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Wissensdatenbank

Aldrovanda (Wasserfalle). (Zitat: Quelle: Gesellschaft für fleischfressende Pflanzen)

Die "Wasserfalle" ist eine frei schwimmende Wasserpflanze, die man vereinzelt in Teilen Europas, Asiens und Australiens findet. In den alten Bundesländern gilt sie seit 1986 als ausgerottet. Sie ist mit der Venusfliegenfalle verwandt, mit der sie viel gemeinsam hat. Es gibt nur eine Art: Aldrovanda vesiculosa. Da die Art allgemein als sehr heikel bekannt ist, finden sich kaum verläßliche Kulturtips. Einige Liebhaber empfehlen die Kultur zusammen mit anderen Pflanzen (Typha, Lemna usw.) in kleinen Teichen oder Aquarien. Von entscheidender Bedeutung scheinen pH-Wert und Leitfähigkeit des Wassers zu sein.

Aldrovanda vesiculosa ist eine aquatische Pflanze, die ein weltweites Vorkommen hat. Leider ist sie in Deutschland so gut wie ausgestorben, so daß man jeden gefundenen Standort schützen sollte.
Das Fangprinzip ist dem der Venusfliegenfalle sehr ähnlich, nur daß sich alles im Wasser abspielt. Die Fallen, die am Ende der wagenräderförmig angeordneten Blätter gebildet werden, sind nur ca. 6-9 mm lang, schließen sich aber maximal in 1/50 Sekunde. Als Beute dienen der Pflanze Wasserflöhe, Mückenlarven und andere kleine Wasserinsekten.

Man sollte sich einschlägige Literatur beschaffen, bevor man einen Kulturversuch mit dem heiklen Pfläzchen wagen will

Byblis (Regenbogenpflanze)
Die Gattung Byblis (Regenbogenpflanze) besteht aus zwei Arten: Byblis liniflora und B. gigantea. Letztere kommt nur in Süd-West-Australien (es soll aber auch Funde auf Neuguinea gegeben haben) vor und ist dort eine ausdauernde krautige Pflanze mit bis zu einem Meter Höhe. In der Trockenzeit kann sie bis auf einen holzigen Stock absterben. Sie steht auf Anhang I der Washingtoner Artenschutzliste und gehört somit - wie viele andere Karnivoren - zu den vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten.

B. liniflora ist eine bedingt einjährige Pflanze, insgesamt erheblich zarter und filigraner als B. gigantea. Der Beutefang und die Beute dieser beiden Arten ähneln sehr den der Drosera, nur daß hierbei keine aktive Tentakel- und Blattbewegung stattfindet. Dies trifft auch für die beiden Gattungen Drosophyllum und Triphyophyllum zu.


Fortsetzung...

Im Gegensatz zu den meisten anderen Karnivoren mögen diese Pflanzen es eher trocken. Byblis liniflora wächst in Sand-Torf-Gemischen oder Sphagnum, während die kräftigere B. gigantea stark sandhaltigen Torf bevorzugt. Zum Samenansatz ist meist Kreuzbestäubung nötig. Die Samenkeimung ist oft verzögert.

Byblis gigantea ist ein Feuerkeimer, um die Samen zu aktivieren wird eine 24 Stunden Behandlung (quellen lassen) mit Gibberelinsäurelsg. (0,1 % g/v) empfohlen, oder mit Wasser, durch welches Rauch (z.B. am Grill) geleitet wurde.

Vorkommen: Südwest Australien A) Umgebung von Perth B) einige hundert km nördlich von Perth, entlang der Westküste.

Das Substrat besteht in Western Australia meist aus reinem Quarzsand. In Kultur empfehle ich eine Mischung aus normaler Insektivorenerde (Torf/Sand/Perlit oder Bimskies) welcher grober Bimskies oder auch Tongranulat (Seramis) zugegeben wird um eine lockere Mischung zu erhalten. Der Quarzsand Anteil kann etwas erhöht werden, von reinem Sand ist aufgrund des raschen Austrocknens in der Sonne unbedingt abzuraten!

Fortsetzung...
Die Pflanzen werden ganzjährig in Anstaubewässerung gehalten und zwar je sonniger desto besser. Ein hoher Topf mit 15 bis 20 cm Durchmesser ist angebracht, darin kann die bis zu 50 cm hohe Pflanze jahrelang gehalten werden. Trocknen die oberen Teile eines grösseren Exemplars ab, grossrügig zurückschneiden, es bilden sich dann häufig neue Triebe. In Kultur wächst sie zwar übers Jahr mit unterschiedlichem Tempo, sie braucht aber keine Ruhephase wie z.B. die Drosera erythrorhiza, welche bei Perth am gleichen Standort wachsen.

Wissenswert:
Die Blüte von Byblis gigantea gibt Pollen nur frei, wenn die hohen Schallwellen eines anfliegenden Insekts es erreichen. Der Vorgang wird in Australien als "Buzz-pollination" bezeichnet. Wer daheim Pollen gewinnen will, kann sich eine Stimmgabel besorgen, oder eine Biene dressieren :-)!


