz aus der Rinde bei Entzündungen von Magen, Darm und Nieren sowie bei Rheuma und Grippe verwendet. Außerdem setzt man sie bei Haut-, Ohren-, und Augenentzündungen ein.

Name:

Der Name Seidelbast kommt entweder von dem seidigen Bastgewebe, aus dem man früher auch Schnüre herstellte oder von ziolinta dem Bast des Kriegsgottes Zio. Daraus entstanden möglicherweise die alten Namen zilant und Zeiland. Anderen Deutungen zu Folge stammt der Name Seidelbast vom altdeutschen Wort zidal für Biene, da die Rinde (wie ein Bienenstich) Blasen erzeugt. Ein weiterer Name war Kellerhals, er soll aus Kehle und Hals entstanden sein, weil die Pflanze Entzündungen im Hals hervorruft.

Weitere Bezeichnungen waren Beißbeere und Pfefferstrauch. Der Gattungsname Daphne bedeutet im griechischen Lorbeer, da die Seidelbastblätter denen des Lorbeers ähneln. Der Artname mezereum soll aus dem persischen stammen und töten bedeuten.

Geschichtliches:

Schon in der Antike waren die Wirkungen der dort heimischen Seidelbastarten bekannt. Hippokrates, Galen, Dioscurides und Theophrast beschreiben die Pflanzen in ihren Schriften; sie wurden damals auch bei Wassersucht verwendet. Im Mittelalter nutzte man den Seidelbast bei Rheuma, Gicht und Hautleiden sowie als Mittel gegen Läuse. Im "Kreutterbuch" des Arztes Hieronymus Bock findet Seidelbast ausführliche Erwähnung. Er empfiehlt ihn bei Wassersucht, als schweißtreibendes Mittel sowie gegen Geschwüre.

Der Seidelbast ist geschützt!

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Stechapfel, Engelstrompete, Trompetenbaum, (Datura stramonium, Brugmansia spec.)

Dieser Text ist der gleiche wie in der Datei „Engelstrompete“.

Bestimmungsmerkmale:

Der Stechapfel hat weiße, manchmal auch hellblaue Blüten, die 5 - 8 cm lang werden. Die Blüten beider Gattungen verströmen einen starken, betäubenden Geruch, der leichte Vergiftungserscheinungen hervorrufen kann. Die Blütezeit ist von Juni - September. Im Herbst reift die walnußgroße, kastanienartige Frucht heran. Sie ist beim Stechapfel stachelig, beim Trompetenbaum ohne Stacheln und wird 5 - 7 cm lang. Ihre Farbe ist grün. Die Stechapfelfrucht enthält süß schmeckende, blauschwarze Samen. Die Laubblätter der Pflanze riechen unangenehm, sind buchtig gezähnt und werden bis zu 20 cm lang.

Der Stechapfel erreicht eine Höhe von 30 - 100 cm.
Der Trompetenbaum oder Engelstrompete fällt durch seine bis zu 20 cm langen, trichterförmigen Blüten auf. Die Farbe der Blüten ist entsprechend der Art oder Zuchtform weiß, gelb und rosarot. Er wächst als kleiner Baum und erreicht eine Höhe bis zu 2 m. Beim Trompetenbaume unterscheidet man folgende Arten: Brugmansia suaveolens, B. candida, B. sanguinea sowie innerhalb der Arten verschiedene Zuchtvariationen.

Standort und Verbreitung:

Stechapfel findet man auf Ödland, Schutt und an Wegen. Er benötigt lockeren, stickstoffhaltigen Boden. Sein Verbreitungsgebiete ist ganz Europa, er ist aber ziemlich selten. Trompetenbäume wachsen als Zierpflanzen in Gärten und Parkanlagen.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanzen enthalten (S)-Hyoscyamin und in jungen Pflanzen auch geringe Mengen Scopolamin. Das Atropin, das sowohl in Stechapfel wie in Tollkirsche vorkommt, ist in Wirklichkeit eine Mischung aus (S)-Hyoscyamin und (R)-Hyoscyamin. Eine genauere Beschreibung zur Chemie findet Ihr bei www.Giftpflanzen.com unter der Pflanzenbeschreibung der Tollkirsche.
Die Vergiftungserscheinungen sind denen des Bilsenkrautes und der Tollkirsche sehr ähnlich.
Insbesondere Samen und Blüten stellen für Kinder eine große Gefahr dar, weil sie im unreifen Zustand süß und schmackhaft sind. 15 - 20 Samen gelten für Kinder als tödliche Dosis.

