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 ZWIEBEL+KNOLLEN 

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Wissensdatenbank

Richtig pflanzen

Um den Pflanzen optimale Lebensbedingungen zu ermöglichen, sollte man schon vor dem eigentlichen Pflanzvorgang einige Dinge beachten bzw. vorbereiten. Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen ist hauptsächlich der Herbst, da die meisten Knollengewächse Frühjahrsblüher sind. Die meisten Gewächse sind daran angepaßt, den normalerweise etwas feuchteren Herbst zu einem ersten Wachstum auszunutzen. In dieser Zeit bilden sie nicht nur neue Wurzeln, sondern schieben auch schon ihre Triebspitzen etwas aus der Zwiebel heraus, diese bleiben aber während der kalten Jahreszeit von einer schützenden Blatthülle umschlossen.


Hierdurch ist die Voraussetzung geschaffen, dass die Pflanzen bei günstigen Wetterverhältnissen, schnell austreiben können, wie z.B. beim Schneeglöckchen (Galanthus) in einer wärmeren Januarperiode, und dann bald ihre Blüten zeigen. Deshalb ist die günstigste Pflanzzeit für sämtliche Frühjahrs- und Frühsommerblüher zwischen August und Oktober.
Spezielle Pflanztermine

Zwiebelpflanzen, die eine besonders lange Entwicklungszeit haben wie z.B. Madonnenlilie (lilium candidum) oder Kaiserkrone (Fritillaria imperialis), müssen deshalb bereits im August gesetzt werden. Hochwüchsige Irisarten sollten Sie im Optimalfall im November setzen, da sie sonst bei einem milden Frühherbst schon vor dem Winter austreiben würden.

Pflanztermin für Sommer- oder Herbstblüher
Diese werden von März bis Mai im Handel angeboten und auch in der gleichen Zeit eingepflanzt. Ebenfalls im Frühjahr werden Steppenkerzen (Eremurus), Dreiblatt (Trillium), Montbretien (Crocosmia) oder Dahlien (Dahlia-Hybriden) und Gladiolen (Gladiolus-Arten) angeboten. Diese sollten jedoch nicht vor den letzten Frösten gesetzt werden. Manche dieser Arten werden sowohl im Herbst wie auch im Frühjahr angeboten.

Wenn der Pflanztermin im Herbst jedoch versäumt wurde, so wartet man besser den im Frühjahr ab um eine Schädigung zu vermeiden, da die meisten Arten nicht in der Lage sind bis zum Wintereinbruch anzuwurzeln.
Ermittlung des Pflanzenbedarfs

Das ungeduldige Verhalten des Gartenbesitzers ist die Ursache für eine spätere unweigerliche Enttäuschung, weil die Blütenpracht abnehmen wird und man zusätzlich Arbeit hat mit Teilung und dem Versetzen von zu üppigen Beständen. Denn die meisten Zwiebel- und Knollenpflanzen vermehren sich so reichlich wenn sie einmal an einem Platz eingewachsen sind, dass sie sich bei zu enger Pflanzung gegenseitig an einer optimalen Entwicklung hindern.


Ein guter Anhaltspunkt für den günstigsten Pflanzabstand, bietet folgende Grundregel:
Der Pflanzabstand sollte mindestens die halbe bis ganze Höhe der ausgewachsenen Pflanze sein. Ob halbe oder ganze Wuchshöhe richtet sich je nach Ausbreitungsdrang oder Geschmack der Gestaltung. Als Richtwert nimmt man:
Kleine Zwiebeln 5 - 8 cm, z.B.Crocus
Mittlere Zwiebeln 10 - 15 cm, z.B. Narcis
Große Zwiebeln 60 - 90 cm, z.B.Dahlia, Gladiole
Standort für spezielle Arten

Einige Iris-, Tulpen- oder Crocosarten, die viel Sonne und Wärme benötigen, sollten an einem südlich gelegenen Hang gepflanzt werden.Zum einen ist die Sonneneinstrahlung auf einem Hang günstiger als in der Ebene, da sich am Hang die Erde leichter erwärmt. Auch die Gefahr der Staunässe ist hier geringer, weil das Wasser leichter abfliessen kann. Durch Pflanzung von immergrünen Gehölzen im Hintergrund -am besten auf der Wetterseite- ist ein Schutz vor Wind und Regen gewährleistet. Setzt man Zwiebelblumen vor einen größeren Stein, wird dieser als Heizung fungieren; durch Sonneneinwirkung aufgeheizt, gibt er diese nach und nach an seine Umgebung wieder ab.

Einzelpflanzung
Bei der Einzelpflanzung wird meisens zur Handschaufel gegriffen. Im gelockerten Boden kann sie einfach senkrecht in die Erde gesteckt und dann zu sich herangezogen werden. Dabei entsteht das Pflanzloch. Die Größe des Lochs sollte etwas mehr sein als die Größe der Zwiebel, so dass vorhandene Wurzeln waagerecht ausgebreitet werden können und nicht eingequetscht sind.

Man kann aber auch ein Pflanzholz benutzen, einen etwa kegelförmigen Stab, der an einem abgewinkelten Griff in den Boden gedrückt wird. Diesen verwendet man allerdings nur für kleine bis mittelgroße Zwiebeln.
Der Zwiebelpflanzer

Ausgesprochen raffiniert ist der Zwiebelpflanzer, ein metallischer Zylinder, der nach unten konisch verläuft. Er wird in die Erde gedrückt und wieder herrausgezogen, wobei die Erde im Zylinder stecken bleibt. Vorher sollte der Boden jedoch befeuchtet werden, denn zu trockener Boden rieselt durch. Die in das Loch gelegte Zwiebel wird mit der Erde aus dem Pflanzer wieder bedeckt.

