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 GEHÖLZE 

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Wissensdatenbank

Gehölze Allgemeines

Verglichen mit Sommerblumen, Blütenstauden oder den auf reichen Ertrag zielenden Obst- und Gemüsepflanzungen erfordern Gehölze nur wenig Pflege. Die wichtigsten Arbeiten fallen gleich nach der Pflanzung an und sollten den Gehölzen das Anwachsen erleichtern. Bei guter Bodenpflege kann Wässern und Düngen auf ein Minimum beschränkt werden.

Allgemeine Pflege
Während der Blüte werden die verblühten Blüten durch zupfen entfernt. Bei immergrünen Gehölzen werden alte abgestorbene Triebe direkt am Stamm entfernt; dies führt man in regelmäßigen Abständen von etwa 3 Monaten durch, wobei man darauf achten sollte, dass auch der Gießrand frei von Unkraut gehalten wird. Sollte das Gehölz im Kübel gepflanzt sein, so sollte man zusätzlich darauf achten, dass der Kübel genügend gegossen und gedüngt wird. Im Kübelboden sollten mehrere Abflusslöcher sein, damit überschüssiges Wasser abfließen kann, um Staunässe zu vermeiden.


Sagt ihnen ihr Standort zu, erweisen sich die meisten Gehölze als ausgesprochen pflegeleicht.
Dennoch sind hin und wieder ein paar Handgriffe nötig, um das Wachstum der Gehölze zu unterstützen.
Eine sorgsame Bodenpflege kann erforderlich werden. Arten die aus milderem Klima stammen gedeihen nur dann prächtig, wenn ein guter Winterschutz gewährleistet ist.

Bodenpflege
Da Gehölze über viele Jahren am gleichen Platz stehen,
nimmt die Bodenpflege einen bedeutenden Platz ein. Ziel ist
es, einen gut durchlässigen Boden zu erreichen und erhalten,
damit Wasser, Luft und Nährstoffe zu den Wurzeln gelangen
können. So kann man beim Einpflanzen schon für eine
gewisse Durchlässigkeit sorgen, indem man eine leichte
Kiesschicht unterarbeitet.

Mulchen

Hierunter versteht man das Aufbringen von organischem Material direkt auf die Bodenfläche, sei es durch gezieltes Aufstreuen von Mulchmaterial oder durch Liegenlassen des Herbstlaubes. Dies bringt viele Vorteile und verbessert deutlich die Standortbedingungen:

· Verdunstung wird verringert und damit auch der Wasserverbrauch
· Vermeidung der Bodenverschlammung
· Vorbeugen von Verkrustung durch austrocknen
· Starke Schwankungen der Bodentemperatur werden verhindert
· Anreicherung des Nährstoffangebotes
· Verbesserung des gesamten Bodenzustandes
· Weniger Unkraut

Kompost
Das bei der Gartenpflege anfallende organische Material wie, Schnittabfälle, Laub verwelkte Blüten oder gejätetes Unkraut wird in der Regel nicht als Abfall entsorgt, sondern gelangt durch sog. „Kompostierung“ wieder auf die Pflanzfläche. Dies stellt nicht nur ein sinnvolles Recycling dar sondern ist auch eine Garantie für gesunde Bodenverhältnissen.

Manche Kompostierungsvorrichtungen werden sogar staatlich gefördert, fragen Sie nach bei Ihre Stadtverwaltung, so sparen Sie vielleicht ein paar Mark.
Allgemeines zum Schnitt

Dass Sträucher und Bäume auch ohne Schnitt wachsen, ist eine weitverbreitete Meinung. In freier Natur mag das zutreffen, doch bei vielen Gartengehölzen ist ein fachgerechter Schnitt für kräftiges Wachstum, ansehnliche Gestalt und reiche Blüte unerlässlich. Zu beachten ist, dass sich Sträucher und Bäume über kurz oder lang zu Gestalten mit besenartigen Verzweigungen und einem kahlen Zentrum entwickeln und auf Grund falscher Schnittmaßnahmen garnicht mehr den typischen Aufbau der jeweiligen Gehölzarten zeigen.


Abgesehen von einem Formschnitt, der bei stark austreibenden Gehölzen wie Buchsbaum oder Eibe angebracht ist und rein ästhetische Ansprüche befriedigt, sollen Schnittmaßnahmen die Gehölze in erster Linie jung und blühfreudig erhalten. Ein weiterer Grund ist, die art- oder sortentypische Erscheinung bestmöglich zur Geltung zu bringen. Bei Obstgehölzen ist ein regelmäßiges Schneiden besonders wichtig, da nur ein üppiger Blütenansatz auch eine lohnende Ernte bereithält.
Doch auch die reichblühenden Ziergehölze können ihre Funktion im Garten nur bei entsprechender Pflege und durch sachgerechten Schnitt wirklich zufriedenstellend erfüllen.


