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 GEHÖLZE 

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Wissensdatenbank

Allgemeines

Es gibt viele verschiedene Arten Gehölze zu vermehren. Selbst wenn es sehr lange dauert, lassen sich auch die mächtigsten Bäume aus kleinen Samen heranziehen. Gelingt die Anzucht, ist die Freude um so größer. Möchte man jedoch in kürzester Zeit viele Jungpflanzen mit den gleichen Merkmalen erhalten, empfehlen wir die vegetative Vermehrungsmethode. Im Gegensatz zur hohen Kunst der Holzveredelung, läßt sich diese Methode leichter durchführen.

Die Anzucht aus Samen...
Ein besonderes Erfolgserlebnis eines Gärtners ist es, ein aus Samen selbstgezogenes Gehölz zu besitzen. Dies stellt man sich meist schwieriger vor als es tatsächlich ist, denn im Grunde genommen, ist diese Vermehrung ähnlich wie bei Sommerblumen oder Gemüsepflanzen. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen nur darin, dass manche Gehölzsamen nur mit Hilfe von Tricks zum Keimen gebracht werden können. Die daraus entstehenden Jungpflanzen sind durch Mischung des elterlichen Erbguts, in Aussehen und Eigenschaften einzigartig. Weshalb man diese Methode für gezielte Vermehrung von bestimmten Sorten nicht verwendet.
Ernte und Reinigung der Samen...

Vor dem Aussäen, müssen die meist in Früchten verpackten Samen zuerst gesammelt und dann gereinigt werden. In der Regel fallen die reifen Früchte zu Boden, so dass man sie nur noch aufzulesen braucht. Nur bei einigen Arten bleiben die Früchte bis in den Winter an den Trieben und müssen deshalb von Hand gepflückt werden, z.B. Berberitze. Bei vielen großwüchsigen Bäumen ist es so, dass sie in manchen Jahren nur sehr spärlich fruchten und blühen, in manch anderen Jahren dafür um so mehr. Die sog. Mastjahre werden in freier Natur bei heimischen Rotbuchen (Fagus sylvatica ssp. sylvatica), Eichen (Quercus Arten) oder der Rotfichte (Picea abies) besonders deutlich. Diese üppigen Jahre treten meist in regelmäßiger Reinfolge auf, lassen sich aber auch von bestimmten Umwelteinflüssen beeinflussen. Daher kann es sein, dass nicht in jedem Jahr gleich viel Saatgut vorhanden ist.

noch mehr .....
Bei Zwergmispel (Cotoneaster), Weißdorn (Crataegus), Kornelkirsche (Cornus mas), Zierkirsche (Prunus-Arten), Zierapfel (Malus-Arten) und Eberesche (Sorbus), gestaltet sich die Samengewinnung schwierig, da diese Gehölze fleischige Früchte tragen und hier erst das Fruchtfleisch entfernt werden muß, um Schimmel-und Fäulnisbildung zu vermeiden. Im Normalfall erledigen Vögel diesen Schritt, indem sie die Früchte fressen. Dabei wird das Fruchtfleisch verdaut und die Samen unversehrt ausgeschieden. So tragen die Vögel unbewußt zur natürlichen Vermehrung bei.
Die Samenvielfalt...

So unterschiedlich wie die Früchte aussehen, so vielfältig sind auch die Samen. Manche sind nackt und fliegen mit Hilfe von Samenwolle in großen Büscheln durch die Luft, wie z.B. Pappeln und Weiden. Ahorn, Esche, Rhododendron oder Robinie wiederum haben trockene Fruchthüllen oder Fruchtanhängsel als Samen, von denen sie sich leicht befreien können.