Die Vergiftungssymptome sind stark erweiterte Pupillen (Glanzaugen), fehlendes Erbrechen, Trockenheit der Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich, woraus sich Schluck- und Sprachstörungen ergeben. Hautrötung und Pulsbeschleunigung, wie sie bei einer Tollkirschenvergiftung typisch sind, können bei Vergiftung mit Stechapfel fehlen, da der Gehalt an Scopolamin höher und der Atropinanteil niedriger ist als bei der Tollkirsche. 2 - 4 Stunden nach der Giftaufnahme können starke Halluzinationen auftreten, die mitunter tagelang anhalten.

Starke Vergiftung führt zu motorischer Unruhe des Patienten, zu Weinkrämpfen und Rededrang sowie zu Raserei und Tobsuchtsanfällen, ferner erfolgt Bewußtlosigkeit und narkoseähnlicher Schlaf. Der Tod tritt durch Atemlähmung ein. Familien mit Kindern sollten auf jeden Fall von dem Anpflanzen der Trompetenbäume absehen.

Vielfach entstehen Vergiftungen mit Stechapfel und Trompetenbaum dadurch, daß er als Teeaufguß oder auch geraucht als Rauschmittel eingenommen wird.
Experimentieren mit dieser Droge ist ausgesprochen leichtsinnig und gefährlich, eine „Dosierung“ der Pflanzenteile kann nie genau sein, da die Wirkstoffe in verschiedenen Pflanzen unterschiedlich sein können. Bitte vertraut keinen „Dosieranweisungen“. Der Rauschzustand ist oftmals ein Horrortrip, der nicht selten in der Psychiatrie endet. Die Chance an der Droge zu sterben ist natürlich auch gegeben.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Der Stechapfel wird gegen Asthma, in Form von Asthmazigaretten und als krampfstillendes Mittel verwendet.

Name:

Wegen der stacheligen Frucht erhielt die Pflanze ihren Namen. Weitere Bezeichnungen waren Igelkolben, Rauapfel, Tollkraut, Pferdegift, Donnerkugel (weil sie Gewitter abwehren sollte), Stachelnuss und Zigeunerkraut. Der Gattungsname Datura ist eine Ableitung vom arabischen tatorah oder vom persischen tatula (tat - stechen), womit er sich auf die Stachelfrucht bezieht.
Die Herkunft des Artnamens stramonium ist nicht gesichert. Möglicherweise stammt sie von den griechischen Worten strychnon, womit unser Solanum gemeint ist und monikon für rasend, also rasend machendes Solanum.

Geschichtliches:

Die Wirkungen der Stechapfelarten waren schon in der Antike bekannt.
Theophrast warnt vor dem Gebrauch der Pflanze, indem er schreibt, daß schon, wer 3/20 einer Unze (4,2 g) zu sich nimmt, sich fühlen wird als hätte er den Teufel im Leib; bei doppelter Menge käme es zu Halluzinationen. Bei der dreifachen Menge verliere man den Verstand und beim Verzehr der vierfachen Menge erfolge der Tod.
Plinius berichtet darüber, daß der Stechapfel als Speergift verwendet wurde. In Deutschland wurde die Pflanze erst im 16. Jahrhundert bekannt.

Tabernaemontanus warnt vor dem Gebrauch des Stechapfels: "...derowegen jederman sich solcher Aepfel enthalten soll / dann sie machen rasend / und wann man etwas zu viel gessen hat / so tödten sie."

Die Pflanze diente als Mittel gegen Geisteskrankheiten, war Bestandteil der Hexensalben und wurde in "Liebestränke" gemischt. Über den "Liebeszwinger" schrieb ein deutscher Schriftsteller: "ein Mittel der Hurenwirte, schlimmer Mädchenverführer, entarteter Buhlerinnen und frischer Wollüstlinge". Diebe benutzten Auszüge aus Stechapfel um Ihre Opfer zu betäuben und hinterher besser ausrauben zu können.

Eine große Rolle spielte der Stechapfel auch im Aberglauben der Zigeuner, die wahrscheinlich entscheidend zu seiner Verbreitung bei uns beigetragen haben. Sie verwendeten ihn als Zauber- und Orakelkraut, aber auch als Arznei.
1762 wurde der Stechapfel durch den Wiener Hofarzt A.von Stoerck (1731 - 1803) in die Medizin eingeführt.

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Stechpalme (Ilex apuifolium)
Bestimmungsmerkmale:

Die Stechpalme wächst als Strauch, aber auch als Baum und wird bis zu 10 m hoch. Sie trägt immergrüne, glänzende Blätter, die dornig gezähnt und eiförmig sind. An älteren Bäumen findet man auch ganzrandige Blätter. Die weißen Blüten stehen zu mehreren in den Blattachseln. Sie haben 4 Blütenblätter und erscheinen von Mai - Juni. Im Herbst entwickeln sich dann die roten Beeren. Die Stechpalme kann bis zu 300 Jahren alt werden.