Es gibt jedoch auch noch spezielle Fälle in denen man zur Baumschere greifen muss. Frisch gepflanzten ballenlosen Gehölzen erleichtert man durch einen sog. „Pflanzschnitt“ das Anwachsen. Um eine Ausbreitung des Erregers bei Erkrankungen zu verhindern, schneidet man die erkrankten Teilen heraus um die Gesundheit des Gehölzes wieder herzustellen. Damit Wildtriebe, die aufveredelte Krone nicht überwuchern, werden diese direkt an der Veredelungsunterlage entfernt.

Grundsätze des Gehölzschnitts
Durch Eingriffe, die das Sprosssystem eines Gehölzes beeinflussen -und ein Schnitt bedeutet ohne Zweifel eine starke Beeinflussung-, wird eine Umleitung des Saftstroms im Sprosskörper verursacht. Dies bewirkt, dass die in der Nähe beschädigter Äste und Zweige liegenden Knospen austreiben. Auch die Wundheilung ist letztlich auf die Unterbrechung des Saftstroms zurückzuführen, denn an den Ast- oder Zweigstumpf werden weiterhin Wachstumsstoffe herangeführt, dort aber nicht mehr verbraucht. Dies führt zu übermäßiger Zellteilung, die eine Aufwallung des Gewebes zur Folge hat und dadurch die Wunde schließt.
Fortsetzung...

Um richtig zu schneiden ist es sehr nützlich, wenn man über ein räumliches Vorstellungsvermögen verfügt. Außerdem ist es äußerst wichtig, sich vorher mit einigen Gesetzmäßigkeiten zu befassen. In unserem Fall der Ziergehölze sind es nur wenige:

· Gesetz der Spitzendominanz. Dies besagt, dass der oberste Trieb über die nachfolgenden Triebe dominiert.

· Je stärker der Rückschnitt, umso kräftiger der Neuaustrieb, wie z.B. beim Verjüngungsschnitt.

Richtige Zeit zum Schneiden
Meistens wird zwischen Spätherbst und zeitigem Frühjahr geschnitten, also während des Winters. In dieser Zeit lässt sich bei sommergrünen Gehölzen der Sprossaufbau am besten erkennen und ein nötiger Schnitt gut abschätzen.
Zu diesem Zeitpunkt fängt der Saft gerade an zu steigen und Wunden können dann besonders gut heilen, ohne dass die Gehölze ausbluten. Ausnahmen hiervon bilden die Frühjahrsblüher, wie z.B. Forsythie oder Flieder.

Faustregel zum Zeitpunkt des Schnittes:

Im Frühjahr blühende Arten: gleich nach der Blüte schneiden.
Im Sommer oder Herbst blühende Arten: Im Winter oder Vorfrühling schneiden.

Schnitttechnik

Auch hier gilt es einige grundlegende Aspekte zu beachten:

.Den Trieb über einer Knospe oder an seinem Ansatz entfernen

·Niemals an beliebiger Stelle zwischen zwei Augen, da sonst der Triebrest vertrocknet und dann einen störenden Stummel bildet.

·Ein- bis zweijährige Triebe werden direkt über einer Knospe entfernt. Man wählt dabei ein Auge, das in der Krone nach außen zeigt. Nur solche Augen treiben später wieder aus.

·Würde man den Zweig über einem nach innen stehenden Auge entfernen, hätte dies einen Austrieb nach innen zur Folge, was einen unschönen Kronenwuchs ergeben würde.


Den Schnitt sollte man stets schräg durchführen und schräg nach unten richten, von der Knospe weg zum Triebansatz hin. ( siehe auch Bäume: Pflege und Schnitt ).
Das Absägen eines Astes erfolgt nach folgender Methode:

1. Der Ast wird in einiger Entfernung vom Stamm von unten nach oben bis zur Mitte eingesägt.

2. Danach wird, etwas nach außen versetzt, von oben nach unten bis zur Mitte gesägt. Dann bricht man den äußeren Teil ab.

3. Anschließend sägt man den übriggebliebenen Stumpf direkt am Stamm ab.

4. Schließlich werden die Wundränder mit einem scharfen Messer glattgeschnitten und die Wunde mit Verschlussmittel geschlossen, um Eindringen von Bakterien und Pilzen oder ein Ausbluten zu verhindern.