Fortsetzung...
Läßt man die gesammelten Früchte im Garten zunächst etwas anfaulen, ist der Samenkern leicht zu entnehmen. Die entnommenen Kerne werden mit Hilfe eines Mörsers zerkleinert -wobei die hartschaligen Samen keinen Schaden nehmen- und anschließend mit Wasser aufgeschwemmt und durch ein Sieb passiert, dessen Maschen die Samen zurückhalten.
Lagerung der Samen

Bis man die Samen im Frühjahr aussät, werden sie in der Regel trocken und kühl aufbewahrt. Manche Arten jedoch sollten direkt nach der Ernte ausgesät werden, da diese nur begrenzt keimfähig sind, wie z.B. Rot- und Silberahorn (Acer rubrum und Acer saccharinum), Weiden, Pappeln, Eschen und Magnolien. Dagegen keimen viele Gehölzarten, im selben Jahr nur schwer oder gar nicht, wenn sie gleich nach der Ernte im Sommer, gesät werden. Diese Samen müssen erst wasserdurchlässig gemacht werden, wodurch sie aufquellen und mit der Keimung beginnen können, die sog. Schwerkeimer. Die Wasserdurchlässigkeit der Samen wird durch Frostperioden erreicht.

Kaltkeimer...
Bei manchen dieser Kaltkeimer, wie z.B. Fächer- und Japanischer Ahorn (Acer palmatum, Acer japonicum), reicht nur ein Winter aus um die Samen zur Keimreife kommen zu lassen. Andere, wie gewöhnliche Eibe (Taxus baccata) oder die Kornelkirsche (Cornus mas), sog. Schwerkeimer, keimen erst, wenn sie noch mindestens ein weiteres Jahr im Boden gelegen haben. Möchte man Schwer- oder Kaltkeimer heranziehen, muss man für eine gute Stratifikation (Ablagerung) sorgen. Dazu nimmt man die Samen und legt sie schichtweise, mit grobem Sand in ein nach oben geöffnetes Gefäß -bei größeren Samen in eine flache Schale oder Kiste- und stellt sie an einen geschützten, schattigen Platz der Kälte und Frost ausgesetzt, in den Garten. Es ist empfehlenswert, dass die Kiste einen Wasserablauf hat. Durch Abdeckung mit Maschendraht, sind sie vor Mäusen, Vögeln, etc. geschütz. Von Zeit zu Zeit wird der gesammte Inhalt kräftig gemischt, damit alle Samen gleichmäßig der Kälte ausgesetzt sind.
Aussaat und Anzucht

Am besten werden Samen von Gehölzen direkt ins Freiland gesät. Dazu wählt man eine geschützte Stelle, z.B. in einer Ecke des Frühbeets, oder am Rande einer Gehölzgruppe. Dort wird ein Beet vorbereitet, dessen Erde möglichst locker, humushaltig und krümelig ist, aber nicht allzu nährstoffreich sein sollte. Sollen aber nur wenige Pflanzen herangezogen werden, gibt es auch die Möglichkeit sie in Töpfe zu säen und ins Freiland, auf die Terrasse oder den Balkon zu stellen. Der Vorteil besteht darin, dass man sie jederzeit an einen besseren Platz stellen kann. Handelt es sich um große Samen, nimmt man für jeden Samen einen Topf. Bei kleineren, kann man auch mehrere Samen in einem Topf unterbringen, die nach dem Aufgehen ausgedünnt werden und man den kräftigsten stehenläßt.

Fortsetzung...
Je größer die Samen, desto mehr Abstand beim Pflanzen. Jeder Samen sollte nur so viel mit Erde bedeckt sein, wie er selber dick ist. Also ein winziger Birkensamen wird nur hauchdünn bedeckt, im Gegensatz zu Roßkastanien oder Eichen, die eine etwa 5 cm dicke Erdschicht benötigen; hierbei ist ein gutes Angiessen nicht zu vergessen. Haben sich aus den Keimblättern zwei echte Blattpaare gebildet, ist es an der Zeit die Sämlinge zu vereinzeln oder zu dicht stehende Exemplare separat einzupflanzen, das sog. "Pikieren".
Das Pikieren

Hierzu wird die Erde gelockert, das Pflänzchen vorsichtig zwischen zwei Finger genommen und behutsam aus der Erde gezogen und sofort in einen extra Topf gepflanzt. Je nach Gehölzart und Wuchskraft kann es eventuell dazu kommen, dass sie nach einiger Zeit nochmals umgepflanzt werden müssen. Dies fördert die Entwicklung des Wurzelsystems. Es ist zu empfehlen, die Sämlinge immer wieder zu kontrollieren und bei Bedarf sorgfältig zu wässern, bis sie kräftig und groß genug sind, um entgültig ihren Platz im Garten zu erhalten.