Cephalotus (Zwergkrug)

Eine kannenbildende Gattung ist die monotypische Cephalotus. Ihre einzige Art Cephalotus follicularis kommt nur in Sümpfen in Südwest-Australien vor. Auch sie steht auf der Washingtoner Artenschutzliste und ist vom Aussterben bedroht.

Sie ist eine rosettenbildende Pflanze, die zwei Arten von Blättern besitzt. Im Winter werden ganz normale Laubblätter produziert, die denen eines Usambaraveilchens ähneln. Die kurz gestielten, bis 3 cm großen Fangkannen (mit Verdauungsflüssigkeit gefüllt), die rosettig am Boden liegend angeordnet sind, werden nur im Sommer gebildet. Diese Kannen sind bedeckelt, stark behaart und färben sich im Sonnenlicht sehr schön violett.

In dieser rosettigen Anordnung sieht die Cephalotus mit ihren Kannen wie eine am Boden sitzende Spinne aus. Einige Leute erinnern die Kannen an kleine Schuhe, von anderen wird die Pflanze mit den Blüten mancher Orchideen wie Paphiopedilum oder Cypripedium (Frauenschuh) verglichen.

Fortsetzung...
Der Beutefang läuft gleich dem der Nepenthes ab. Einziger Unterschied: Cephalotus fängt und verdaut hauptsächlich kleinere Bodeninsekten wie Ameisen.

Die Kultur der Cephalotus galt bis vor ein paar Jahren als extrem schwierig. Heute ist aber bekannt, daß man diese Art ähnlich wie Drosera in einem torfigen, mehr oder weniger stark dränierten Substrat unter leichter Anstaubewässerung kultivieren kann. Im Winter sollte die Bewässerung mit kalkfreiem Wasser stark eingeschränkt werden Der Boden sollte aber immer leicht feucht sein.

Ein sonniger oder leicht schattierter Standplatz garantiert eine schöne rötlich-violette Ausfärbung der Kannen. Cephalotus lassen sich mittlerweile sehr gut über Teilung und Blattstecklinge vermehren. Manchmal legen die Pflanzen eine Wachstumspause ein, die einige Wochen bis Monate dauern kann.

Darlingtonia (Kobralilie)

Die monotypische Gattung Darlingtonia ist sehr nahe mit den Sarracenia verwandt. Ihre einzige Art Darlingtonia californica ist nur im westlichen Nordamerika (Nord-Kalifornien und Oregon) beheimatet, speziell in den Bergen des pazifischen Nordwesten der USA. Dort findet man sie in Torf oder Sphagnummooren, die entweder immer naß oder wasserdurchsickert sind. Meistens stehen die Pflanzen in wasserdurchflutetem Gelände, so daß die Wurzeln permanent kühl stehen. Daher sollte der Wurzelstock auch in Kultur ständig kühler als die Umgebung gehalten werden.

Ihre Blüten unterscheiden sich sehr stark von denen der Sarracenia, so daß ihre Klassifikation als eigene Gattung gewährleistet ist. Auch sind ihre Fangschläuche komplizierter aufgebaut als bei Sarracenia. Die Schläuche enden in einem stark verdickten Teil, wo sich die einzige Öffnung an der Unterseite dieses helmartigen Kopfes befindet. Die Oberseite des Helms ist mit vielen durchsichtigen Fensterchen versehen. Ein in den Schlauch eingedrungenes Fluginsekt meint deshalb, problemlos nach oben starten zu können.

Eine Fliege zum Beispiel fliegt so lange von innen gegen die Oberseite, bis sie so erschöpft ist, daß sie in den Schlund fällt und dort verdaut wird. Außerdem hat D. californica eine von unten nach oben führende Leiste am Schlauch, die an der sogenannten Mundöffnung endet und so Bodeninsekten wie Ameisen direkt ins Verderben führt. Entlang dieser Leiste und innerhalb des Helms wird zur Anlockung Nektar produziert. An der Mundöffnung befindet sich auch ein zungenähnliches gegabeltes Gebilde, das Fluginsekten eine Landung erst ermöglicht. Diese "Zunge" färbt sich bei voller Sonne wunderschön rot, wie eine Schlangenzunge. Insgesamt sieht ein im Wind hin und her wippender Darlingtonia-Schlauch, der bis zu 70 cm hoch werden kann, mit seinem verdickten Kopf und der Zunge wie eine tanzende Kobra aus. Daher auch der Trivialname "Kobralilie".


Fortsetzung...
Darlingtonia kultiviert man am besten in einem Gemisch aus lebendem Sphagnummoos und Perlit oder einfach nur in lebendem Sphagnum. Ein Substratgemisch aus Hochmoortorf und Perlit ist ebenfalls geeignet, wenn auch nicht ganz so gut. Darlingtonia ist bedingt winterhart und sollte während der kalten Jahreszeit mit einer Schutzabdeckung versehen werden. Das wichtigste bei der Kultur ist die ausreichende Kühlung der Wurzeln. Solange die Wurzeln und das Rhizom relativ zur Umgebung gesehen ausreichend niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind, verträgt die Pflanze volle Sonne und gedeiht prächtig.