Wundpflege

Wunden bei Bäumen müssen in der Natur von selbst heilen,
damit sie überleben. Doch im Garten möchte man die Gehölze
auf jeden Fall erhalten und deshalb ihre Genesung unterstützen.
Ziel dieser Maßnahmen ist es, das Zuwachsen der Wunde zu
beschleunigen und das Eintreten von Krankheitserregern
zu vereiteln. Bei kleinen Wunden, die beim normalen Schneiden
von Trieben entstehen, ist eine Hilfestellung unsererseits nicht
erforderlich, allerdings nach Entfernung von Ästen ist dies unerlässlich.

Fortsetzung...
Wenn Wundränder zerfranst sind, werden sie deutlich schlechter verheilen als glatte. Aus diesem Grund werden Wundränder mit einem scharfen Messer gerade geschnitten, wobei die Wunde nach unten hin vergrößert wird, wodurch der Saftstrom und damit die Nähr- und Wundheilungsstoffe vermehrt auf die untere Seite der Wunde kommen, damit diese schneller zuwächst. Im Anschluss wird die gesamte Wunde inklusive Ränder mit einem dauerelastischen Wundverschlussmittel bestrichen. Heute verwendet man vielfach Wundbalsam, ein Kunstharz, das sich sehr bewährt hat. Bei Nadelgehölzen ist dies nicht nötig, da diese soviel Harz ausscheiden, dass die Wunde automatisch verschlossen wird, jedoch sollen auch hier die Ränder geglättet werden.
Pflanzschnitt

Nur bei ballenlosen Gehölzen wird ein Pflanzschnitt notwendig. Im Container gezogene oder ballierte Gehölze, brauchen bei der Pflanzung nicht gekürzt zu werden. Auch immergrüne Laubgehölze erhalten keinen Pflanzschnitt, da sonst eine Störung in der Entwicklung eintreten würde. Weil beim verpflanzen Bäume und Sträucher unweigerlich einen Teil ihrer Wurzeln verlieren, muss man das Verhältnis zwischen unter- und oberirdischen Pflanzenteilen wieder einigermaßen ins Gleichgewicht bringen um ihnen das Anwachsen zu erleichtern. Dazu werden die Triebe um 1/4 oder 1/3 gekürzt. Schwach entwickelte, alte, kranke oder kraftlos gewordene Triebe werden ganz entfernt. Auch Wurzeln werden gekürzt, jedoch weniger stark als die Triebe. (siehe auch Bäume, Rubrik: Pflege und Schnitt)

Erhaltungs- oder Pflegeschnitt
Damit Sträucher über viele Jahre hinweg ihre Form behalten und blühfähig bleiben, ist es notwendig einen sog. Pflegeschnitt durchzuführen. Macht man dies nicht, so neigen viele Arten dazu zu „vergreisen“, d.h. das Sprossgerüst besteht nur noch aus alten, dicken Trieben die wenig Blütenknospen bilden. Wie oft und auf welche Weise der Erhaltungsschnitt durchgeführt wird, hängt von der Art und dem Zeitpunkt ihrer Blütenknospenanlage ab.
Fortsetzung....

Sträucher, die einen jährlichen, starken Rückschnitt benötigen um üppig zu blühen, bilden ihre Blütenknospen während des Wachstums aus. Die Knospen stehen also an den diesjährigen Trieben und entfalten sich im Sommer oder im Herbst. Um die Bildung der Knospen zu fördern, werden Gehölze dieser Gruppe nach der Blüte um 30 –50 cm über dem Boden zurückgeschnitten. Da die zurückgeschnittenen Triebe im Winter meist noch zurückfrieren, sollte man diese nicht im Herbst sondern im Vorfrühling schneiden, wie z B. Schmetterlingsstrauch (Buddlea-Davidii-Hybride).


Bei wuchskräftigen Sträuchern, bei denen ständig neue, kräftige Triebe austreiben, werden etwa alle 2 - 3 Jahre die ältesten Triebe dicht über dem Boden entfernt. Dies fördert neuen Austrieb. z B. Hasel (Corylus) und Spindelstraucharten (Euonymus). Einige Sträucher bilden mit der Zeit weit ausladende, überhängende Triebe, die an den Seitenverzweigungen am reichsten blühen, wie z B. Forsithie. Dies sind die dreijährigen Triebe, an denen sich im nächsten Jahr, wenn ihre Blühfreudigkeit bereits nachlässt, lange, kräftige Schösslinge vor allem an der Oberseite der gebogenen Triebe zeigen. Nach der Hauptblüte werden die Bogentriebe regelmäßig bis zu den Schösslingen gekürzt. Alle winterharten, immergrünen Laubgehölze, sowie langsam wachsende Gehölze, entwickeln sich ohne Schnitt am besten. Z.B. Magnolie.

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