Vegetative Vermehrung
Der Hauptgrund für die Anwendung von vegetativen Vermehrungsmethoden für Gärtner liegt auf der Hand: Man erhält Pflanzen mit den exakt gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze. Man weiß bereits vorher, was für eine Jungpflanze man erhält. Jungpflanzen von Hängeformen oder auch von rotlaubigen Sorten lassen sich nämlich nur auf diesem Wege vermehren. Hierzu können die unterschiedlichsten Pflanzenteile verwendet werden. Ganz gleich ob Triebe oder Wurzeln: durch die heutige moderne Labortechnik würden sogar Zell- und Gewebekulturen zur Vermehrung ausreichen. Doch man unterscheidet zwischen zwei Vermehrungsarten. Erstens die Verwendung von oberirdischen Teilen, zweitens die Methode bei der unterirdische Teile verwendet werden.
Fortsetzung...

Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass nur die Mutterpflanzen verwendet werden, deren Eigenschaften optimal sind, (üppiger Wuchs, gesund). Es ist also unumgänglich die Pflanze vorher kritisch zu betrachten. Achten Sie hierbei sehr genau auf Pilzbefall oder auch auf Krankheitserreger, denn diese sitzen häufig viel tiefer im Holz als sichtbar ist. Dadurch verhindern Sie, dass auch ein vermeintlich gesundes Pflanzenteil zur Vermehrung genommen wird und daraus eine bereits kranke Jungpflanze entsteht.

Vermehrung durch Ableger
Eine besonders einfache Methode ist die Verwendung von Ablegern. Als Ableger bezeichnet man verschiedene Triebe, die unterschiedliche Formen haben, noch mit der Mutterpflanze verbunden sind und eigenständig Wurzeln bilden, wie z.B. die Erdbeere (Fragaria). Doch dies ist bei Gehölzen sehr selten. Ein Beispiel hierfür ist die Schlehe (Prunus spinosa). Andere bilden hängende Triebe, die, sobald sie die Erde berühren, Wurzeln entwickeln, wie z.B. Efeu (Hedera helix).
Absenken

Bei dieser Methode, wird ein Zweig der Bodenkontakt hat, einige cm mit Erde bedeckt, so dass der Rest vom Zweig noch über der Erde ist. An der Stelle, wo der Zweig im Erdreich ist, werden sich Wurzeln bilden; sind diese kräftig genug, kann man sie von der Mutterpflanze trennen und separat einpflanzen. Durch ein vorheriges einritzen der Rinde, an der Stelle des Zweiges die sich im Boden befindet, wird die Bewurzelung angeregt. Zum Absenken verwendet man nicht zu stark verholzte Zweige, die sich leicht biegen lassen ohne zu knicken. Man sollte Blätter und Knospen an der Stelle mit Bodenkontakt entfernen, um Fäulnis zu verhindern. Diese Methode wendet man dann an, wenn die Arten sich schlecht vermehren lassen, wie Zaubernuß, Pappel, Rhododendron, Hasel und auch Magnolie. Jedoch für die Erzeugung von mehreren Jungpflanzen ist diese Methode etwas zu umständlich.

Wurzelausläufer
Auch Wurzelausläufer können zur Vermehrung dienen. Gerade bei Gehölzen ist diese Methode gut geeignet. Es bilden sich unterirdisch sog. Wurzelausläufer, Wurzelausschläge oder auch Schößlinge, die über Wurzeln mit der Mutterpflanze verbunden sind. Wie bei: Pfeiffenstrauch (Philadelphus), Forsythien, Schneebeere (Symphoricarpos-Arten), Zierkirschen (Prunus-Arten) und Essigbaum (Rhus typhina). Zur Verwendung dieser Ausläufer, gräbt man die Erde an der Stelle, an der eine Jungpflanze hochgewachsen ist, im Herbst oder Frühjahr soweit auf, dass die Wurzelverbindungen sichtbar werden. Sind bei dem Schößling eigene Wurzeln vorhanden, wird die Verbindung zur Mutterpflanze gertrennt und die Jungpflanze an einer gewünschten Stelle wieder eingepflanzt. Ist das Wurzelsystem noch nicht ausreichend, gibt man ihr noch Zeit zum Wachsen uns trennt sie zu einem späteren Zeitpunkt.
Stecklinge

