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Bonsai Form- und Stilarten

Man hat häufig versucht die Stilarten und Untergruppen die gestaltet werden können zu reklassifizieren.

Innerhalb der gröberen Klassifikation vom Einzel-, Mehrfachstamm oder Gruppenpflanzungen haben sich jetzt 15 Stilarten als allgemein anerkannt, herauskristallisiert.
Wenn Sie erst einmal die Prinzipien, die hinter diesen Stilarten stehen erkannt haben, haben Sie einen Bezugspunkt, von dem aus Sie die Möglichkeit für die Gestaltung eines Baumes als Bonsai einschätzen können.

Sie können nun entscheiden, welche Stilart zu dem Baum paßt.


Wenn Sie sehr genau studieren, wie Bäume in der Natur wachsen, können Sie einen natürlich aussehenden Bonsai gestalten, ohne die Namen der Stilarten zu kennen.
Um Hinweise aus Büchern zu verstehen, sind die Namen jedoch sehr hilfreich. Sie müssen auch nicht den japanischen Namen oder ihren Ursprung kennen. Sie müssen sich auch nicht sklavisch an die genauen Regeln der gewohnten Stilart richten. Wenden Sie diese Regeln da an, wo sie zu der natürlichen Beschaffenheit des Baumes passen.
Hilfe bei der Auswahl der Stilart

Wenn Sie einen Bonsai gestalten, sollten Sie immer daran denken, dass Sie mit einer lebenden Pflanze arbeiten. Schauen Sie sich ihren natürlichen Charakter an und Sie werden eine passende Stilart erkennen. Oft kann man Pflanzen in verschiedenen Stilarten gestalten. Wenn nur eine Stilart für eine spezielle Pflanze paßt, können Sie diese trotzdem auf viele Arten interpretieren. Bei Sträuchern wie bei Azaleen, die in der Natur nicht baumartig wachsen, gibt es bei der Stilart weniger Einschränkung. Allgemein gesehen ist es jedoch am Besten, sich bei der Wahl der Stilart danach zu richten, wie der Baum in der Natur wächst. Anfänger sollten nicht versuchen, einen Baum zu einem Bonsai in einer Stilart zu gestalten, die dem natürlichen Wuchs der Pflanze widerspricht. Wenn Sie jedoch mehr Erfahrungen gesammelt haben, ist auch dies möglich.

Bonsai Grundstilarten
Wir unterscheiden fünf Grundstilarten, die vom Stammverlauf abhängen.
1. streng aufrecht
2. frei aufrecht
3. geneigt
4. Halbkaskade
5. Kaskade

Bei einer streng aufrechten Stilart, ist der Stamm gerade und senkrecht.
Die frei aufrechte Stilart hat einen gewundenen, gebogenen, aufrechten Stamm.
Der gesamte Stamm eines geneigten Baumes neigt sich von der Horizontalen bis zu 45 Grad.
Ein Halbkaskaden-Bonsai neigt sich noch weiter und endet am oder kurz unter dem Schalenrand.
Eine Kaskade fällt unter das Niveau der Horizontalen und endet oft unterhalb des Schalenbodens.
Ein frei aufrechter Bonsai

In der Natur biegen sich solche Bäume durch Wind oder Schatten weg von anderen Bäumen oder Gebäuden.

Bei einem Bonsai sollte der Stamm im Wesentlichen aufrecht sein und sich nicht mehr als 15 Grad neigen.

Die Biegungen sollten nach rechts oder links gehen und nicht zum Betrachter hin.
Diese Stilart ist für die meisten Baumarten geeignet.

Ein streng aufrechter Bonsai
In der Natur wächst so ein Baum unter perfekten Bedingungen.

Ein Bonsaistamm sollte sich von der Basis bis zur Spitze gleichmäßig verjüngen.
Die Ästchen sollten nicht genau symmetrisch sein. Lerche, Wacholder, Kiefer und Fichte sind geeignet.
Von Natur aus frei aufrecht wachsende Bäume sind ungeeignet.
Ein geneigter Bonsai

Solche Bäume neigen sich von starken Winden oder tiefen Schatten weg.
Der gesamte Stamm -ob gerade oder gebogen- neigt sich in einem bestimmten Winkel.
Die stärkeren Wurzeln wachsen auf der Gegenseite der Stammwinkelneigung.

Ein Halbkaskaden-Bonsai
Diese Stilart kommt vor, wenn Bäume auf einer Felsenklippe wachsen oder über einem Gewässerrand hängen. Der Winkel des Stammes bei einem Bonsai ist nicht genau bestimmt, solange der Effekt stark horizontal ist. Sichtbare Wurzeln sollten ein Gegengewicht zum Stamm darstellen. Viele Baumarten sind für diese Stilart geeignet.