Darlingtonia kann auf der Fensterbank oder im Gewächshaus kultiviert werden, hierbei sollten die Pflanzen in Tontöpfen unter Anstaubewässerung stehen. Die Tontöpfe sorgen durch Verdunstungskälte für die ausreichende Kühlung des Wurzelstocks. Aber auch ins Moorbeet kann man diese Art pflanzen. Besonders wichtig ist bei Darlingtonia (und allen anderen Karnivoren) die Benutzung von kalkfreiem Wasser.

Der deutsche Name der Darlingtonia californica lautet Kobralilie. Die Art ist nicht akut bedroht, hat aber nur ein sehr kleines Verbreitungsgebiet, das irgendwann von Holzeinschlag und Besiedlung bedroht sein wird. Die Kultur dieser Art ist etwas schwierig, da die Art kühle Bedingungen, und vor allen kalte Wurzeln braucht, dazu hohe Luftfeuchtigkeit und eine lange kühle Winterpause.

Dionaea (Venusfliegenfalle)

Dionaea muscipula, die Venusfliegenfalle, kommt aus den USA (Carolina) und ist voll winterhart, sie kann Frost unbeschadet überstehen. Die Pflanze stirbt in einem frostigen Winter oberirdisch vollkommem ab und im Erdreich bleibt nur ein zwiebelähnliches, knolliges Gebilde übrig, aus dem im Frühjahr neues Leben quillt.

Die Venusfliegenfalle ist eine rosettenbildende Pflanze mit bis zu 20 cm Durchmesser. Am Ende eines jeden Blattes bildet sich ein bis 3 cm großer Fangapparat. Dieser Fallentyp besteht aus zwei lang gezahnten Blatthälften, die sich bei viel Sonnenlicht herrlich dunkelrot färben. Auf ihren Innenseiten befinden sich jeweils drei kleine Fühlborsten.

Diese lösen das Zusammenklappen der Blatthälften aus, wenn man sie zweimal kurz hintereinander berührt. Sind die Bedingungen günstig und ist die Pflanze "hungrig", kann dieser Vorgang in etwa einer zwanzigstel Sekunde ablaufen, was eine der schnellsten Bewegungen im Pflanzenreich darstellt.


Fortsetzung...
Sprechen nach dem Schließen der Blatthälften Eiweißrezeptoren positiv an (wenn also "echte" Beute gemacht wurde), produziert die Pflanze Verdauungssekrete, die die Beute je nach Größe in Stunden oder Tagen verdauen. Eiweiße und andere abbaubare Stoffe werden aufgelöst und durch andere auf den Blattinnenseiten befindliche Drüsen eingezogen. Nach Abschluß dieses Vorgangs öffnet sich die Falle wieder und nur der leere Chitinpanzer der Beute zeugt noch davon, daß hier ein Insekt einer Pflanze als Nahrung gedient hat.

Die einzelne Falle ist in der Lage, sich bis zu sieben Mal zu schließen, danach stirbt sie ab. Man sollte ein Blatt also nicht allzuoft künstlich reizen.

Die Kultur dieser interessanten und schönen Pflanze ist recht einfach, wenn man folgende Punkte beachtet: Das Gießwasser muß möglichst kalkfrei sein und sollte daher kein normales Leitungswasser sein. Am besten benutzt man Regenwasser oder entsalztes Batteriewasser, was man billig in jedem Supermarkt (oder Tankstelle) bekommen kann. Als zweites sollte das Pflanzsubstrat leicht sauer sein, was auch dem natürlichen Standort dieser Pflanze entspricht.

Hier ist reiner Hochmoortorf geeignet, der mit verschiedenen Dränagezusätzen (Perlit, Vermiculit) versehen werden kann, was eine Fäulnis der Pflanze verhindert. Das Substrat sollte immer feucht gehalten werden (im Winter während der Ruhe natürlich trockener) und ein vollsonniger Standort auf der Fensterbank in einem Untersetzer mit Wasser oder im Moorbeet im Garten wären ideal.
Durch die Blüten wird die Pflanze sehr geschwächt, wenn man also nicht auf Samen aus ist, sollte man sie abschneiden. In ihrer amerikanischen Heimat (im südlichen Teil des Staates North Carolina) ist Dionaea muscipula von der Ausrottung bedroht. Unglücklicherweise gibt es noch immer Sammler, die sich selbst durch Androhung hoher Geldstrafen nicht davon abgehalten lassen, die Pflanzen aus der Natur zu entnehmen.
Drosera (Sonnentau)

Die Drosera sind wie die Pinguicula (Fettkräuter) meist rosettenbildende Pflanzen, die einen Durchmesser von 1 bis 70 cm erreichen. Es gibt eine ganze Reihe winterharter Arten, sehr viele tropische, und außerdem solche, die zwiebelbildend sind. Auch gibt es welche, die sich über Brutschuppen vegetativ vermehren. Die Gruppen der Zwiebeldrosera und der brutschuppenbildenden Zwergdrosera sind auf Australien beschränkt, und dort mit jeweils ca. 40 Arten vertreten (Zwiebeldrosera mit ca. 30 Unterarten). Ansonsten kann man auf allen Kontinenten der Erde Drosera in Mooren oder ähnlichen Feuchtgebieten finden. Leider ist die Vielfalt zu groß, um sie hier ausführlich zu erläutern.