Dies ist die häufigste und einfachste Methode des Vermehrens. Hier kann man in einem Arbeitsgang größere Mengen an Jungpflanzen ziehen. Man unterscheidet hier zwei Formen der Stecklingsvermehrung:
A. Die Vermehrung aus Steckhölzern oder auch Hartholzstecklingen, die von ausgereiften verholzten Trieben stammen.
B. Stecklinge, die von halbreifen, noch weichen Trieben stammen, auch Sommerstecklingsvermehrung genannt.

Hartholzstecklinge
Bei dieser Art der Vermehrung nimmt man diesjährige, mindestens bleistiftdicke Triebe. Dünne, zu stark gestreckte Zweige sind hierzu nicht geeignet. Herrscht nicht zu starker Frost, ist die beste Zeit des Schneidens, die Zeit von Oktober bis Dezember. Mit einem scharfen Baummesser werden die Triebe an ihrer Ansatzstelle geschnitten, danach werden sie auf eine Länge von ca. 25 - 30 cm gekürzt, also kann man ein langen Zweig zu mehreren Steckhölzern verwenden. Hierbei ist ein glatter, gerader Schnitt unerheblich, denn eine ausgefranste Rinde bewurzelt leichter, behalten Sie dabei aber oben und unten im Auge.
Fortsetzung:

Nun ist es erforderlich sämtliche Blätter an ihrem Ansatz zu entfernen, wobei auch die noch nicht völlig verholzten Triebenden entfernt werden, da diese nicht verwendet werden sollten. Nun hat man die Möglichkeit die Steckhölzer sofort einzusetzen, wobei man in Regionen mit rauherem Klima hiermit bis zum Frühjahr wartet und die Steckhölzer lagern kann. Zur Überwinterung werden diese nach Sorte gebündelt im Sand frostfrei und dunkel aufbewahrt. Natürlich kann man sie auch in einer Plastiktüte aufbewahren, doch hier besteht die Gefahr von Schimmelbefall. Im zeitigen Frühjahr, also Ende Februar/Anfang März kann man die Steckhölzer im Boden einsetzen. Achten Sie darauf, dass die Erde schön locker und humusreich ist und Kies als Drainageschicht vorhanden ist, um das Abfliessen von Wasser zu gewährleisten. Bei der Aufzucht muß durch regelmäßiges Giessen die Erde feucht gehalten werden und darf nicht austrocknen. Denn dann kommt die Wurzelbildung zum Stillstand und die Jungpflanze würde absterben.

Das Ergebnis....
Im darauffolgenden Jahr haben die meisten Arten aus den im Boden steckenden Knospen Wurzeln geschlagen. Dies ist erkennbar am Austrieb frischer Blätter. Möchte man sie versetzen, werden sie behutsam ausgegraben und umgesetzt. Bei manchen Arten jedoch bilden sich nur sehr mühsam Wurzeln. Sollte dies der Fall sein, werden die Jungpflanzen noch länger im Anzuchtbeet gelassen, die frischgebildeten Triebe im darauffolgenden Frühjahr stark zurückgeschnitten und erst im nächsten Herbst versetzt.
Sommerstecklinge

Manche Gehölze bilden nicht so leicht Wurzeln aus reifem Holz, sondern aus noch nicht verholzten Trieben. Wie Berberitzen (Berberis), Schneeball (Viburnum) oder Zierquitten (Choenomelis) sowie Sorten des Japanischen- und Fächerahorns ( Acer japonicum, Acer palmatum). Diese werden durch sog. Sommerstecklinge vermehrt.