Standort und Verbreitung:

Sie wächst vorwiegend in Buchen- und Fichtenwäldern auf feuchtem, kalkarmem Boden. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist vor allem Süd- und Westeuropa.
Angepflanzt findet man den Strauch in Parks und in Gärten.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Blätter und Beeren enthalten Urolsäure und Polyphenole. Insbesondere die leuchtend roten Beeren stellen für Kinder eine Gefahr dar. Die Giftstoffe bewirken Erbrechen, Magen - und Darmbeschwerden und Durchfälle. Die ersten Symptome können bereits nach der Aufnahme von 2 Beeren erfolgen. Die Menge von 20 - 30 Beeren kann unter Umständen lebensbedrohlich sein.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

In der Homöopathie findet die Stechpalme noch Anwendung bei Rheuma und Gicht sowie als harntreibendes Mittel.

Name:

Die Pflanze wird auch Stechhülse, Stecheiche und Palmendorn genannt. All diese Namen, wie auch der Artname aquifolium, weisen auf die stacheligen Blätter hin. Die Bezeichnung Palme geht möglicherweise auf die Verwendung der Pflanze zu Gebinden am Palmsonntag zurück. Der Gattungsname Ilex ist möglicherweise von der Steineiche (Quercus ilex) abgeleitet oder er entstand über das keltische Wort ic oder ac für Spitze.

Geschichtliches:

Hieronymus Bock berichtet, daß die Stechpalme oder Walddistel, wie er sie nennt, bei Seitenstechen verwendet wird. Weiter schreibt er, daß etliche Vogelleim aus der Rinde herstellen. Die Pflanze galt im Mittelalter als Zauber abwehrend. Dazu Adam Lonitzer: "Der gemeine Mann glaubt / daß die geweihete Zweige dieses Baumes über die Thür gelegt / daß Hauß vor dem Donner bewahren soll."

Tabernaemontanus empfiehlt die den "Stechbaum" bei Husten und Seitenstechen sowie bei Beulen und Brüchen. Die Volksheilkunde nutzte die Pflanze als abführendes und fiebersenkendes Mittel, was oft Vergiftungen nach sich zog.

Die Stechpalme ist geschützt!

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Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)

Bestimmungsmerkmale:

Die grünen Blüten der Stinkenden Nieswurz sind oft mit einem rötlichen Rand versehen und stehen zu mehreren in einem rispigen Blütenstand. Sie haben eine glockige Form und werden 1 - 2 cm groß. Ihre Blütezeit ist von März - April. Die wintergrünen Laubblätter sind 7 - 9fach geteilt, der Stiel der Pflanze ist holzig. Sie verströmt einen unangenehmen Geruch und wird 30 - 50 cm hoch.

Standort und Verbreitung:

Man findet die Stinkende Nieswurz in Trockenwäldern, im Halbschatten und auf kalkhaltigen Böden. Die Pflanze ist geschützt.
Sie hat ihr Verbreitungsgebiet in Süd- und Mitteleuropa.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pflanze enthält Protoanemonin sowie herzwirksame Glycoside. Vergiftung zeigt sich durch Kratzen im Mund- und Rachenbereich, es kommt zu Brechdurchfällen, Übelkeit und Krämpfen. Bei starker Vergiftung erfolgt der Tod durch Herzstillstand.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

siehe Grüne Nieswurz

Name:

Der Name Nieswurz bezieht sich auf die Verwendung der Pflanze als Nies- und Schnupfpulver. Der Gattungsname Helleborus bedeutet übersetzt: Speise die den Tod bringt und weist somit auf die Giftigkeit der Gattung hin. Der Artname foetidus kommt aus dem lateinischen und bedeutet übelriechend, stinkend und findet sich auch in der deutschen Artbezeichnung wieder.

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Sumpfdotterblume (Caltha palustris)
Bestimmungsmerkmale:

Die Sumpfdotterblume trägt satt gelbe Blüten mit 5 Blütenblättern. Sie sind etwa 4 cm groß und erscheinen von März - Juni. Der Stengel ist niederliegend bis aufsteigend und hohl, die glänzenden Blätter herzförmig. Die Pflanze wird 10 - 50 cm hoch.