Die Drosera haben tentakelbesetzte Blätter, an deren Enden kleine, nach Nektar duftende Leimtröpfchen sitzen. Ein Insekt, das von diesen duftenden und nach Tau aussehenden Tröpfchen angelockt wird, bleibt an diesen kleben und berührt bei seinen Befreiungsversuchen immer mehr dieser Tröpfchen. Die Pflanze wiederum reagiert auf die Eiweiße der Beute und bewegt selbsttätig weitere Tentakeln zum Opfer hin. Zum Schluß wickelt sich das Blatt ganz um die Beute. Die Nährstoffe des Insekts werden mit Hilfe von Verdauungsenzymen herausgelöst und absorbiert. Wenn die Beute aufgelöst ist und nur noch der nicht auflösbare Chitinpanzer übrig ist, entrollt sich das Blatt und die Tentakeln recken sich wieder nach neuen Opfern. Die Drosera fangen und verdauen Insekten bis zu einer Größe von Wespen oder Stubenfliegen.


Fortsetzung...
Drosera lassen sich recht einfach kultivieren, wenn man ein torfiges, schwach saures Substrat verwendet, das man mit Quarzsand, Perlit oder Vermiculit mehr oder weniger stark dräniert. Hierbei sollte der Torf als Basissubstrat möglichst schwach zersetzter Hochmoortorf sein. Die Töpfe werden über das Anstauverfahren bewässert, d.h. daß die Töpfe immer in einer Schale mit ca. 1 cm Wasser stehen. Das Wichtigste überhaupt ist kalkfreies Wasser, ähnlich wie bei allen anderen Karnivoren. Kalk wirkt auf kurz oder lang tödlich auf Drosera, daher sollte nur Regenwasser oder destilliertes Wasser verwendet werden.

Als Standort lieben die meisten Drosera einen vollsonnigen bis schwach schattierten Stellplatz auf der Fensterbank oder in einem bepflanzten Aquarium/Terrarium. Die winterharten Arten schätzen einen immer feuchten Platz im Moorbeet im Garten.

Die Kultur aus Saat ist meist problemlos. Viele Arten lassen sich auch über Blatt- und Wurzelstecklinge vermehren. Gerade die tropischen Arten D. spathulata und D. capensis erweisen sich als sehr robust und erwarten nur die unbedingten Grundvoraussetzungen der Sonnentaukultur.

Während die tropischen Formen meist das ganze Jahr über mehr oder weniger wachsen, sterben andere in wechselfeuchten Gebieten ab bis auf fleischige Wurzeln oder Knollen. Kalte Jahreszeiten werden mit dicht gepackten Hibernakeln (Winterknospen) überdauert. Einige Arten werden sehr groß, aufrecht oder windend, viele jedoch bilden bodenständige Rosetten. In ihrer australischen Heimat sind einige der Zwergdrosera durch Umweltzerstörung bereits ausgerottet worden.


Drosophyllum (Taublatt)

Drosophyllum ist eine monotypische Gattung mit der Art Drosophyllum lusitanicum. Diese ist hauptsächlich in Portugal und Südspanien beheimatet, findet sich aber auch im nördlichen Marokko und Algerien. Sie ist eine mehrjährige, ausdauernde, stämmige Pflanze mit einem Durchmesser von bis zu 40 cm und wunderschönen gelben Blüten, die von den Portugiesen gerne als natürlicher Fliegenfänger in Kneipen aufgehängt wird. Daran kann man schon ersehen, daß D. lusitanicum ein effektiver Insektenfänger ist.

Fortsetzung...
Diese Pflanze ist eine der wenigen Karnivoren, die an sehr trockenen Standorten wächst.
Man sollte die Pflanzen in einem stark dränagierten Torfsubstrat (viel Sand oder Perlit) kultivieren. Das Substrat sollte hierbei ständig nur mäßig feucht gehalten werden. Eine sehr leichte Anstaubewässerung ist möglich, aber auf kalkarmes bis kalkfreies Wasser ist bei dieser Art ebenfalls zu achten. Kurzzeitige Trockenheit überstehen diese Pflanzen meist unbeschadet und ein sonniger Stellplatz ist unerläßlich, dann duftet die Pflanze honigartig.

Im Allgemeinen ist die Kultur dieser Pflanze recht schwierig. Aufgrund der hohen Wurzelempfindlichkeit sollte man diese Pflanze so gut wie nie umtopfen - schon bei Jungpflanzen sollte der Topf für die spätere Pflanze groß genug gewählt werden.