Die Verfahrensweise
Hierzu werden im Hochsommer, von Ende Juli bis Ende August diesjährige, gesunde und kräftige Triebe, die in voller Sonne standen und deshalb engstehende Blätter haben, direkt am Ansatz abgeschnitten. Das untere Ende des Stecklings sollte direkt unter einem Blattknoten liegen. Das obere Ende des Triebes wird so weggeschnitten, dass der verbleibende Steckling nur noch etwa 5 - 10 cm lang ist. Im unteren Drittel werden alle Blätter entfernt. Um die noch weichen Triebe nicht zu verletzen, sollte hierzu ein sehr scharfes Messer genommen werden.
Fortsetzung:

Als Erde verwendet man eine lockere, mit Kompost vermischte Gartenerde, die man in einen Topf füllt in dem der Steckling eingesetzt wird. Dann sollte er an einem sonnigen geschützten Platz, unter einen Folientunnel gestellt werden, wobei vorher gut gewässert wird. Durch Einsatz eines Bewurzelungsmittels, wird die Bewurzelung beschleunigt. Da diese Stecklinge nur über die Blätter in der Lage sind Wasser aufzunehmen, sollten diese regelmäßig besprüht werden. Trockenheit und übermäßige Nässe müssen auf jeden Fall vermieden werden. Stehen die Stecklinge im Frühjahrsbeet, so kann man durch Entfernung der Abdeckung diese an einen Platz im Freien gewöhnen. Befinden sich mehrere Stecklinge in einem Topf, muss man nach etwa 6 - 8 Wochen diese getrennt einpflanzen, jedoch darauf achten, die zarten Wurzeln nicht zu beschädigen. Stellt man hierbei fest, dass das Wurzelsystem gut entwickelt ist, spricht nichts dagegen, sie ins Freiland einzusetzen.

Teilung
Einige Gehölze, wie Strauchkastanie (Aesculus parviflora), Ranunkelstrauch (Kerria japonica) oder Spierstrauch (Spiraea), lassen sich auch direkt teilen, da diese über einen zusammenhängenden Wurzelstock verfügen, aus dem sämtliche Sprossen entstehen. Diese Teilung führt man am besten im Frühjahr durch, da die Pflanze in dieser Zeit die meisten Wurzeln bildet, weshalb auch die Teilstücke sehr schnell wieder anwachsen. Darum sollte man sie auch gleich an die gewünschte Stelle einpflanzen.
Die Veredelung

Es gibt jedoch Gehölze, die sich durch keine der vorhergenannten Methoden vermehren lassen. Sie bedürfen der Veredelung. Das bedeutet, dass zwei verschiedene Pflanzen so miteinander verbunden werden, dass sie an der Verbindungsstelle fest verwachsen sind und gemeinsam eine neue Pflanze bilden. Eine der beiden liefert dabei den Wurzelteil, oder auch "Unterbau" genannt, die andere bildet den blühenden und fruchttragenden Oberteil, die Veredelung, da sie den "edlen" Teil der Pflanzenpartnerschaft aufweist. Dieses Teil bildet selbst nur sehr schwer eigene Wurzeln.

Fortsetzung...
Bei dieser Methode verwendet man nur artverwandte Sorten, da sonst Abstoßungsreaktionen autreten können. Hier gibt es unterschiedliche Verfahrensmethoden. Meistens wird die Edelsorte, man spricht von "Edelreis", in die Rinde des Unterbaus gesteckt, die an dieser Stelle zuvor eingeschnitten wurde. Mit der Veredelung bewegt man sich in der sog. "Hohen Schule" der Vermehrungskunst. Nur im Hausgarten eines passionierten Hobbygärtners wird man die Veredelung von Obstgehölzen oder Rosen finden. Die in Baumschulen angebotenen Gehölze sind meist veredelt, wie Japanische Blütenkirsche (Prunus triloba u.a.), Edelflieder (Syringa- Vulgaris-Hybriden) oder Strauch Pfingstrosen (Paeonia-Suffruticosa-Hybriden). Auch Nadelgehölze wie Lerche (Larix) kann man veredelt kaufen, ebenso Klettergehölze wie Glycine (Wisteria), bei denen die veredelten Exemplare deutlich üppiger blühen als die unveredelten.
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