Ein Kaskaden-Bonsai

Der Stamm eines Baumes, der sich an eine Klippe oder einen Abhang im Gebirge klammert, wächst oft nach unten.

Ein Bonsai mit ausgeprägtem Abwärtswachstum kann man als Kaskade bezeichnen, selbst wenn der Stamm nicht in Höhe des Schalenbodens endet.
Viele Baumarten die nicht stark aufrecht wachsen, sind geeignet.

Der Literaten- oder Bunjingi-Stil
Es ist nicht einfach die Literatenform zu definieren, da sie viele Bonsai-Regeln bricht.

Bäume die in dieser Stilart gestaltet sind, sehen jedoch genauso schlank und anmutig aus, wie Literaten auf chinesischen Bildern, die den Namen inspirierten.
Das Wort "Literat" hat einen etwas ungewöhnlichen Ursprung.


Das chinesische Wort "Wen Jen" bedeutet: Gelehrte, die Künste ausüben.

Japanische Bonsai-Liebhaber, haben dieses aus Bunjingi übersetzt und wendeten es für diesen eleganten Baumstil an.
Der Stamm eines Literaten biegt und windet sich normalerweise mehrere Male.
In der Natur wachsen solche Bäume oft an der Küste oder an Orten, wo sie sich zu Sonnenlicht -durch gefällte oder abgestorbene Bäume hindurch- hochgekämpft haben.
Bei Bonsai können Sie die meisten Koniferen zu Literaten gestalten.
Die meisten Koniferen oder auch rauhe Laubbäume eignen sich gut für den Literatenstil.

Ein Besenform-Bonsai
Ein umgedrehter japanischer Besen inspirierte zum Stil eines Besenform-Bonsai.

Diese Gestaltung hat eine ausgewogene kuppelartige Krone von verzweigten Ästen, die einem geraden Stamm entspringen.
Die Laubbäume, die aus dieser Form gestaltet sind, sehen am besten im Winter aus, wenn die zarten Äste unbelaubt sind.
Unter idealen Bedingungen wächst eine Konifere in der freien Natur zu einem streng aufrechten Baum.
Aber Ahorn, Ulme und viele andere fein verzweigte Laubbaumarten entwickeln sich zur Besenform.
Dieser klassische Stil ist wahrscheinlich bei Bonsai am schwierigsten zu erreichen.
Wenn Sie es versuchen wollen, haben Sie die besten Erfolgsaussichten, wenn Sie einen fein verzweigten Baum, wie z. B. den Ahorn nehmen.



Auf-dem-Felsen-Stil

Auf dem Felsen können einzelne Bonsai, Gruppen- oder Landschaftspflanzungen gezogen werden.

Es gibt zwei Haupttypen der Felsenpflanzungen:
- bei der Wurzel-über-dem-Felsen-Stilart schlängeln sich die Baumwurzeln über den Felsen hinunter in die Erde hinein
- bei dem Felsen-umfassenden-Stil ist der Baum tatsächlich auf den Felsen gepflanzt.

Gestalten Sie den Baum so, wie es am besten zu dem Felsen paßt.

Eine-Wurzel-über-dem-Felsen-Bonsai
Diese Stilart erzeugt sozusagen eine Großaufnahme des Baumes der auf dem Felsen wächst, mit einem Netz von expedierten Wurzeln als Hauptmerkmal.

Wählen Sie einen Baum, der von Natur aus starke Wurzeln hat, der also auch in der Natur auf einem Felsen wachsen könnte.
Ein Felsen-umfassender-Bonsai

Bei dieser Stilart kann man Bäume nah oder fern wirken lassen.
Ein aufrechter Felsen kann in ein flaches Tablett gestellt werden.
Ein flaches Stück von einem Felsen kann wie eine Schale benutzt werden.

Saikei-Stilart
Ein Saikei -manchmal auch als Landschaft auf einem Tablett bezeichnet- benutzt Steine und lebende Pflanzen, um eine Miniaturlandschaft darzustellen.
Eine Saikeipflanzung ist normalerweise von Dauer. Sie kann aber auch eine Kurzzeitkomposition sein.
Sie können sie abbauen und die Materialien für andere Saikei verwenden.



Reifer werdende Bäume werden befördert und zu idealen Bonsai gemacht.
Eine Landschaft auf dem Tablett namens "Bonkai" kann künstliche oder gar keine Pflanzen enthalten.

Materialen wie Steine, Gräser, Moos und Sand und sorgfältige Beachtung der Größenverhältnisse und Maßstäbe haben buchstäblich die natürlichen Variationen einer Landschaft in Kleinformat geschaffen.
Dies ist Ziel der Saikeigestaltung.

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