Genlisea (Reusenfalle)

Die Reusen-Falle wird durch die Gattung Genlisea mit ca. 19 Arten vertreten. Die Arten der Gattung Genlisea, die sehr nahe mit den Utricularia verwandt sind, kommen nur in Südamerika und Afrika vor. Es sind kleine rosettige Blattklumpen mit lang gestielten Blüten, die im Erdreich anstelle der Vakuumfangblasen (wie Utricularia) gegabelte, spiralig gedrehte, mit inneren Reusen versehene Ausläufer besitzt, deren beide Spiralenden zur Pflanze hin, kurz nach dem Zusammentreffen im sogenannten "Magen" enden.

Kleine Bodeninsekten, die durch die Öffnung am Ende der Spiralen eindringen, können aufgrund der Reusen nur in eine Richtung in die Pflanze hinein weiterkommen. So kriechen sie immer weiter, bis sie im Magen angelangt sind, der durch den Eiweißreiz der Opfer sofort mit der Produktion von Verdauungssekreten beginnt. Die Beute wird aufgelöst und alle für die Pflanze verwertbaren Stoffe absorbiert. Die Beute besteht aus Springschwänzen, kleinen Asseln, Würmern und anderen kleinen Bodeninsekten. Der Fangapparat dieser Gattung gehört zu den kompliziertesten innerhalb des Karnivoren-Reichs und fasziniert Botaniker und Hobbywissenschaftler weltweit.

Die Kultur der Genliseen sollte wie die der semi-aquatischen Utricularien sein. Ein Substrat aus schwach zersetztem Hochmoortorf, zum Teil mit Quarzsand versetzt, ist ideal. Es wird mit kalkfreiem Wasser im Anstau bewässert, wobei die Substratoberfläche zeitweise unter Wasser stehen kann. Diese Pflanzen mögen lieber einen schattierten, wohl temperierten Standort bei recht hoher Luftfeuchtigkeit. Da alle Arten aus den Tropen stammen, wäre ein Platz im Tropenhaus oder einer Orchideenvitrine hier das Richtige.

Über eine Gefährdung dieser Gattung ist nichts bekannt, abgesehen von der allgemeinen Bedrohung der Naturstandorte.

Heliamphora (Sumpfkrug)
Eine weitere nahe mit den Sarracenia verwandten Gattung ist die der Heliamphora. Ihre derzeit sieben bekannten Arten sind nur auf den Tafelbergen (Tepuis) Venezuelas (teilweise auch Guayana und Brasilien) beheimatet. Sie sind sehr stark an ihre Umgebung dort angepaßt.

Entwicklungsgeschichtlich stehen diese Pflanzen vor Sarracenia. Bei ihnen kann man noch genau erkennen, wie sich ein normales Laubblatt zu einen Schlauchbatt umgeformt hat. Diese Schläuche sind unbedeckelt und haben nur einen kleinen, meist tiefrot gefärbten Fortsatz, an dem Nektar zur Anlockung gebildet wird. Die Schläuche besitzen außerdem ein Regenwasser-Ablaufloch, so daß der Schlauch nie zu hoch gefüllt ist.


Fortsetzung...

Aufgrund der Höhe ihrer natürlichen Habitate brauchen diese Pflanzen sehr hohe Lichtwerte (hoher UV-Anteil), aber möglichst nie Temperaturen über 30 °C. Erst neuere Expeditionen auf die Tafelberge Venezuelas haben einiges über die Natur dieser Pflanzen in Erfahrung gebracht.

Aufgrund ihrer unzugänglichen Habitate besteht die Hoffnung, daß diese Pflanzen vor menschlischen Eingriffen besser geschützt sind als andere Karnivoren. Allerdings könnten Klimaveränderungen durch die Abholzung der die Berge umgebenden Tieflandregenwälder die Lebensräume dieser Pflanzen bedrohen (Nachlassen der Regenfälle).

Fortsetzung...
Kultivieren sollte man Heliamphora ähnlich wie Darlingtonia entweder in lebendem Sphagnummoos oder in einem Gemisch aus Sphagnummoos und Perlit. Insgesamt sind diese Pflanzen aber erheblich schwieriger und empfindlicher als Darlingtonia. Wichtig ist vor allem sehr viel Licht, immer ausreichende Kühlung, Temperaturabsenkung in der Nacht, und möglichst nie oder nur kurzzeitig Temperaturen über 30 °C.

Am besten ist ein Standort in einer gekühlten Gewächshauszelle, bei voller Sonne oder aber ein kühler Platz in einer Vitrine im Haus unter viel Kunstlicht. Allgemein ist die Kultur dieser Pflanzen schwieriger und sollte von einem Anfänger nicht sofort versucht werden.

Nepenthes (Kannenpflanze)

Die größte Gattung mit Fallgruben ist die der Nepenthes mit ca. 77 Arten, die im gesamten tropischen asiatischen Raum beheimatet sind. Einige Exemplare findet man aber auch bis Madagaskar oder Nordaustralien. Nepenthes sind hauptsächlich Bewohner der tropischen Regenwälder Südostasiens, insbesondere Borneos. Man unterteilt sie in zwei Gruppen: Tieflandarten, die unter 1000 m über Meereshöhe wachsen, und Hochlandtypen, die über 1000 m vorkommen.