Gruppenpflanzung
Um eine Gruppenpflanzung vorzunehmen, hebt man mit dem Spaten ein größeres Loch gewünschter Tiefe aus. Anschließend wird der Boden des Lochs gelockert und die Zwiebeln im richtigen Abstand in die Erde gedrückt. Die herausgenommene Erde wird mit Kompost und Knochenmehl gemischt und wieder in das Loch eingefüllt, wobei man das Einschlammen des Lochs nicht vergessen sollte.
Verwendung vom Pflanzkorb

Nun gibt es im Fachhandel auch Pflanzkörbe, aus Kunststof oder Draht, die für eine Gruppenpflanzung einige Vorteile bieten. Zum einen kann man die Zwiebeln zum Überwintern leichter aus der Erde holen, bei nicht winterharten Sorten. Außerdem bietet der Korb auch einen gewissen Schutz gegen Wühlmäuse und Maulwürfe. Wenn man solch einen Korb verwenden möchte sollte das Loch so gegraben sein, dass der Korb fast vollständig in der Erde verschwindet. Nachdem man die Zwiebeln eingesetzt und das Loch wieder aufgefüllt hat, sollte nach festtreten der Erde auch wieder gut gewässert werden, damit sich kleine Hohlräume gefüllt haben und die Wurzeln den lebenswichtigen Bodenkontakt haben.

Großflächiges Verwildern
Beabsichtigen Sie eine Bepflanzung auf größerer Fläche mit Zwiebl- oder Knollenpflanzen, wie Rasen oder Wiese, kommt eine andere Pflanzmethode zur Anwendung. Ein besonders schöner Anblick im Frühjahr bieten z.B. die Elfenkrokusse (Crocus tommasinianus).


Ob man eher einen "ordentlichen" landschaftsgärtnerischen oder einen naturnahen Stil bevorzugt entscheiden Sie selbst. Im ersten Fall werden kleine Gruppen zusammengefaßt, die man rhythmisch über die gewünschte Fläche verteilt. Natürlicher sieht es aus, wenn die Pflanzung mal dichter oder dünner ist. Je nach Geschmack kann man auch verschiedene Sorten verwenden. Auch großblütige, von der Wildform stark abweichende Sorten passen nicht sehr gut ins Bild.
Fortsetzung: Arbeitsweise

Zur Pflanzung einzelner Gruppen im Rasen sticht man mit dem Spaten entweder quadratisch oder in Form eines H Rasensoden aus und klappt diese wie Fensterläden zur Seite. Anschließend wird der offene Boden etwa 10 cm tief gründlich gelockert und mit reifem Kompost angereichert.


Danach verteilt man die Zwiebeln oder Knollen, drückt jede gut in den Boden, wonach die Rasensoden wieder zugeklappt werden. Im Anschluß sollte das Wässern nicht vergessen werden. Um ein natürliches Bild zu bekommen, sollte jede Gruppe ein deutliches Zentrum haben. Sowohl in der Mitte als auch am Rand sollten die Pflanzabstände etwas variieren. In Reih und Glied stehende Zwiebel- und Knollenpflanzen ergeben eine ausgesprochen künstliche Wirkung. Daher sollten gerade Linien unter allen Umständen vermieden werden.
Pflanztiefe

Um ein gutes Gedeihen von Zwiebel- und Knollengewächsen zu gewährleisten, ist die richtige Pflanztiefe entscheidend. Bei Pflanzengruppen mit einem so speziellen Wurzelsystem müssen die Ansprüche der jeweiligen Arten genau eingehalten werden. Um die wertvollen Überdauerungsorgane genügend zu schützen, ist die Pflanztiefe ein wichtiger Bestandteil. Im Sommer schützt sie vor Austrocknung und im Winter vor Frostschäden. Auch die Blütezeit wird von der Pflanztiefe beeinflusst.

Allgemeine Faustregel
Die Knolle muss so tief gepflanzt werden, dass die Erdschicht die sie bedeckt doppelt so hoch ist wie die Zwiebel selbst. Doch diese Regel gilt für einen durchschnittlichen Gartenboden. Je sandiger der Boden, um so tiefer sollte gepflanzt werden.
In schweren, leicht verklumpendem Boden, wird flacher gepflanzt, da hier die Gefahr von Fäulnis durch zu langsam absickerndes Regenwasser droht. Hier wäre eine Drainageschicht zu empfehlen, damit die Wurzeln ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Bei der Einpflanzung reicht das Augenmaß völlig aus, man mss es ja nicht übertreiben.
Ausnahmen

Wegen ihrer Frostempfindlichkeit werden die Dahlien erst im späten Frühjahr gesetzt, weshalb die besagte Regel hier keine Gültigkeit hat. Die Dahlie hat, im Gegensatz zu anderen Zwiebel- und Knollenpflanzen, keine umgewandelte Sprosse, sondern verdickte Wurzelteile, die der Speicherung von Wasser und Nährstoffen dienen. Denn die Triebknospen sitzen nicht geschütz im Inneren, sondern an der sog. Krone, dort wo der vorjährige Trieb war und wo die einzelnen Knollenteile zusammenhängen. Diese muss 5 cm unter der Bodenoberfläche liegen. Hierzu gräbt man ein 25 cm tiefes und breites Loch, dass sofort mit einer kompostangereicherten Erdschicht von 10 cm aufgefüllt wird.

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