Standort und Verbreitung:

Die Sumpfdotterblume wächst, wie ihr Name schon sagt, an feuchten, sumpfigen Plätzen. Man findet sie an Gräben und Bachläufen, auf Sumpfwiesen sowie in Auwäldern. Sie ist in ganz Europa, in Teilen Asiens sowie im nördlichen Amerika beheimatet. Sie wird auch gerne als Zierpflanze in Gärten und in Gartenteichen angepflanzt.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Sumpfdotterblume enthält möglicherweise giftige Alkaloide und Saponine.
Durch Verwendung der Blätter als Wildgemüse und der Blütenknospen als Kapernersatz kann es zu Vergiftungen kommen. Die Symptome sind Erbrechen, Reizungen von Magen und Darm mit Durchfall sowie Kopfschmerzen. Das Gift kann auf der Haut Entzündungen hervorrufen.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Sumpfdotterblume wird teilweise in der Homöopathie bei Hautausschlägen, Bronchitis und Menstruationsstörungen eingesetzt.

Name:

Ihres Vorkommens und ihrer dottergelben Blüten wegen gab man dieser Pflanze den Namen Sumpfdotterblume. Mit dem Gattungsnamen Caltha wurde schon unter den Römern eine gelbe Blume bezeichnet, wobei nicht feststeht, ob es sich dabei um die Sumpfdotterblume gehandelt hat. Caltha stammt möglicherweise von calathus für Schale und würde sich damit auf die Form der Blüten beziehen. Der Artname palustris weist auf den Standort der Pflanzen hin (lat. palus - Sumpf).

Geschichtliches:

In der früheren Heilkunde wurde die Pflanze bei ähnlichen Beschwerden eingesetzt, wie heute in der Homöopathie. Hieronymus Bock weiß nichts über ihre Heilkraft zu berichten, so schreibt er: " Die Kinder haben ihre kurzweil und freude mit disen schönen Goldblumen. Werden jezunder nit sonders inn der Arznei gebraucht."

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Sumpfporst (Ledum palustre)

Bestimmungsmerkmale:

Der Sumpfporst ist ein weißblühender, 50 - 150 cm hoch wachsender Strauch. Seine Blüten sitzen in einer endständigen Dolde und haben 5 Blütenblätter. Sie erscheinen von Mai - Juli. Die Zweige sind rostbraun und filzig behaart, die ledrigen Laubblätter haben eine schmale lanzettliche Form und sind immergrün. Die Pflanze riecht unangenehm.

Standort und Verbreitung:

Der Sumpfporst wächst in Hochmooren, auf nassen und kalkfreien Torfböden. Er ist sehr selten geworden, da ihm durch Trockenlegung immer mehr Lebensraum entzogen wurde. So ist die Pflanze bereits in Süd- und Westdeutschland verschwunden. Man findet sie gelegentlich noch in Norddeutschland und in Skandinavien.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Sumpfporst enthält giftige ätherische Öle, der wichtigste Bestandteil ist das Ledol.
Die Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, Magen- und Darmentzündungen mit Durchfall, Schweißausbrüche und Muskelschmerzen. Der Patient verspürt starken Schlafdrang und kann auch in rauschartige Zustände verfallen. Todesfälle wurden nicht verzeichnet. Auch ist eine Vergiftung mit Sumpfporst heutzutage, seiner Seltenheit wegen, äußerst unwahrscheinlich.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Sumpfporst war früher eine anerkannte Heilpflanze. Man nutzte seine schweiß- und harntreibende sowie bei Husten auswurffördernde Wirkung. Er diente außerdem als Brechmittel. Sumpfporst wird heute noch in der Homöopathie bei Rheuma, Arthritis und Gicht verwendet.

Name:

Der Gattungsname Ledum stammt von dem alten griechischen Namen der Pflanze, ledon ab. Diese Bezeichnung hat ihren Ursprung im griechischen ledos für Wollstoff und bezieht sich auf die filzige Behaarung der Pflanze. Der Artname palustre verweist darauf, daß der Strauch in Sümpfen wächst. Seines harzigen Geruchs wegen wurde er im Volk auch Kien- und Tannenporst genannt.

Geschichtliches:

In der Volksheilkunde verwendete man ihn gegen Motten, Läuse und Krätze, was auch Matthiolus in seinem Kräuterbuch erwähnt. Man nahm ihn auch zu Abtreibungen, wobei es allerdings oft zu Vergiftungen kam. Auch dem Bier wurde der Sumpfporst, trotz drohender strenger Bestrafung zugesetzt, was die berauschende Wirkung des Getränks noch verstärkte. Dies wird in alten Urkunden aus dem 13. Jahrhundert erwähnt. Im 18. Jahrhundert wurde der Sumpfporst von schwedischen Ärzten in die Medizin eingeführt.

Der Sumpfporst ist geschützt!

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