Nepenthes sind ausdauernde, teilweise sehr langsam wachsende Pflanzen, die ohne ihren kannenförmigen Fangapparat an den Blattspitzen einem Gummibaum nicht unähnlich wären. Die Blätter dieser Pflanzen gehen an den Blattspitzen in einen rankenähnlichen Fortsatz über, an dessen Ende eine je nach Art 2-60 cm große bedeckelte Kanne gebildet wird.

Diese Kannen besitzen einen nach innen umgekrempelten, mit Wachsplättchen beschichteten Kragenrand, auf dem angelockte Beutetiere ausrutschen und ins Innere fallen. Auf und unter diesem Kragenrand wird Nektar als Lockmittel produziert.


Fortsetzung...
Die Kanne selbst ist bis zu einer gewissen Höhe mit Verdauungssekreten gefüllt, die - wenn auch stark abgeschwächt - unseren Magensäften ähnlich sind. Die Kanneninnenwände sind ebenfalls zum Teil wachsbeschichtet und außerdem gibt es nach unten gerichtete Borstenhaare, die ein Entkommen der Opfer fast unmöglich machen.

Der Deckel über der Kanne dient entgegen der weitverbreiteten Meinung nicht zum Schließen der Kanne, sondern ist nur ein Regenschutz, damit die Verdauungssäfte nicht zu stark verdünnt werden. Er steht nach dem ersten Öffnen der Kanne immer starr über ihr.


Fortsetzung...

Die Beute der Nepenthes besteht in den allermeisten Fällen aus Insekten; aber auch kleinere Echsen, Vögel und Nagetiere (Mäuse und Ratten) wurden schon in den Kannen größerer Arten gefunden. Bei solch großer Beute dauert der Verdauungsprozeß natürlich länger, es können dann mehrere Monate werden.

Alle Nepenthes stehen mittlerweile auf der Washingtoner Artenschutzliste, teilweise sogar in Anhang I, was bedeutet, daß sie äußerst stark vom Aussterben bedroht sind. Der wichtigste Schutz dieser faszinierenden Gattung ist die Verhinderung der Abholzung ihrer natürlichen Habitate (Standorte) in den Ländern der dritten Welt, damit uns und unseren Kindern dieses Naturwunder erhalten bleibt.


Fortsetzung...
Wer sich mit der Kultur dieser Gattung beschäftigen möchte, sollte wissen, daß dies nicht ganz so einfach ist. Es sind tropische Pflanzen, die dementsprechend auch im Winter recht hohe Temperaturen (15-25 °C) brauchen. Außerdem muß die Luftfeuchtigkeit sehr hoch sein (ca. 80%), da sonst keine Kannen produziert werden. Als Substrat dient lebendes Sphagnummoos (das auch geschützt ist) oder ein Gemisch aus Hochmoortorf, Farnwurzeln, Perlit, Styroporflocken oder ähnlichem.

Das Substrat sollte immer feucht sein, aber es sollte keine Staunässe entstehen. Die beste Kultur erfolgt in einer benebelbaren Vitrine in Hängekörben, wo die Pflanzen mindestens einmal täglich besprüht werden. Wichtig ist außerdem eine ausreichende Beleuchtung, wobei die Hochlandarten zwar hohe UV-Werte brauchen, aber schlecht auf zu hohe Temperuturen (über 35 °C) reagieren.

Unter den Carnivoren sind die Nepenthes die einzige diözische Gattung, d.h., weibliche und männliche Blüten stehen auf verschiedenen Pflanzen. Dadurch hat sich bereits ein internationaler Austausch für Nepenthespollen entwickelt, denn nicht jeder Züchter hat gleich je eine männliche u. weibliche Pflanze derselben Art in Kultur.

Pinguicula (Fettkraut)

Die Gattung Pinguicula umfaßt ca. 75 Arten, deren Verteilung sich auf Nord- und Südamerika, Asien und Europa beschränkt. Die Pinguicula ähneln mit ihrer hellgrünen, großen Blattrosette vielfach einer jungen Salatpflanze, und man erkennt sie nicht sofort als karnivor.

Die Blattoberseite dieser Rosettenblätter ist mit vielen kurzgestielten Tentakeln und Drüsen versehen. Der Beutefang funktioniert ähnlich dem der Drosera, nur daß hierbei die Beutetiere - meistens kleinere Insekten als bei Drosera - ins Blatt eingesenkt und mit den Tentakeln umfaßt werden. Nur wenn ein Insekt am Rand gefangen wurde, rollt sich das Blatt von dort her um sein Opfer. Die Beute dieser Gattung besteht zum größten Teil aus Ameisen, weißen Fliegen, Trauermücken und ähnlichen kleinen Insekten.

Fortsetzung...
Die Blüten von Pinguicula sind recht attraktiv und ähneln denen von Veilchen, so daß diese Pflanzen im Blühzustand auch sehr dekorativ sind.

Die Kultur dieser Gattung ist je nach Herkunft der Art recht unterschiedlich, aber die meisten hier erhältlichen Arten lassen sich in einen torfigen Substrat kultivieren. Der Boden sollte immer nur mäßig feucht sein, da die Wurzeln dieser Pflanzen zur Fäulnis neigen. Die mexikanischen Pinguicula bilden eine sukkulente Winterrosette, teilweise sogar zwiebelähnliche Gebilde.

Sie sollten in diesem Stadium möglichst trocken gehalten werden. Die europäischen Arten sind meist winterhart und produzieren im Herbst sogenannte Brutknospen, mit denen sie den Winter überleben. Diese Arten sollte man möglichst nur im Freiland kultivieren.


Fortsetzung...

Die Pinguicula sind allgemein nicht ganz so empfindlich gegenüber Kalk wie die Drosera, es gibt sogar Arten, die ein kalkiges Substrat lieben. Dennoch sollte man auch hier generell kalkarmes (=salzarmes) Gießwasser verwenden. Als Stellplatz kann man den der Drosera annehmen, also vollsonnig bis leicht schattiert, und so lassen sich Pinguicula und Drosera sehr gut zusammen kultivieren.


Fortsetzung...
Die Fettkräuter bilden zusammen mit Genlisea und Utricularia die Familie Lentibulariaceae. Die meisten Arten kann man einem der drei folgenden Kulturtypen zuordnen: die mexikanischen Arten, die Arten aus den südlichen USA und die Arten aus kälteren, nördlichen Gegenden, die Winterknospen bilden und eine entsprechende kalte Winterpause brauchen.

Die Nordamerikaner scheinen eine große Menge an frischer Luft zu brauchen und sind im Terrarium nur schwer am Leben zu halten. Über die richtige Bodenmischung für die "Mexikaner" wird viel diskutiert, oft wird ein relativ neutrales Gemisch aus Torf, Sand und Lehm benutzt.


Sarracenia (Schlauchpflanze)

Die Gattung Sarracenia gehört wohl zu den bekanntesten Karnivoren. Ihre ca. 8 Arten und etliche Unterarten sind im östlichen Nordamerika zuhause. Einige Arten sind voll, die anderen bedingt winterhart. Die Sarracenia bilden rosettig angeordnete, schlauchartige, teilweise bedeckelte Blätter, die aus einem fingerdicken Wurzelrhizom heraus produziert werden. Bei den meisten Arten stehen diese Schläuche bis zu 100 cm senkrecht in die Höhe. Es gibt aber auch eine halbaufrechte sowie eine vollkommen liegende Art.

Die Schläuche besitzen wie die Nepenthes einen wachsbeschichteten Kragenrand, auf dem angelockte Insekten ausrutschen und in den Schlauch hinabgleiten. Dieser Schlauch ist mit Verdauungssekreten gefüllt und von innen mit nach unten gerichteten Haaren versehen, die ein Entkommen der Beute unmöglich machen. Am Kragenrand und am Deckel wird Nektar als Lockmittel produziert.

Fortsetzung...
Deckel und Schläuche dieser Arten sind sehr unterschiedlich geformt, ausgebildet und gefärbt. Daher lassen sich die meisten Arten sehr gut voneinander zu unterscheiden. Leider sind auch auch die Sarracenia vom Aussterben bedroht und müssen durch die Washingtoner Artenschutzliste geschützt werden.

Sarracenien lassen sich in vielerlei nährstoffarmen Substraten halten. Allgemein ist ein torfiges, gut durchlüftetes Substrat wichtig. Wie alle anderen Karnivoren auch reagieren sie negativ auf Kalk im Gießwasser. Daher sollten sie möglichst nur Regenwasser oder entsalztes, destilliertes Wasser erhalten.


Fortsetzung...

Kultivieren kann man Sarracenien in Gewächshaus, vor der Fensterbank, im Balkonkasten oder im Moorbeet im Garten. Im Gewächshaus oder vor der Fensterbank kann die Kultur in nicht zu kleinen Töpfen unter Anstaubewässerung erfolgen. Im Balkonkasten oder im Moorbeet sollte man die Sarracenia auspflanzen.

Der Boden sollte immer feucht bis naß sein. Aber im Herbst/Winter, wenn nur noch die sogenannten Phyllodien (Nebenblätter) produziert werden, sollte man das Erdreich trockener halten. Insgesamt kann man sagen, immer feucht und je sonniger, desto besser.

Die Schlauchpflanzen sehen wie Büschel aufrecht stehender Trompeten aus. Die Pflanze hat keine beweglichen Teile, vielmehr fängt sie Insekten, indem sie sie nicht mehr aus dem glatten Schlauch entkommen läßt, wenn sie einmal hineingefallen sind. Sarracenia minor ist eine typische Art. Einige wenige Arten weichen von der röhrenartigen Form ab und haben sich auf bestimmte Beutetiere spezialisiert. Manche Arten erzeugen eine ganze Reihe von chemischen Substanzen, z.B. Verdauungsenzyme, Netzmittel oder Narcotica. Andere bedienen sich der Bakterientätigkeit, um ihre Beute zu verdauen.

Fortsetzung...
Etwa ein Dutzend Arten und Unterarten existieren im Südosten der USA. Sarracenia purpurea ist im Osten weitverbreitet, im Norden bis weit nach Kanada. Alle Arten (selbst S. purpurea) sind aufgrund großflächiger Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet. Neuerdings machen Aufsammlungen von Schläuchen für floristische Zwecke neue Probleme! Einige Standorte sind durch übermäßige Absammlung ausgelöscht.

Die Pflanzen verlangen eine Winterruhe mit verminderter Feuchtigkeit und Temperatur. S. oreophila, S. rubra jonesii, und S. purpurea ssp. purpurea ertragen während des Winters kaltes Wetter und sogar Fröste.


Triphyophyllum

Triphyophyllum ist ebenfalls eine monotypische Gattung, die erst seit kurzer Zeit bekannt ist. Die Heimat der einzigen Art Triphyophyllum peltatum ist der Tropengürtel Westafrikas. Über diese Pflanze ist (aufgrund ihrer erst kürzlich erfolgten Entdeckung) noch sehr wenig bekannt, insbesondere über die Kultur.

Die Karnivorie dieser Pflanze ist auf das Sämlingsstadium beschränkt, wenn sie mit Drüsen besetzte fadenförmige Blätter produziert, ähnlich denen von Drosophyllum oder Drosera; der Fang kleiner Insekten ceint der jungen Pflanze als zusätzliche Nährstoffquelle.

Im halberwachsenen bis erwachsenen Stadium werden die passiven tentakelten Leimruten an den Blattspitzen nicht mehr gebildet, und die Pflanze klettert als Liane durch die Dschungel im tropischen Westafrika (Sierra Leone, Liberia). In diesen Ländern wird extrem viel Urwald abgeholzt, und die Art wird wohl ausgerottet sein, bevor sie in Kultur etabliert ist.

Fortsetzung...
Triphyophyllum peltatum ist eine Pflanze, die außer in einigen botanischen Gärten nicht in Kultur ist. Möglicherweise sind Kulturmethoden, die bei Nepenthes erfolgreich sind, auch hier anwendbar.

Eine Sensation war Triphyophyllum in Blüte (aus dem Botanischen Garten Würzburg), wie sie im September 2000 auf der Ersten Europäischen Karnivorentauschbörse zu sehen war.

Utricularia (Wasserschlauch)

Es existieren weltweit mehr als 220 Arten Utricularia:
aquatische, semi-aquatische, terrestrische und epiphytische. Die Variationsbreite dieser Gattung ist enorm. Die epiphytischen Utricularia zum Beispiel bilden teilweise Speicherknollen aus, mit denen sie kürzere Trockenphasen überstehen können. Es gibt sogar eine terrestrische Art, die Knollenzwiebeln bildet und so über sechs Monate völlige Trockenheit übersteht.

Eine Besonderheit der Utricularien sind ihre Blüten, die, wenn auch teilweise sehr klein, doch durch ihre Farbenpracht und Form stark an Orchideen erinnern. Ansonsten sind die Utricularien sehr unscheinbar, da sich die Fangapparate meist im Erdreich befinden.


Fortsetzung...
Diese Fallen sind, je nach Art, mikroskopisch kleine, bis 1 cm große Blasen mit Unterdruck. Diese Blasen besitzen eine Klappe, die über Reiznerven mit einigen kleinen Auslösungshärchen verbunden sind. Sobald ein kleines Wasser- oder Bodeninsekt dieses Härchen berührt, öffnet sich diese Klappe in Bruchteilen einer Sekunde und das Opfer wird eingesaugt. Diese Bewegung ist die schnellste im Pflanzenreich überhaupt und übertrifft selbst das Zuschlagen der Venusfliegenfalle an Geschwindigkeit.

Wenn die Pflanze verwertbare Nahrung erkannt hat (wie bei Dionaea und Aldrovanda), wird die Blase zum Magen umfunktioniert und die Produktion der Verdauungsenzyme beginnt. Der Verdauungsvorgang dauert auch hier je nach Größe der Beute Stunden oder Tage. Zum Schluss baut sich der Unterdruck wieder auf und die Blase ist zu neuem Fang bereit.
Fortsetzung...

Die Kultur der meisten Utricularien ist nicht besonders schwierig. Wie auch bei allen anderen Karnivoren ist das kalkfreie Wasser das Wichtigste. Die aquatischen Arten sind aquariengeeignet, einige winterharte Arten kann man auch problemlos im Gartenteich halten, z.B. Utricularia vulgaris.

Die terrestrischen und semi-aquatischen werden in immer feuchtem bis überschwemmtem Torfsubstrat kultiviert und die Epiphyten unter den Utricularien sollten einen zwar stets feuchten, aber luftigen und relativ warmen Standort bekommen, da dies meist tropische Arten sind. Generell ist eine hohe Luftfeuchtigkeit (wie bei den meisten Karnivoren) und ein etwas schattierter Platz zu empfehlen.

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